Tour 261 - Reiseverlauf

Naturparadies Zakouma und Leben im Tschad

Eine besondere Reise zu den Menschen und Tieren

Der 3000 km² große Zakouma-Nationalpark präsentiert sich nicht als gut erreichbare, „reife Frucht“ wie Parks etwa in Namibia oder Ostafrika: hier ist der Weg schon das Ziel. Denn die Route führt zunächst entlang der alten Pilgerroute in Richtung Abéché, dann in Mongo südwärts, vorbei am Inselberg Abu Teffan. Um Mongo ist das Siedlungsgebiet der Hadjerai, animistischen Ackerbauern. Von Mongo sind es noch 260 Pisten-km über Abu Daia zum Nordosten des Parks. Auch dort leben interessante Ethnien in schönen Dörfern, die wir besuchen.
Im Gegensatz zu den (wenigen) Programmen anderer Veranstalter ist diese Reise nicht nur viel günstiger im Preis, sondern beinhaltet auf dem Rückweg auch den Fitri-See mit einer Bootstour (der Tschadsee ist wegen restlicher Probleme mit Boko Haram noch gesperrt). Weiterhin lassen wir diese Reise in einem sehr angenehmen kleinen „Busch-Hotel“ am Chari-Fluss ausklingen. Diese faszinierende Tour kann überdies in Kamerun verlängert werden (Flug nach Douala, dort ein individuelles Programm oder „nur“ Erholung am weiten Palmenstrand von Kribi). Der Rückflug (Gabelflug) ist dann von Douala.
Aber was ist in Zakouma zu sehen, warum der weite Weg? Viel: rund 550 Elefanten leben im Park, Tendenz steigend, s.u. (davon die meisten in großen Herden, wie man sie sonst kaum noch sieht), Löwen, mehr als 10.000 Büffel, Geparden, diverse Antilopenarten (u.a. die seltenen Pferdeantilopen), die Hälfte der Gesamtpopulation der Kordofan-Giraffe. Ebenso kommen Vogel-Freunde auf ihre Kosten. 388 Arten sind aktuell nachgewiesen. Darunter u.a. auch der höchst seltene Schwarzbrust-Furchenschnabel oder der Niam Niam Papagei, viele Kronenkraniche und sogar Pelikane.

Elefanten im Sumpf © Michael Viljoen African Parks
© Michael Viljoen African Parks

Zakouma ist der einzige intakte Nationalpark mit einem intakten zentralafrikanischen Öko-Savannensystem und liegt an einer Klimagrenze zwischen der Trocken- und Feuchtsavanne. Wir bleiben hier drei volle Tage. In der Regenzeit zwischen Juni und November fallen rund 850 mm Regen, alles ist dann überschwemmt.
Bis 2010 allerdings war der Park ein Paradies für Elefanten-Wilderer. Der Park wurde in der Regenzeit geschlossen – wenn die schlecht bezahlten Ranger im November zurück kamen, fanden sie jährlich 700 bis 800 Elefanten-Kadaver – ohne Stoßzähne. 2006 gab es hier noch 4.000 Elefanten, 2010 gerade noch 400.

Pferde © National Geopgraphic
© National Geographic

Dann übernahm die südafrikanische ONG African Parks Zakouma – sie managen derzeit 10 Nationalparks in 7 Ländern, auch in Zentralafrika und Kongo. A.P. ist für alles zuständig – für die Ausbildung und Ausrüstung der Ranger, für Anti-Wilderer-Programme. Ranger erhielten sofort gute Waffen, Funkgeräte, patroullierten rund ums Jahr, auch auf Pferden.
Elefanten jeder Herde bekamen Halsbänder mit Satelliten-Empfängern. Der Erfolg: es gibt keine Wilderei mehr und jedes Jahr im Schnitt 25 neu geborene Kälber. Das ist viel bei der geringen Zahl, der Tragzeit von 22 Monaten und der Traumatisierung vieler Elefanten. Und es ist eine der wenigen, ganz großen Erfolgs-Stories eines Nationalparks in Afrika.
In Kürze soll mit der Wiederansiedlung von Schwarzmaulnashörnern begonnen werden
– das letzte wurde 1972 hier erlegt. Dann ist Zakouma der nächste an Europa gelegene Park mit den „Big Five“.

 

Informationen Zakouma, AFRICAN PARKS

Detailkarte Zakouma Nationalpark

Reiseverlauf *

* Diese Route führt durch unwegsame, isolierte Gebiete und hat Expeditionscharakter. Dies beinhaltet evtl. Modifikationen des Programmablaufs, die sich aus den jeweiligen Umständen ergeben können.

1.-2. Tag: Flug nach N'Djamena
Diese Reise  basiert auf Verbindungen AIR FRANCE:  Abflug von Ihrem nächst gelegenen Flughafen nach Paris (z.B. Frankfurt: 07:25 - 08:55 Uhr), von dort 10:40 - 15:20 Uhr nach N´Djamena.
In N´Djamena leben mittlerweile etwa eine Million Menschen; durch die Erdölförderung im Südwesten des Landes seit 2003 entstanden neue Bauten; der Boom hat zudem Immigranten aus Nachbarländern wie Kamerun oder Niger angezogen. In der Nähe vereinen sich der Logone- und der Chari, der weiter in den Tschadsee fließt. Der Ortskern ist noch kolonial und von Arkaden geprägt; an den großen Markt schließen sich Lehmhäuser an.
Übernachtung in einem guten Mittelklasse-Hotel, z.B. dem 3* Hotel "Le Chari" direkt am Fluss oder "Chez Wou".

3. Tag: N´Djamena – bei Bitkine (ca. 450 km)
Aufbruch bis 7.30 Uhr. Es reisen maximal drei TeilnehmerInnen in einem Geländewagen – plus der Koch (wenn es drei sind, ab 4 TN zweites Fahrzeug).
Rund 50 km östlich von N´Djamena endet die Asphaltstraße in Massaguet; es geht weiter wie am 3. Tag der Basisreise via Bokoro, südlich des Lac Fitri, bis Bitikine, rund 40 km vor Mongo. Wir fahren durch Nomaden- und Weideland. Der Granit-Inselberg Pic de Guéra (1.145 m) dominiert Bitkine. 
Installation des kleinen Camps abseits einer Siedlung. Es gibt einen Apéritif vor dem Abendessen (meist Pastis, wie´s sich in Frankreich gehört)… und auch gern einen café zum Schluss. Übernachtung im Kuppelzelt; eine  bequeme, bezogene Schaumstoffmatte wird gestellt.  (F / M-Pn / A).

4. Tag: Bei Bitkine – Zakouma-Nationalpark (ca. 280 km)
Wir fahren ca. 40 km weiter östlich nach Mongo; östlich davon erhebt sich die schroffe Kulisse des Berges Abu ( = Vater) Telfan, 1.506 m, aus der Ebene. Hier lebt das Bauernvolk der Hadjerai („Menschen der Steine“), die sich vor rund 200 Jahren vor Sklavenjägern bis in den Gipfelbereich zurück gezogen haben. Sie siedeln längst wieder in der Ebene, aber der Berg gilt ihnen als heilig, ist ein Opfer- und Kultplatz. Die Hadjerai bilden 15 Untergruppen, sind ebenso begabte Bauern wie Jäger.

Giraffen © Andreas Behrens
© Andreas Behrens
Bungalow © African Parks
© African Parks

Mittags-Picknick unter eine Akazie auf dem Weg nach Süden vor dem Ort Abu Dela. Nach Einfahrt in den Nationalpark ist es schon sehr wahrscheinlich, dass wir Büffel, Antilopen oder Giraffen sehen – und viele Vögel.
Installation im komfortabel-rustikalen Tinga Camp, das vor einigen Jahren von Italienern gebaut wurde – die haben´s drauf. In jedem der 6 großen Rund-Bungalows gibt es vier Zimmer, jeweils mit eigener Terrasse. Das Restaurant mit der Bar ist offen, großzügig und ebenso edel, mit Blick auf die üppige Vegetation. (F / M-Pn / A).

5. – 7. Tag: Zakouma-Nationalpark (ca. 280 km)
Mit dem Fauna-Reservat von Bahr Salamat als Pufferzone zählt der Park zu einem der weltweit größten Schutzgebiete. Charakteristisch ist die weite, offene Savanne, von kleinen Waldgebieten durchsetzt. An den Flussauen ist eine eindrucksvolle Vogelwelt beheimatet, der Kronenkranich ist dort überall anzutreffen. Am Höhepunkt der Trockenzeit, zwischen Februar und Mai, sind besonders viele Tiere an den verbleibenden Wasserlöchern

© Andreas Behrens
© Andreas Behrens
© Andreas Behrens
© Andreas Behrens

anzutreffen – vor allem am frühen Morgen und Nachmittags; Elefanten kommen aber auch tagsüber. Die sonst seltenen Kordofan-Giraffen – über die Hälfte des Gesamtbestands der noch etwa 2.000 Tiere lebt hier – sind immer wieder zu sehen. Sie haben eine hellere Textur und kleinere Fellmuster als andere Giraffen.
Sie  bleiben hier an diesem „magic place“ drei volle Tage. Sie werden mittags im „Mobile Camp“ essen und entspannen – auf Teppichen unter einem großen Zeltdach, s. Bild.  Sie können auch zu Fuß auf Pirsch mit einem Ranger gehen und werden abends an einem Wasserloch auch noch mit Glück Elefanten sehen.
(F / M-Pn / A).

8. Tag: Zakouma-Nationalpark – bei Mongo (ca. 280 km)
Morgen-Safari. Wie verlassen den Park wieder über die östliche Ausfahrt, die von Granithügeln gesäumt ist. In der Nähe besuchen wir kleine Dörfer mit Strohhütten und sprechen mit den Menschen – der Nationalpark und damit der Naturschutz sichert hier vielen ein kleines Einkommen. Die Einbidung der Dorfleute – und finanzielle Anreize – sind das beste Mittel gegen Wilderei. 
Wir fahren über Abu Deia zurück nach Norden, bis Mongo – entlang einer falaise, einer Felswand. Wieder zurück am Inselbergmassiv Abu Telfan, haben wir die Gelegenheit, Dörfer zu besuchen, mit den Hadjerai in Kontakt zu kommen und gemeinsam Hirsebier zu trinken. Einige Dörfer liegen an eine falaise, an einer Steilwand, fast wie die der Dogon in Mali.  Die Frauen pflanzen auch Erdnüsse, Sesam und fabrizieren schöne Töpferarbeiten.
Zeltcamp. (F / M-Pn / A).

9. Tag: Bei Mongo – Lac Fitri (ca. 260 km)
Wir fahren nicht direkt nach Westen zurück, sondern zunächst gut 150 km auf einer Piste nach Norden, bis Ati. Der kleine Ort liegt direkt am Südrand der Sahara – nördlich kommt nur noch Sand. Wir reisen 60 km weiter westlich und biegen auf einer schmalen Piste nochmals 50 km ab nach Yao, zum Lac (See) von Fitri. Hier im Sahel, dem ökologisch fragilen Grenzland zur Sahara, ist Nomadenland – wir begegnen immer wieder Peulh mit Rindern und Teda mit ihren Kamelen. Der ganzjährig mit Wasser gefüllte See – in und nach der sommerlichen Regenzeit umgeben von großen Sumpfgebieten – ist jetzt in der Trockenzeit ein wichtiger Wasserspender für Menschen  und Tiere. Der Chef de Canton vom Fitri-See ist ein gastfreundlicher Mann. Wir erfahren viel über das Leben hier an einem Ort, der eigentlich nie von Touristen besucht wird. Camp in der Nähe.  (F / M-Pn / A).

10. Tag: Lac Fitri - Dougia (ca. 440 km, davon 390 km Asphaltstraße)
FlussMorgens unternehmen wir eine kleine Bootsfahrt im Einbaum mit Fischern des Dorfes. Rückfahrt auf die Hauptpiste von Ati nach Westen für 230 km, ganz neu (2016) asphaltiert. Weiter nach Massaguet (125 km). Wir fahren 46 weiter nach Djermaye und von dort aus nicht die 35 km in die Hauptstadt, sondern 40 km weiter nördlich nach Dougia. Das Dorf ist direkt am Chari; entsprechend viele Fischerboote liegen dort am sandigen Ufer.
Das kleine Hotel war bis vor rund 10 Jahren ein einfaches „Campement de chasse“ für Jäger (Vögel), wurde dann aber schonend modernisiert, hat angenehme Zimmer mit Klimaanlage  – ein schöner Ort, um diese Reise langsam ausklingen zu lassen. (F / M-Pn / A).

11.- 12. Tag: Dougia – Hadjer el Hamis – N´Djamena und Gaoui (ca. 110 km) - Rückflug
Gaoui20 km Fahrt zu den drei Felsen von Hadjer el Hamis: Basaltfelsen, die umso imposanter aus der brettflachen Ebene aufragen. Das Besondere ist der kleinere der drei Felsen in der Form eines Elefanten mit seinem bis auf den Boden reichenden „Rüssel“.
Rückfahrt nach N´Djamena und weiter etwa 10 km nach Gaoui, 10 km im Nordosten der Hauptstadt. Das Dorf war – so sagt man – Zentrum der Sao-Kultur (Höhepunkt 10.- 16. Jh.), die als Giganten galten und größer als zwei m waren. Aus der Zeit stammen auch kunstvolle Terrakotta-Figuren, die gefunden wurden. In Goaui wurde ein kleines Museum gebaut – ganz aus Lehm. Andere Häuser, kunstvoll verziert und bemalt, sind hinzu gekommen. Zurück in N´Djamena, können wir im Nationalmuseum noch mehr über die Sao erfahren.
Nachtflug zurück ab 23:20 Uhr, Ankunft am 12. Tag in Paris um 06:10 Uhr, Weiterflug zu Ihrem Zielflughafen (z.B. Frankfurt, 07:30 - 08:55 Uhr).

Verlängerung in Kamerun: Sie können mit der Camair-Co (sehr gute Boeing 737) von N´Djamena nach Yaoundé und weiter nach Douala fliegen: 13:55 – 16:20 Uhr. Flugkosten: ca. 300 €. In Douala am Atantik, z.B. Übernachtung im deutsch geführten Seemannsheim unter Palmen mit Pool, weitere Verlängerung am Sandstrand von Kribi, 170 km, oder in Limbe, 70 km mit Ausflügen zum Mt. Cameroon. Gern unterbreiten wir Ihnen Vorschläge. Rückflug dann von Douala.
 

Leistungen: alle Fahrten und Übernachtungen wie angegeben, volle Verpflegung bis auf den ersten und letzten Tag (N´Djamena, kein Abendessen), Mineralwasser während der Fahrten, Parkeintritte, Ranger, Nacht-Safari.

Nicht enthalten: Flugkosten, Versicherungen, Getränke, Trinkgelder.

Tourdaten
Termine / Preise
18.01.2018 - 29.01.2018: 2790.00€
15.03.2018 - 26.03.2018: 2790.00€


Basispreis: 2.5790 €
plus Flüge (ab ca. 700 € mit Eth. Airlines)
EZ-Zuschlag: + 450 €
Peis bei 2/3 Teiln. (auch zu anderen Daten): 2.790 € p.P.
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