Tour 300 - Reiseverlauf

Erlebnisse im Norden Kameruns

Zu den Koma in den Alantika-Bergen, alte Königreiche, viel Natur

Tour 300 Karte

Es gibt kaum andere Länder in Afrika mit einer so guten touristischen Infrastruktur, vielen unterschiedlichen Kulturen und Landschaften wie Kamerun. Und kein anderer Reiseveranstalter kennt sich so gut in Kamerun aus wie Werner Gartung, Gründer und Betreiber von OASE REISEN: sein Reise-Handbuch erschien 2015 im Verlag Reise Know-How; Sie erhalten es nach der Buchung.

Auch diese Reise besticht durch viele Höhepunkte und einem hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Diese Tour ergänzt hervorragend unsere Reise 301 in den Südwesten mit seinen kleinen Königreichen und bietet ganz neue Erfahrungen. Durch die Terrorsekte Boko Haram waren einige Attraktionen entlang der Grenze zu Nigeria seit Jahren nicht mehr zu bereisen – seit Juni 2017 aber wurden der einzigartige Markt von Tourou und die spektakuläre Vulkanlandschaft bei Rhumsiki wieder für den Tourismus geöffnet und sind Teil dieser Reise. Es gibt keine Sicherheitsrisiken mehr, die kamerunischen Behörden sind sehr vorsichtig.
Einer der Höhepunkte dieser Reise ist die zweitägige Trekkingtour in die abgeschiedenen Alantika-Berge, Heimat des kleinen Volkes der Koma. Sie haben es geschafft, wie in einer Zeitkapsel weiterhin so zu leben wie seit Jahrhunderten und sind glückliche Menschen: An den schattigen Hängen wird u.a. Hirse und Tabak angebaut – und ein großer Teil der Hirseernte zu Bier verarbeitet. Auch die Frauen, meist nur mit einem Blätterrock bekleidet, sind begeisterte Pfeifenraucher.
Sie fliegen mit einer gut gewarteten Boeing 737 der Camair-Co  nach Garoua , und von NGaoundére auf Wunsch zurück nach Douala. Hier an der Küste lässt sich diese Reise noch entspannt am Meer verlängern – oder auch mit dem Mount Cameroon.

Die Höhepunkte auf einen Blick:

  • Vor dem Sahel etwas Urwald: mit dem Einbaum auf dem Nyong-Fluss, Öko-Lodge
  • Flug nach Garoua, Maroua mit seinen Handwerkern und schattigen Alleen
  • Das Lamidat von Rey-Bouba mit Audienz vom Sultan im 200 Jahre alten Lehmpalast
  • Mit dem Boot auf dem Maga-See bei Pouss, zu Fischern und Bauern
  • Zum Dienstagsmarkt von Pouss am Logone-Fluss, Grenze zum Tschad
  • Der Markt am Donnerstag von Tourou – Frauen tragen rote Kalebassen
  • Rhumsiki mit seinern Vulkanbergen, die „schönste Landschaft der Welt“
  • Eintauchen in eine andere Welt: Trekking zu den Koma mit Tänzen der Frauen
  • Der Bénoué-Nationalpark mit Löwen, Giraffen, Hippos, Büffeln
  • NGaoundére mit seinem reich verzierten, alten Palast des Lamido
  • Entspannung zum Schluss in der Ranch von NGaoundaba mit Kratersee

Rhumsiki

Es gibt viele Möglichkeiten zur Verlängerung dieser Reise, schon ab einem Tag. Sportliche können z.B. den Mount Cameroun besteigen; Erholung wahlweise am schwarzen Strand von Limbe (neue Lodge eines dänisch-kamerunischen Paares) oder am Sandstrand von Kribi.

Sicherheit
Endlich ist der seit 2012 durch Boko Haram gemiedenen Norden wieder in weiten Teilen zu bereisen – und zwar SICHER. Durch gemeinsames Vorgehen von Nigeria, Kamerun, Tschad und Niger ist die Terrorsekte zerschlagen worden; versprengte Grüppchen sind noch im extremen Norden, beim Tschadsee. Die Sicherheitskräfte in Kamerun gehen kein Risiko ein – auch wir nicht. Deshalb ist z.B. der Waza-Nationalpark hoch im Norden und das Tschadsee-Gebiet noch gesperrt.

Reiseverlauf*

* Der Reiseverlauf zeigt den “Idealzustand”. Änderungen durch behördliche Probleme oder Witterungsverhältnisse sind zwar selten, aber möglich.

Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag/Samstag: Flug nach Yaoundé
Die besten, auch preiswerte, Verbindungen bieten BRUSSELS AIRLINES. Zudem ist der Flughafen von Brüssel nicht so groß und oft unübersichtlich wie der von Paris. Abflug von Ihrem nächst gelegenen Flughafen nach Brüssel, z.B. Frankfurt, 07:25 – 08:25 Uhr. Weiterflug nach Yaoundé (mit Zwischenstop in Douala) um 10:45 – 19:20 Uhr. Der moderne Flughafen von Nisimalen befindet sich rund 20 km nordöstlich der weitläufigen Stadt. Angenehmes, ruhiges Stadthotel mit klimatisierten, schönen Zimmern: das "Merina" war vorher das Novotel der Accor-Gruppe. Auf dem Weg dorthin können Sie schon Geld in der Landwährung mit einer VISA- oder Mastercard ziehen (ein Euro entsprechen 655 CFA-Francs).

2. Tag: Yaoundé – Ebogo (130 km)
Die Hauptstadt Yaoundé bedeckt heute weit mehr als die ursprünglich 7 Hügel. Meist hässliche Prunk- und Zweckgebäude kontrastieren mit der Armut, und der pompöse Präsidentenpalast auf einem Hügel ist ein Symbol der korrupten Regierung unter dem seit 1983 amtierenden Paul Biya.
Heute am Sonntag gibt es ab 9 Uhr 30 eine "Open Air-Messe" in der Katholischen Kirche von Melen. Auch wer sonst mit der Kirche nichts "am Hut" hat, wird diese afrikanische Variante sehr interessant finden: in der Ewondo-Sprache, mit viel Gesang, Tanz, Trommeln - ein farbenfroher Mix aus afrikanischer und europäischer Kultur. Wir haben eine Stadtübersicht vom Mont Fébé; im nahen Benediktinerkloster wohnte „unser" Papst Benedikt im März 2009 während seines Besuchs. 
In der angenehmen Kleinstadt Mbalbayo 50 km südlich von Yaoundé überqueren wir den Nyong-Fluss; es geht gut 12 km weiter nach Ebogo, die letzten 5 km auf einer Erdpiste. In Ebogo gab es ab 2009 einen Entwicklungsschub durch das EU-geförderte STEP-Projekt für nachhaltigen Tourismus: ein Restaurant mit großer Terrasse am Fluss entstand, und 5 schöne, große Holz-Bungalows auf Stelzen, jeweils mit einem Balkon. Alle sind hier gut drauf: der Leiter Tobie (auch ein guter Koch), der Pirogen-"Kapitän" Ernest Onana und der Schmetterlings-Fachmann Ambroise.
Gemeinsames Abendessen auf der Terrasse - meist gegrillter Fisch, auf Wunsch auch etwas Anderes. (F / M / A).

Späterer Reisebeginn:
Sie können auf Wunsch auch einen Tag später nach Yaoundé fliegen – am heutigen Sonntag. Abholung und Übernachtung im 3* - Hotel Merina, dem früheren Novotel, mit schönen Zimmern. Am nächsten Vormittag individuelle Stadttour.

3. Tag: Ebogo – Yaoundé (120 km) – Flug nach Garoua
PirogeNach einem herzhaften Frühstück gleiten wir lautlos in traditionellen Einbäumen, den Pirogen, auf dem Nyong durch den Urwald: ein sehr "nachhaltiges" Erlebnis. Nach etwa anderthalb Stunden passieren wir den größten Baum der Gegend, ein Urwaldriese mit 12 Metern Durchmesser. Weiter zur Papageien-Insel; mit Glück sehen wir Schimpansen. Am Ende der Trockenzeit (Dezember bis März) ragen durch das dann tief stehende Wasser große Felsen aus dem dunklen Wasser.
Mittagessen auf der großen Terrasse am Fluss; Fahrt zurück nach Yaoundé und wieder zum Flughafen. Die gute gewartete Boeing 737 der nationalen Airline Camair-Co startet um 16:15 Uhr zum Direktflug nach Garoua in den „hohen Norden“; sie ist 940 Straßen-km entfernt Vorgesehen Ankunft um 17:55 Uhr und Begrüßung durch das kundige Team im Norden; Reiseleiter ist meist Professor Sambo aus Maroua, der fließend deutsch spricht.
Fahrt zum guten Hotel „Relais St Hubert“ mit Stroh gedeckten Bungalows in einem großen Garten.
Garoua, größte Stadt in Nord-Kamerun, hatte vor allem unter dem vorletzten Präsidenten Ahmadou Ahidjo Gewicht, der von hier stammte, das Land seit der Unabhängigkeit 1960 bis 1982 regierte und den mehr muslimischen Norden förderte. Garoua hat eine Universität und den einzigen Binnenhafen des Landes - aber der Bénoué ist nur von Juli bis Oktober schiffbar. Garoua ist auch das Zentrum des Baumwoll-Anbaus; geerntet wird im Februar/März.
(F / M / A)

4. Tag: Garoua – Pouss - Maroua (ca. 400 km)
Es gibt auch Flüge nach Maroua, aber für uns leider an den „falschen“ Tagen. Deshalb verlassen wir gegen 8 Uhr das Hotel und fahren zügig auf der guten Asphaltstraße über Figuil nach Maroua (gut 200 km).
In Maroua eine kurze Erfrischung und Weiterfahrt nach Osten, bis an die die Grenze zum Tschad; von den 100 Kilometern sind aktuelle nur die letzten 12 nicht asphaltiert. Pouss liegt direkt am Logone-Fluss; wir sehen den verzierten Palais (Saré) des Sultans (Lamido). Außerhalb des Ortes sehen wir noch traditionelle, kuppelförmige Hütten der hier lebenden Mousgoum. Sie sind bis zu 7 m hoch. Das große Ereignis heute ist der Dienstags-Markt; viele Händler kommen auf dem Logone (Grenzfluss zum Tschad) mit ihren Booten, anderen auf Kamelen oder Eseln. Es ist ein Markt mit Fischern und Bauern, Sesshaften und Nomaden. Wir begegnen hier u.a. den ansässigen Mousgoum, Massa, arabischen Shoa, Kanouri vom Tschadsee und den Fulbe.

See
Mousgoum
  Foto: Hartmut Assmann

Nach dem Marktbesuch geht es rund 10 km nach Westen, zum Ort Maga. Der große Maga-See ist ein kontrolliert überflutetes Gebiet und dient der Bewässerung ausgedehnter Reisfelder. Mittlerweile haben sich Inseln und Kanäle gebildet; Fischer siedeln auf angelegten Hügeln im See. Die Wasserlandschaft mit ihren Wohnhügeln, Palmen (auch Flusspferden) ähnelt dem Okavango-Delta in Botswana... wir unternehmen hier eine etwa einstündige Bootsfahrt.
Rückfahrt nach Maroua. Abendessen und Übernachtung im gemütlichen „Relais Porte Mayo", mit guter Küche und großen, klimatisierten Bungalows im Stil von Rundhütten, deutsche Leitung.
(F / M-Pn / A)

5. Tag: Maroua
Mit seinen schattigen Alleen und vielen Lehmhäusern hat sich Maroua zum großen Teil noch einen ländlichen Charakter bewahrt. Hier leben viele Kunsthandwerker, z.B. Schnitzer und Gelbgießer. Wir besuchen den zentralen Markt, das Handwerkszentrum und anschließend die Färber am Rand der Stadt. Besuch des Projektes "Avenir Femme", wo junge Frauen Basiswissen nachholen können und eine praktische Ausbildung erhalten; das Projekt wurde von BROT FÜR DIE WELT finanziert. Mehr...
Ausgiebige Mittagspause bis ca. 16 Uhr im gemütlichen Hotel. Sie können hier unter dem großen Dach eines offenen Rundhauses sitzen und die bisherige Reise Revue passieren lassen, überragt von hohen Neem-Bäumen.
Wir besuchen dann Reisbauern außerhalb von Maroua und können in einen Dorf Hirsebier verkosten.
Einladung zum Abendessen bei unserem Partner Dabala Dji und seiner Frau Massi. Eine Tochter studiert schon, aber auf jeden Fall werden noch zwei etwas jüngere Töchter und der 14-jährige Sohn Michel im Haus sein. Dabala stammt aus den Mandara-Bergen (Rhumsiki) – unserem morgigen Ziel.
(F / M-Pn / A)

6. Tag: Maroua – Tourou – Rhumsiki (200 km)
Bei Mokolo, 80 km westlich,  besuchen wir der letzten traditionellen Schmelzöfen für Eisenerz, der ganz aus Lehm gebaut ist und von einer Fetischfigur bewacht wird. Weiterfahrt von 35 km nach Nordwesten auf einer Piste nach Tourou an der nigerianischen Grenze. Heute, am Donnerstag, ist hier der Markt - einer der interessantesten von ganz Westafrika. Die Anreise auf schlechter Piste lohnt sich: viele Frauen tragen rote, bemalte Kalebassen wie Sturzhelme auf dem Kopf. Die Rückfahrt auf der gleichen Route wird uns nicht langweilig werden - die Landschaft ist abwechslungsreich.

Markt in Tourou
Rhumsiki

50 km sind es von Mokolo via Mogodé nach Rhumsiki. Vor allem der zweite Teil zwischen Mogodé und Rhumsiki mit den Vulkanfelsen (Basaltfüllungen einstiger Vulkane) ist einzigartig und wurde vom Pariser Schriftsteller André Gide (1869 - 1951) etwas euphemistisch als „schönste Landschaft der Welt" bezeichnet.
Abendessen und Übernachtung in Rhumsiki, mit Blick auf die berühmten Vulkanfelsen. Dort gibt es ein gemütliches, rund 50 Jahre altes "Campement"-Hotel mit strohgedeckten Rund-Bungalows, das einem Kameruner gehört und vor drei Jahren renoviert wurde. Wir besuchen das urwüchsige Dorf und dort auch einen der traditionellen Weber. Beim Campement erleben wir den traditionellen Sicheltanz (Erntetanz) der jungen Mädchen.
(F / M-Pn / A)

7. Tag: Rhumsiki – Maroua – Garoua (330 km)
Der Schmied von Amsa bei Rhumsiki deutet mit seinem „Krabbenorakel“ die Zukunft – danach wie eine Süßwasserkrabbe in einer großen Kalebasse kleine Stöckchen verschoben hat. So auf die Zukunft vorbereitet, fahren wir zurück nach Mokolo und weiter nach Maroua - vorbei an Trümmerbergen, an die sich kleine Rundhüttendörfer schmiegen. Diese Straße von Westen stößt 12 km südlich von Maroua auf die N 1, die wichtigste Verbindung von Norden nach Süden. Mittags-Picknick.

Wahrsager
Fluss

Südwestlich von Guider kommen wir zu den rätselhaften Felsgravuren von Peske Bori. Es sind hunderte von Ritzungen in verstreuten Kalk-Marmorsteinen, meist abstrakte Symbole, aber u.a. auch eine Schildkröte; entstanden in der frühen Eisenzeit (2.500 bis 1.500 v.Chr.). Etwas weiter sehen wir Abdrücke von Dinosauriern, die hier vor etwa 100 Mill. Jahren lebten.
10 km weiter östlich strömt der Mayo Louti nach der Regenzeit (bis Oktober) braun schäumend durch eine 20 m hohe, schmale Schlucht aus schwarzen und hellgrauen Basaltfelsen: Gorge du Kola. Aber auch in der Trockenzeit ist dieser Ort sehr eindrucksvoll.
Garoua ist die Hauptstadt des Nordens. Sie hatte vor allem unter dem vorletzten Präsidenten Ahmadou Ahidjo Gewicht, der von hier stammte und das Land seit der Unabhängigkeit 1960 bis 1982 regierte und den mehr muslimischen Norden förderte. Garoua hat eine Universität und den einzigen Binnenhafen des Landes - aber der Bénoué ist nur von Juli bis Oktober schiffbar. Hier ist auch das Zentrum des Baumwoll-Anbaus; geerntet wird im Februar/März. Sie können am Markt Händler mit traditioneller Medizin besuchen- unter anderem Affen- und Krokodilköpfe, Krallen, Rinde, und viele Kräuter.
Hotel Relais St. Hubert mit großen, Stroh gedeckten Bungalows und Pool, Abendessen.
(F / M-Pn / A)

8. Tag: Garoua – Wangai ( 230 km)
In Garoua gibt es auch interessante Märkte - wir wollen den Vieh- und Fischmarkt an der Brücke besuchen, auf jeden Fall aber Händler mit traditioneller Medizin - unter anderem Affen- und Krokodilköpfe, Krallen, Rinde, und viele Kräuter.
Wir fahren nun südlich knapp 95 km nach Gouna und von dort nach Westen auf einer schmalen Straße, zunächst nach Poli und Finyolé. Dort gibt es schon seit den 50er Jahren eine katholische Missionsstation; hier wirkte bis in die 90er Jahre der frz. Pater Chauvat. Noch immer hängt hier ein Holzkreuz in der Astgabel eines ehemaligen Fetischbaums.
Hier und weiter südlich bis Voko ist das Siedlungsgebiet der Dowayo, weiter östlich bis Poli leben die Namdji. Der Ahnen- und Totenkult wird durch die Missionierung (die meisten sind nun Christen) nicht mehr praktiziert: einige Monate nach der Beerdigung (in Sitzhaltung) wurden die Schädel herausgeholt und in Tongefäßen aufbewahrt. Mit Perlen verzierte
Puppen dienen dem Fruchtbarkeitskult (s. Buch von Christoph Krüger: Namchi: Puppen aus Kamerun – die Dowayo und ihr Kult, nur noch antiquarisch). Wir finden sicher Puppen zum Kauf in einem der Dörfer. Die Dowayo leben in kunstvollen Hütten mit spitzen Strohdächern. Wir werden eines der Dörfer besuchen.
Südlich bis Voko leben auch sesshaft gewordene Fulbe-Mbororo als Ackerbauern, die meisten sind Muslime: nirgendwo in Kamerun gibt es religiöse Spannungen oder Probleme zwischen Muslimen, Christen und Animisten, es herrscht eine beispielhafte Toleranz. Unbedingt besorgen: das Taschenbuch „Traumatische Tropen“ von Nigel Barley, der zwei Jahre Feldforschung bei den Dowayo machte und so manche Überraschung erlebte…
In Voko erledigen wir Formalitäten mit der Gendarmerie und fahren mit zwei „Bodygards“ durch einen Teil des Naturreservats Faro, dem größten (330.000 ha) Schutzgebiet des Nordens. Es dämmert seit Jahrzehnten vor sich hin, und es gibt kaum befahrbare Pisten. Wir sehen hier meist Affen und Antilopen, mit Glück auch Löwen.
In Wangai enden alle Pisten nach Norden; die Grenze zwischen Kamerun und Nigeria verläuft auf dem Bergkamm der Alantika-Berge. Vorstellung beim freundlichen Lamido; unser Partner Dabala beginnt mit den zunehmend lautstarken Verhandlungen, welche Träger und welcher Guide uns ab morgen in die Berge begleiten.
Für die Koma sind einfache Kernseife und Tabak, Reis, etc. gute Geschenke; das besorgt und bezahlt der Guide.
Unser Koch installiert seine Küche im neuen (2015) Camp von Wangai, an einem kleinen Fluss, mit 7 einfachen Rund-Bungalows, jeweils mit Dusche und WC.
(F / M-Pn / A)

9. Tag: In die Alantika-Berge nach Nagamalou
Frühstück um 6.30 Uhr. Mit Trägern und dem Nötigsten für zwei Nächte im Zelt nehmen wir den Bergpfad unter die Füße. Zunächst geht es etwa zwei Stunden in der Ebene nach Bimlerou Bas; hier leben schon viele Koma, am Rand der Berge. Weiter anderthalb bis zwei Stunden nach -, dem ersten unverfälschten Dorf der Koma. Hier gewinnen Sie die ersten, unverfälschten Eindrücke von der archaischen Lebensweise dieses fast vergessenen Bergvolkes.

Komafrauen
Koma-Dorf
Foto: David Kalda  

Fast alle Frauen tragen Blätterröcke, und rauchen begeistert Pfeife mit selbst angebautem Tabak. Die kunstvollen Pfeifen können Sie dort kaufen. Die Menschen sind vollkommen natürlich und wir bitten, vor allem beim Fotografieren behutsam vorzugehen und nicht sofort die Kamera zu zücken... nehmen Sie sich Zeit.
Nach dem Mittags-Picknick geht es weitere anderthalb bis zwei Stunden - diesmal recht steil - hoch zum Dorf Nagamalou, gelegen in einem Felskessel. Wir bauen unsere Zelte auf, richten uns ein, freundlich und distanziert umringt von freundlichen Koma.
 (F / M-Pn / A)

Tanz Koma
Foto: Jens Teuchert

10. Tag: Alantika-Berge, Nagamalou – Koelo - Wangai - Poli (70 Fahrt-km)
Wir gehen gemütlich hinunter in die Ebene nach Koelo, ca. 2,5 Stunden. Besuch des Dorfes. Gemeinsam erleben wir dann einen traditionellen Tanz der Frauen und Mädchen, nur mit ihren traditionellen Blätterröcken bekleidet. Wir gehen dann auf Pfaden durch das gelbe Wintergras nach Osten, die Alantika-Berge im Rücken. Maximal drei Stunden dauert diese Wanderung über Bimlerou Bas zurück nach Wangai. Hier warten die Fahrer auf uns; Fahrt von 70 Kilometern und Übernachtung wieder in Poli (Zimmer jeweils mit Dusche/WC).
(F / M-Pn / A).

11. Tag: Poli – Rey Bouba - Bénoué-Nationalpark (ca. 260 km)
Frühe Abfahrt etwa um 7 Uhr, zurück auf die N1 bei Gouna, die wir nach 25 Kilometern wieder verlassen und quer durch den nördlichen Teil des Bénoué-Parks fahren, dann über Taparé nach Rey Bouba. Wir sind hier im Zentrum eines der letzten intakten Königreiche. Der Sultan (nicht Lamido) herrscht wie im Mittelalter über fast 60.000 Untertanen und kontrolliert ein Gebiet so groß wie Belgien und Luxemburg zusammen. Der Ort wurde 1799 von seinem Urahn Bouba N´Djida (nachdem der Nationalpark benannt ist) gegründet, einem Peulh aus Mali.
Der traditionelle Palast ist von 800 m langen und 7 m hohen Lehmmauern umschlossen. Hier befinden sich ausgedehnte Repräsentations- und Residenzräume und Hütten für seine diversen Frauen. SultanTraditionell darf der Sultan nur dreimal im Jahr den Palast verlassen. Spione unterrichten ihn über alles, was in seinem Reich vorgeht. Dennoch ist Sultan Aboubakari Abdoulaye ein moderner Mann, der Rey Bouba auch den Besuchern gegenüber öffnete; er war bis zu seiner Einführung 2006 Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Sein Vorgänger und Bruder regierte nur drei Jahre und starb mit 28 Jahren. Wir müssen vorher unseren Besuch ankündigen und haben gute Chancen, vom Sultan empfangen zu werden.
Fahrt zurück zur N 1 und weiter in den Südteil des Nationalparks.
Der Bénoué-Nationlpark erstreckt sich halbmondförmig auf etwa 60 km Länge östlich der N 1. Es ist eines der ältesten Schutzgebiete; war im 19. Jh. für den Lamido von Rey Bouba zur Jagd vorbehalten, wurde schon 1932 zum Reservat und 1968 zum Nationalpark. Zwar sind die illegalen Goldschürfer nicht mehr zu Tausenden im Park, aber Wilderei (vor allem auf Elefanten) im abgelegenen Norden ist noch immer ein Problem; die Regierung unternimmt fast nichts dagegen.
Man sieht fast immer Antilopen und Affen, mit Glück auch Giraffen, Büffel, mit viel Glück Löwen. Wir fahren rund 40 km im Nationalpark zum renovierten Campement „Buffle Noir" im Südosten des Bénoué-Nationalparks. Es ist ein rustikales Busch-Hotel mit Bungalows, in der Wildnis an einem „Mayo" (im Winter austrocknender Fluss).
Renoviertes Camp mit Rund-Bungalows direkt am Flussbett des Bénoué und Safari zur Dämmerung. Giraffen, Antilopen und Büffel sind fast immer zu sehen.
(F / M-Pn / A)

12. Tag: Bénoué-Nationalpark – NGaoundéré – Ranch von NGaoundaba (170 km)
Auf Wunsch unternehmen Sie eine weitere Pirschfahrt am Morgen vor dem Frühstück – Aufstehen um fünf Uhr… Gemeinsames Frühstück um halb 8, dann gemeinsam etwa eine Dreiviertelstunde einen schönen, schmalen Pfad entlang des Bénoué-Trockenbetts, zur Sicherheit gegen wilde Tiere mit einem bewaffneten Ranger. Dort ist in einer Vertiefung auch in der Trockenzeit immer Wasser, und hier lagern oft bis zu 80 Hippos, Flusspferde, auf

Palast
See

einer Sandbank; wird es dann heißer, gleiten sie ins Wasser.
Fahrt zurück auf die N 1 und weiter nach Süden. Wir sehen heute sicher Peulh (auch Fulbe oder Fulani genannt). Einst Vollnomaden, sind sie von schlanker Statur, relativ hellhäutig; die (oft wunderschönen) Frauen geschminkt und geschmückt. Reiterheere der Fulbe unterwarfen Ende des 18. Jhdts. den Norden Kameruns und gründeten die Lamidate. Als Bororo-Nomaden sind sie in Niger bekannt und feiern dort jährlich im September die Gerewol-Hochzeitsfeste (s. Special Tour Niger); andere Gruppen haben sich im Hochland von Guinea festgesetzt.
Ngaoundéré ist eine angenehme Stadt und Sitz eines noch immer mächtigen Lamidos.
Noch sehr traditionell ist das Lamidat von Ngaoundéré – wir besuchen es. Beeindruckend ist der alte, strohgedeckte Empfangssaal mit mächtigen, wulstig-bunt verzierten Säulen.
Fahrt auf guter Asphaltstraße nach Süden zur Ranch von NGaoundaba, unserem „Wellness-Ziel“ bis morgen. Vorher halten wir an den Vina-Wasserfällen.
Die Ranch de NGaoundaba ist ein magischer Ort der Entspannung und Naturnähe; hinter den drei Rund-Bungalows und den insgesamt 17 Zimmern in drei Gebäuden leuchtet ein fischreicher Kratersee, umgeben von Palmen und dichtem Grün. Die Mahlzeiten werden im ebenso rustikalen Haupthaus am langen Tisch serviert. An den Wänden hängen Antilopenhörner und andere Jagd-Trophäen. Sie künden von der Geschichte der Ranch, die Ende der 50er Jahre vom Franzosen Henri Eyt-Dessus für Jagd-Safaris gegründet wurde. Er starb 1989; sein Sohn Pascal macht weiter – ohne Jagd, aber mit Rinderzucht auf 34 Hektaren Land; es gibt 14 fest angestellte „Cowboys“.
Abendessen in rustikaler Umgebung (Mauern aus Vulkansteinen, Jagd-Trophäen), am langen Tisch.
(F / M / A)

13. Tag: Ranch von NGaoundaba – Bahnfahrt nach Yaoundé (oder morgen Flug)
EisenbahnWer gern angelt, kann mit Glück einen anderthalb Meter langen Capitaine-Fisch aus dem Kratersee holen. Sehr lohnend ist ein etwa einstündiger Gang um den See herum – meist begleitet uns die Schäferhündin mit ihren zwei „Kindern“. Auf der Ranch leben viele Vogelarten, erst im Frühjahr 2013 wurden drei bisher unbekannte Spezies hier entdeckt.
Gegen 16 Uhr Rückfahrt nach NGaoundéré und ab 19:15 Uhr Beginn der Bahnfahrt nach Yaoundé. Der täglich verkehrende Zug ist tatsächlich fast immer pünktlich – ab Yaoundé fährt der Gegenzug um die gleiche Zeit, und es gibt nur eine Ausweichstelle. Der Zug besteht aus Waggons mit Sitzbänken (2. Klasse) und Waggons mit Abteilen 1. Klasse. Übernachtung in 2er-Abteilen der 1. Klasse (sauber bezogene Liegen); Essen im Abteil oder im Speisewagen. In den Gängen wachen Security-Mitarbeiter.
(F / M / A)

14. Tag: Yaoundé – Abflug (oder Flug nach Yaoundé)
Der Zug kommt in der Regel zwischen 7 und 9 Uhr in Yaoundé an. Es gibt für den heutigen Tag mehrere Möglichkeiten:

  • Wenn Sie abends zurück fliegen, Entspannung in Yaoundé, z.B. in Noahs Country Club des-Tennisweltmeisters Yannick Noah mit Pool;
  • Tagesausflug, z.B. zu den Nachtigal-Wasserfällen mit Bootsfahrt (dann Bahnfahrt bis Obala, 60 km nördlich von Yaoundé);

Wenn Sie verlängern oder ab Douala zurück fliegen, entspannte Fahrt mit dem neuen Intercity-Zug nach Douala, ab 10:25 Uhr, ca. drei Stunden.
 

Leistungen: Programm wie beschrieben; volle Verpflegung bis auf Abendessen am 1. und 14. Tag; deutschsprachige Reiseleitung ab 5 Teiln.; Inlandsflug Yaoundé – Garoua; Bahnfahrt 1. Klasse/Liegewagen NGaoundére – Yaoundé;  Campausrüstung (neuwertige Kuppelzelten, Schlafmatte, Toilettenzelt), Reisehandbuch KAMERUN von W. Gartung mit Landkarte, Visabeschaffung.

Nebenkosten: Linienflüge; nicht enthaltene Mahlzeiten; Visakosten (120 € ); Versicherungen, Getränke (z.B. Mineralwasser), Fotogebühren z.B. bei Dorfbesuchen, Trinkgelder.

 

Tourdaten
Termine / Preise
09.12.2017 - 23.12.2017: 2390.00€
13.01.2018 - 27.01.2018: 2390.00€
10.03.2018 - 24.03.2018: 2390.00€


Basispreis: 2.390 €
+ Flug ab ca. 650 €
Einzelz.-Zuschlag: 240 €
3 Teiln.: + 200 € p.P.
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OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
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