Tour 302 - Reiseverlauf

Das Beste von Kamerun

Norden, Westen - mögliches Vorprogramm Regenwald mit Gorillas

Es gibt kaum andere Länder in Afrika mit einer so guten touristischen Infrastruktur, so unterschiedlichen Kulturen und Landschaften. Der Kamerun-Reiseführer von W. Gartung ist im Januar 2015 im Verlag Reise Know-How erschienen; Sie erhalten ihn kostenlos nach der Buchung.

Diese hoch interessante Reise zu allen Höhepunkten Kameruns wird meist von Dabala Dji (englischsprachig) mit Herrn Sambo (deutschsprachig)  geleitet. Wer auf Tierbeobachtungen Wert legt, sollte sie vor allem gegen Ende der Trockenzeit (März/April) unternehmen. Endlich ist dadurch der seit etwa drei Jahren durch Boko Haram gemiedenen Norden wieder in Teilen zu bereisen. Diese Reise beinhaltet im Norden auch den wildreichen Nationalpark Bouba-Njidja, den traditionellen Lehmort Rey Bouba und die Mandara-Bergen mit den Vulkanfelsen von Rhumsiki.

SIE SIND FLEXIBEL und können…

  • vorher die einwöchige Regenwaldreise 315 unternehmen (mit zwei habituierten Gorillagruppen);
  • am 9. Reisetag zurück fliegen oder an den Strand reisen, (also dann ohne den Westen, 10. – 14. Tag)

Diese Tour besticht durch viele Höhepunkte und einem hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Wir möchten auch den Tourismus in dieses hochkarätige, ganz zu Unrecht vernachlässige Reiseland wieder ankurbeln.

Die Höhepunkte auf einen Blick im Norden und Westen:

  • Gorilla- und Schimpansen-Waisen im Tropenwald-Nationalpark bei Yaoundé
  • Bahnfahrt in den Norden in nagelneuen Schlafwagen-Waggons, klimatisiert
  • Übernachtung auf der Rinderranch bei NGaoundéré mit einem Kratersee
  • Der wildreiche Nationalpark Boubandjida, mit dem Buschhotel eines Franzosen
  • Das Lamidat von Rey-Bouba mit dem uralten, Stroh gedeckten Lehmpalast
  • Übernachtung und Bootsfahrt am Lagdo-See
  • Die Kola-Basaltschlucht und geheimnisvolle  Felsgravuren
  • Der Markt im Bergdorf Tourou, wo Frauen rote Kalebassen tragen
  • Die wilden Mandara-Berge mit den Basaltfelsen von Rhumsiki
  • Gacha-Stiftung in Bangangté mit Kunsthandwerk, einem kleinen und feinen Hotel
  • Fürstentümer, Chefferien bei Bangangté und Bafoussam
  • Der Königspalast und das neue, spektakuläres Museum in Foumban, Kunsthandwerker
  • Die grandiosen Ekom-Wasserfälle, Drehort des Tarzan-Films „Greystoke“
  • Buea, die alte Hauptstadt von Deutsch-Kamerun am Fuß des 4.070 m hohen Mt. Cameroon
  • Limbe am Atlantik mit dem Wildlife Center und Botanischem Garten

Es gibt viele Möglichkeiten zur Verlängerung der Tour, schon ab einem Tag. Sportliche können z.B. den Mount Cameroun besteigen; Erholung wahlweise am schwarzen Strand von Limbe (neue Lodge eines dänisch-kamerunischen Paares, ca. 60 € pro Nacht) oder am Sandstrand von Kribi. Wir haben die Termine auch so abgestimmt, dass Sie 5 Tage vor dieser Reise den einzigartigen Tropenwald-Nationalpark Dzanga Sangha besuchen können - mit Pygmäen, zwei habituierten Gorillagruppen und auch vielen Waldelefanten, s. Tour 315.

Ekom-Fälle

Reiseverlauf*

* Der Reiseverlauf zeigt den “Idealzustand”. Änderungen durch behördliche Probleme oder Witterungsverhältnisse sind zwar selten, aber möglich.

Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag: (Nächstes Datum): Fr, 23. März 2018 *: Flug nach Yaoundé
„Gabelflug“ (hin nach Yaoundé, zurück ab Douala) – am besten mit BRUSSELS AIRLINES (Zwischenlandung in Douala) oder Nonstop ab Paris mit AIR FRANCE: Ankunft in Yaoundé am Abend  (BRUSSELS: 19.25 Uhr, AIR FRANCE: 20:25 Uhr). Der moderne Flughafen von Nisimalen (Dreilettercode: NSI) befindet sich rund 20 km nordöstlich der weitläufigen Stadt. Angenehmes, ruhiges Stadthotel mit klimatisierten Zimmern, das 3* Hotel Merina (Ex-Novotel).

* Spätere Anreise (z.B. für Lehrer, bei denen die Osterferien erst am 25.3. beginnen): Flug nach Yaoundé am So, 25.3. Am Montag Besuch von Yaoundé und dem Nationalpark Mfou; Flug am Nachmittag nach Garoua; Dienstag Fahrt nach Rey Bouba und Treff mit den anderen Reisenden; zurück nach Lagdo (s. 5. Tag).

2. Tag: Yaoundé - Bahnfahrt nach Norden
Die Hauptstadt Yaoundé bedeckt heute weit mehr als die ursprünglich 7 Hügel. Meist hässliche Prunk- und Zweckgebäude kontrastieren mit der Armut, und der pompöse Präsidentenpalast auf einem Hügel ist ein Symbol der korrupten Regierung unter dem seit 1983 amtierenden Paul Biya. Wir haben eine Stadtübersicht vom Mont Fébé; im nahen Benediktinerkloster wohnte „unser" Papst im März 2009 während seines Besuchs.
Wir unternehmen wir einen Ausflug in den kleinen Nationalpark von Mfou, 30 km südöstlich von Yaoundé. Hier leben verschiedene Primatenarten in Halbfreiheit - Gorillas, Schimpansen, Mandrills etc. Oft sind es Affenbabys, deren Eltern umgebracht wurden. Hier werden sie aufgenommen und gepflegt. Weitere Informationen
Die Abfahrt des Zuges nach Ngaoundére (rund 800 km) ist für 19:15 Uhr vorgesehen - man schmunzelt bei einer solchen Zeitangabe, aber der täglich verkehrende Zug ist tatsächlich fast immer pünktlich - im Norden fährt der Gegenzug um die gleiche Zeit, und es gibt nur eine Ausweichstelle. Der Zug besteht aus nagelneuen (Oktober 2017) Waggons mit Sitzbänken (2. Klasse) und Waggons mit Abteilen 1. Klasse. Übernachtung in 2er-Abteilen der 1. Klasse (sauber bezogene Liegen); Essen im Speisewagen. Es gibt in der Zugbar nur Wasser und Softdrinks zu kaufen. Sie können sich aber vorher noch Wein oder Bier besorgen, auch baguette, Käse, etc. (das „Bordessen“ ist nicht so toll). In den Gängen wachen Security-Mitarbeiter. ( F ).

3. Tag: NGaoundéré - Ranch von NGaoundaba (40 km)
Kunden, die 8 Tage vorher (17.3.) die Reise mit Dzanga Sangha begonnen haben, steigen in Bélabo bei Bertoua in den Zug dazu (nach Mitternacht). Die Ankunft in Ngaoundéré ist gegen 8 Uhr. Frühstück in einem Café der ruhigen Stadt mit frischem Joghurt. Ngaoundéré ist das Tor zum Norden. Man sieht nun kaum noch Mädchen in Jeans oder Männer in Anzügen; es dominieren bunte Wickelröcke und Kleider aus farbigen Stoffen, Männer tragen meist Boubous – weite, oft bestickte Gewänder mit bunten, weißen oder (bei den Fulbe) roten Kappen. Im Gegensatz zu Nigeria herrscht zwischen Muslimen und Christen eine unbegrenzte, freundliche Toleranz.
Während vor allem die Küstenregion Kameruns seit rund 500 Jahren (Handels-) Kontakt mit Europa hatte, führte der heutige Norden Kameruns ein isoliertes Eigenleben – das galt und gilt zum Teil noch heute besonders für animistische Völker. Wer sich nicht in flüchten konnte, geriet im 18. Jh. unter den islamischen Einfluss feudaler Königreiche. Die Lamidos hatten bis zum Beginn der Kolonialzeit praktisch unbegrenzte Macht. Noch sehr traditionell ist das Lamidat von Ngaoundéré – wir besuchen es. Beeindruckend ist der alte, strohgedeckte Empfangssaal mit mächtigen, wulstig-bunt verzierten Säulen.
Fahrt auf guter Asphaltstraße nach Süden zur Ranch von NGaoundaba, unserem „Wellness-Ziel“ bis morgen. Vorher lohnt (besonders zwischen August und November, nach der Regenzeit) ein Besuch der Vina-Wasserfälle.

Die Ranch de NGaoundaba ist ein magischer Ort der Entspannung und Naturnähe; hinter den drei Rund-Bungalows und den insgesamt 17 Zimmern in drei Gebäuden leuchtet ein fischreicher Kratersee, umgeben von Palmen und dichtem Grün. Die Mahlzeiten werden im ebenso rustikalen Haupthaus am langen Tisch serviert. An den Wänden hängen Antilopenhörner und andere Jagd-Trophäen. Sie künden von der Geschichte der Ranch, die Ende der 50er Jahre vom Franzosen Henri Eyt-Dessus für Jagd-Safaris gegründet wurde. Er starb 1989; sein Sohn Pascal macht weiter – ohne Jagd, aber mit Rinderzucht, auf 34 Hektaren Land; es gibt 14 fest angestellte „Cowboys“.
Wer gern angelt, kann mit Glück einen anderthalb Meter langen Capitaine-Fisch aus dem Kratersee holen. Auf der Ranch leben weit über 250 Vogelarten, erst im Frühjahr 2013 wurden drei bisher unbekannte Spezies hier entdeckt. (F / M / A).

4. Tag: Ranch von NGaoundaba –  Nationalpark Boubandjida (340 km)
15 km nördlich von NGaoundéré  fällt die Straße kurvenreich vom Adamoua-Plateau in die Ebene. Unterwegs sehen wir sicher Peulh (auch Fulbe oder Fulani genannt). Einst Vollnomaden, sind sie von schlanker Statur, relativ hellhäutig; die (oft wunderschönen) Frauen geschminkt und geschmückt. Reiterheere der Fulbe unterwarfen Ende des 18. Jh. den Norden Kameruns und gründeten die Lamidate. Als Bororo-Nomaden sind sie in Niger bekannt und feiern dort jährlich im September die Gerewol-Hochzeitsfeste; andere Gruppen haben sich im Hochland von Guinea festgesetzt.
Wir fahren nach Osten, bis Tcholliré. Von hier sind es noch etwa 150 km bis in den Nationalpark. Es geht weiter nach Osten zum Boubandjida-Nationalpark, wir sehen ca. 80 Mill. alte Dinosaurier-Spuren. Der Nationalpark von Boubandija ist mit 220.000 ha noch etwas größer als der von Bénoué, aber wesentlich isolierter und wildreicher; im Norden grenzt er an den Tschad. Zahlreiche Mayos (temporäre Flüsse) durchschneiden das hüglig-bergige und Gelände; im Zentrum der Mayo Lidi, an dem das Campement mit seinen 7 schönen Rundhütten (Boukarous) liegt. Es wird vom französischen Paar Paul und Mai Bour geführt, die auch Wildhüter und Ranger ausgebildet haben. Paul lebt seit über 20 Jahren in Nord-Kamerun.

Antilopen
Zimmer

Wir unternehmen vor dem Abendessen eine Pirschfahrt. Es gibt im Nationalpark die seltenen, großen Elen-Antilopen, Löwen, Giraffen, Elefanten, Büffel, Gazellen, Flusspferde und viele Tiere mehr. Die Lodge wurde 2016 renoviert. Die Zimmer und das Restaurant sind  geschmackvoll dekoriert; das Essen ist hervorragend. (F /M / A).

5. Tag:  Nationalpark Boubandjida – Rey Bouba – Lagdo-See (250 km)
SultanWeitere Pirschfahrt am Morgen vor dem Frühstück.
Tcholliré, 34 km südlich von Rey Bouba, ist der „Ableger" von Rey Bouba. Es ist die zweite Residenz des baaba (Vater), wie der islamische Herrscher von Rey Bouba, der Lamido, hier genannt wird. In Rey Bouba sind wir im Zentrum eines der letzten intakten Königreiche. Der Sultan (nicht Lamido) herrscht wie im Mittelalter über fast 60.000 Untertanen und kontrolliert ein Gebiet so groß wie Belgien und Luxemburg zusammen. Der Ort wurde 1799 von seinem Urahn Bouba N´Djida (nachdem der Nationalpark benannt ist) gegründet, einem Peulh aus Mali.
Der traditionelle Palast ist von 800 m langen und 7 m hohen Lehmmauern umschlossen. Hier befinden sich ausgedehnte Repräsentations- und Residenzräume und Hütten für seine diversen Frauen. Dennoch ist Sultan Aboubakari Abdoulaye ein moderner Mann, der Rey Bouba auch den Besuchern gegenüber öffnete; er war bis zu seiner Einführung 2006 Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Sein Vorgänger und Bruder regierte nur drei Jahre und starb mit 28 Jahren. Wir müssen vorher unseren Besuch ankündigen und haben gute Chancen, vom Sultan empfangen zu werden.
Fahrt weiter nördlich entlang des großen Lago-Stausees, den wir im Norden beim Ort Lagdo erreichen. Abendessen und Übernachtung im Hotel „Lagon Bleu“, das vor ca. 15 Jahren von einem Deutschen im tunesischen Stil erbaut und renoviert wurde. Vorher unternehmen wir noch eine kleine Bootsfahrt zu einer Insel mit vielen aufgetürmten Felsen, in denen die hasengroßen Klippschliefer leben. (F / M-Pn / A).

6. Tag: Lagdo – Garoua - Maroua (250 km)
Wir erreichen nach ca. 60 Kilometern die Asphaltstraße in Pitoa nördlich von Garoua (keine Sehenswürdigkeiten) und fahren rund 100 km nach Norden weiter, bis Kola. Bei Guider geht es zur Kola-Schlucht, 5 km. Das überwiegend trockene Flussbett (Mayo) des Loti = Mayo Loti besteht hier auf mehreren Quadratkilometern aus blaugrauen Granitfelsen, die rund ausgewaschen sind und sich zu einer fast 10 m tiefen Schlucht verengen. Jetzt in der Trockenzeit ist hier nur ein Rinnsal, aber der Ort bietet gute Möglichkeiten für das Mittags-Picknick.
Gleich nördlich außerhalb von Bidzar  besuchen wir rätselhafte Felsgravuren: ein Fötos, eine Schildkröte, eine Pfeife. Es gibt hunderte von Gravuren auf einer Fläche von einem mal 2,5 Kilometern, die zuerst 1933 erwähnt wurden. Sie stammen aus der frühen Eisenzeit  (2500 – 1500 v.u.Z.) Mehr Informationen.
Mit schattigen Alleen und vielen Lehmhäusern hat sich Maroua zum großen Teil noch einen ländlichen Charakter bewahrt. Hier leben auch viele (Kunst)-handwerker wie Weber, Gerber, und Gelbgießer (Bronzearbeiten).
Übernachtung im gemütlichen „Relais Porte Mayo", einer Wohlfühl-Oase mit Atmosphäre,  guter Küche und großen, klimatisierten Bungalows im Stil von Rundhütten, deutsche Leitung. Essen à la carte, ab ca. 10 € Abendessen nicht enthalten (F / M-Pn).

7. Tag: Maroua – Torou – Rhumsiki (200 km)
Bei Mokolo, 80 km westlich,  besuchen wir den letzten traditionellen Schmelzöfen für Eisenerz, der ganz aus Lehm gebaut ist und von einer Fetischfigur bewacht wird. Weiterfahrt von 35 km nach Nordwesten auf einer Piste nach Tourou an der nigerianischen Grenze. Heute, am Donnerstag, ist hier der Markt - einer der interessantesten von ganz Westafrika. Die Anreise auf schlechter Piste lohnt sich: viele Frauen tragen rote, bemalte Kalebassen wie Sturzhelme auf dem Kopf. Die Rückfahrt auf der gleichen Route wird uns nicht langweilig werden - die Landschaft ist abwechslungsreich.

Markt in Tourou
Rhumsiki

50 km sind es von Mokolo via Mogodé nach Rhumsiki. Vor allem der zweite Teil zwischen Mogodé und Rhumsiki mit den Vulkanfelsen (Basaltfüllungen einstiger Vulkane) ist einzigartig und wurde vom Pariser Schriftsteller André Gide (1869 - 1951) etwas euphemistisch als „schönste Landschaft der Welt" bezeichnet.
Abendessen und Übernachtung in Rhumsiki, mit Blick auf die berühmten Vulkanfelsen. Dort gibt es ein gemütliches, rund 50 Jahre altes "Campement"-Hotel mit strohgedeckten Rund-Bungalows, das einem Kameruner gehört und vor drei Jahren renoviert wurde. Wir besuchen das urwüchsige Dorf und dort auch einen der traditionellen Weber. Beim Campement erleben wir den traditionellen Sicheltanz (Erntetanz) der jungen Mädchen. (F / M-Pn / A)

8. Tag: Rhumsiki – Maroua (140 km)
Der Schmied von Amsa bei Rhumsiki deutet mit seinem „Krabbenorakel“ die Zukunft – danach wie eine Süßwasserkrabbe in einer großen Kalebasse kleine Stöckchen verschoben hat. So auf die Zukunft vorbereitet, fahren wir zurück nach Mokolo und weiter nach Maroua - vorbei an Trümmerbergen, an die sich kleine Rundhüttendörfer schmiegen. Wir besuchen den zentralen Markt, das Handwerkszentrum und anschließend die Färber am Rand der Stadt. Einladung zum Abendessen bei unserem Partner Dabala Dji und seiner Frau Massi, die beide aus den Mandara-Bergen kommen und schon lange mit ihren Kindern in Maroua leben. (F / M-Pn / A)

9. Tag (Samstag): Maroua – Flug nach Yaoundé – nach Bangangté (220 km)
Flug gegen 10 Uhr nach Yaoundé; Ankunft ca. 12 Uhr. Wir verlassen sofort Yaoundé nach Obala, rund 60 km nördlich; hier wird viel Obst und Gemüse für die Hauptstadt angebaut und folgen der makellosen N 4 nach Nordwesten.

Individuelle Änderung: Sie können ab hier die Reise beenden (Kurzreise oder Kombination mit der Tropenwaldtour 315 als Vorprogramm) oder individuell verlängern.

Einzelne Urwaldriesen ragen noch aus den Rodungen; kleine Straßendörfer säumen die Route. Nach 44 km überquert eine große Brücke den breiten, mächtigen Sanaga-Fluss. Bald ändert sich die Landschaft, es beginnt die Feuchtsavanne. Dann führt die Straße mit schönen Ausblicken auf das Hochplateau; Palmen und Baobabs (Affenbrotbäume) setzen fotogene Akzente.

Villa Boutenga
Zimmer

Wir fahren nach Bangangté und zur Fondation Gacha. Es gibt eine ganze Reihe von erfolgreichen Projekten und Ausbildungen (z.B. Schreiner und Schlosser) und Fabrikation von edlem Kunsthandwerk– viel wird mit Perlen gearbeitet, was bei den Bamiléké eine lange Tradition hat. Neben einem Kulturzentrum wird hier in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Architektur gelehrt; die wiederum basiert auf den chinesischen Prinzipien des Feng Shui, einer daoistischen Harmonielehre.
Zur Anlage gehört auch das 2013 eröffnete „Country-Hotel“, die Villa Boutanga. Es ist eigentlich keine Villa, sondern ein interessantes, wulstig-rundes, dreistöckiges Gebäude mit oben aufgesetztem Pavillon am Hang im Grünen mit schönen Zimmern. (F / A).

10. Tag: Bangangté und Chefferien (ca. 50 km)
Wir sehen drei traditionelle Architekturbeispiele: ein Familiengehöft der Bamiléké, eine große Hütte der Fulbe-Bororo und kunstvolle Lehmhütten der Mousgoum; sie leben im extremen Norden am Logone-Fluss bei Pouss.
Besuch von drei kleinen, interessanten Chefferien (Sitz lokaler Fürsten) in der Nähe: zunächst nach Bangwa, einige km nördlich von Bangangté. Bangwa ist klein, aber interessant und wurde im 17. Jh. gegründet. Auch hier führt eine Allee hinunter zum Palastbezirk mit alten Hütten aus Bambus. Alle Bangwa-Chefs häuften neue Kunst an oder sammelten alte – so lag es nah, für etwa 800 ausgewählte Objekte ein Museum zu gründen, das Ende 2011 eröffnet wurde. Es befindet sich im Palastbezirk, beschattet von alten Baobabs, mit Bananen- und Papaya-Stauden. Thema: Kunst, Jagd und Traditionen.
Die Chefferie Baham befindet sich 7 km südlich von Bandjoun. Sie wurde von drei Jägern zwischen dem 16. und 17. Jh. gegründet. Der alte Königspalast ist traditionell mit reich geschnitzten Pfosten gebaut, hier wurde auch Gericht gehalten. Zum Ensemble gehört ein sehenswertes Museum in einem eindrucksvollen, weißen, zweistöckigen Haus mit 6 Rundbögen und pyramidenförmigen Dächern.
Die Chefferie Batoufam ca. 20 km südöstlich, im Innern labyrinthisch und rustikal, wurde im 18. Jh. gegründet und ist von der klassisch-traditionellen Architektur her interessant. Der alte Königspalast ist traditionell mit reich geschnitzten Pfosten gebaut, hier wurde auch Gericht gehalten. Es gibt viel moderne Schnitzerei, s. Bild.
Evtl. können wir  die französische, 1943 geborene Autorin Claude Njiké-Bergeret auf ihrer kleinen Farm bei Bangangté treffen (wenn sie dort ist und es ihre Gesundheit zulässt). Sie war mit einem lokalen Fürsten in der Nähe als 26. Ehefrau verbunden. 1997 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, auch auf Deutsch erschienen (nur noch antiquarisch): „Afrikanische Leidenschaft“. Im Jahr 2003 erschien ihr Buch „Schwarze Weisheit - als Europäerin in einem afrikanischen Dorf“ und 2009 in Frankreich ihre Autobiographie „Agis d´un seul coer“ („Mit einem Herzen wirken“). Abendessen, 2. Übernachtung in der „Villa Boutanga“. (F / A).

11. Tag: Bangangté – Bafoussam - Koutaba (100 km)
Wir fahren zur bedeutenden, großen und traditionellen Chefferie von Bandjoun, 13 km südlich von Bafoussam. Das fast 30 m hohe Haus der Notabeln brannte 2005 ab und wurde in dreijähriger Bauzeit originalgetreu und kunstvoll wieder aufgebaut. Bafoussam ist die „Hauptstadt“ der Bamiléké, die vor allem als Händler dominieren. Hier wird auch der Arabica-Kaffee verarbeitet. Die Erntezeit endet im Januar.
30 km vor Foumban kommen wir nach Koutaba und zum nahen Kloster der Zisterzienser, die letzten vier Kilometer entlang einer - hier sehr seltenen - Allee aus Kiefern. Brüder der Zisternzienser waren ab 1951 erst im Regenwald und fanden 1968 den heutigen Standort. Wirtschaftliche Grundlage war (und ist bis heute) die Wiederbelebung einer aufgegebenen Kaffeeplantage und andere Landwirtschaft. 2003 beschlossen die Mönche den Bau eines neuen Klosters, so weit wie möglich aus Naturmaterialien (Holz, Steine, Lehm). Das Mutterhaus in Frankreich schuf eine internationale Website für dieses einzigartige Vorhaben und sammelte Spenden. Hinter der Mauer öffnet sich die neue Rundkirche. Unten im Shop können wir u.a. Kaffee und Marmelade der Mönche kaufen.
Abendessen und Übernachtung im angenehmen Paradise Hotel mit einem Innenhof. (F  / A).

12. Tag: Koutaba - Foumban - Dschang (160 km)
Das Sultanat von Foumban (20 km östlich) ist der südlichste Vorposten islamischer Kultur in Kamerun. Besuch des Palastes mit dem alten Museum - das dreistöckige Gebäude aus Ziegeln entstand ab 1917 unter König Njoya, der bis 1924 regierte. Er ließ sich vom deutschen Gouverneurspalast in Buea inspirieren. Nebenan steht das spektakuläre neue Museum,das von außen fertig ist, aber erst Ende 2018 eingeweiht wird. Beherrschend sind zwei mächtige Symbole der Bamiléké, beide Symbol der Weisheit:  die Doppelschlange (durch die Köpfe geht man hinein bzw. hinaus) und die darauf thronende Spinne – hier im Bild (ganz rechts ein Teil des alten Palastes).
Es ist auch interessant, den begabten Holzschnitzern oder Bronzegießern über die Schulter zu schauen. Auch Maler, Weber, Korbmacher und Sticker sind zu sehen. Nirgendwo sonst in Kamerun ist so viel und auch so viel gutes Kunsthandwerk "geballt" zu finden.
Zurück nach Bafoussam und 50 km weiter westlich bis Dschang, mit einer bedeutenden Universität. Das interessante Museum besuchen wir morgen nach dem Frühstück und können auf dem See Boot fahren...Neues, gutes Hotel („de Malte“) am See auf einem Hügel mit schönem Blick. (F / A).

13. Tag: Dschang - Ekom-Fälle - Villa Luciole (95 km)
Die Stadt ist nicht attraktiv, dafür aber das 2011 eingeweihte Museum: das Musée des Civilisations (Link mit vielen anderen Infos, in frz.) wurde von der Partnerstadt Nantes und der EU finanziert, gelegen an einem künstlichen See unweit unseres Hotels.
Fahrt nach Süden auf der alten deutschen Straße, in Serpentinen abwärts nach Melong. Abstecher nach Bafang, 20 km östlich, und kurzer Besuch der alten Chefferie, 1645 gegründet (ohne Museum). 500 m dahinter stürzen die Wasserfälle Chutes de Mouankeu aus dichtem Wald 40 m in einen Talkessel - das "Preludium" für die Ekom-Fälle rund 30 km südlich. Die Ekom-Fälle stürzen in einen 80 m tiefen, dicht bewaldeten Talkessel und sind die beeindruckendsten Wasserfälle des Landes (vor allem in/nach der Regenzeit von etwa August bis Dezember). Mehrfach tauchen sie im hervorragenden Tarzan-Film „Greystoke“ mit Christopher Lambert auf, der 1984 hier gedreht wurde. Die Villa Luciole nicht weit von den Fällen ist ein Landhotel mit 15 geschmackvollen Zimmern: im Haupthaus, der eigentlichen Villa von 1959, sind drei Zimmer, im Nebengebäude zwei, und verteilt auf rustikale Rundhütten (Boukaros)  nochmals 10.

Wasserfall
Hütte

Gute Küche, gemeinsames Abendessen mit anderen Gästen am langen Tisch. Hinter den rustikalen, mit Palmblättern gedeckten Rundhütten ist eine kleine Farm: hier werden Kohl, werden Bohnen, Kartoffeln und mehr angebaut. Alles wird überragt von den grünen, mächtigen Bergkuppen des 2.411 m hohen Manengouba-Gebirges. (F / M / A).

14. Tag: Villa Luciole – Buea – Limbe (280 km)
Aus dem kleinen Ort Penja südlich von Loum stammt der Penja-Pfeffer, von Gourmets hoch geschätzt (auch in Douala zu kaufen).
Buea („City of Hospitality“) ist eine aktive, dennoch relaxt-freundliche Stadt, überragt vom gewaltigen Kegel des 4.095 m hohen Vulkanriesen Mt. Cameroun und liegt auf klimatisch angenehmen 1.000 Metern über dem Meer. Strand LimbeFast übergangslos beginnen große Plantagen, meist mit Bananen, Ölpalmen und Tee; der Vulkanboden ist fruchtbar und an Niederschlägen fehlt es hier wahrlich nicht: mit über 200 Regentagen im Jahr liegt Buea weltweit ziemlich an der Spitze. Sehenswert sind neben der Landschaft die vielen, gut erhaltenen und noch genutzten Gebäude aus deutscher Zeit und der Bismarckbrunnen vor der Post - hier war von 1901 bis 1909 das Zentrum der deutschen Kolonialverwaltung. Zu Beginn des 1.Weltkriegs wurde Buea von den Briten besetzt und war ab 1919 Zentrum der britischen Kolonialverwaltung. Gouverneur von Putkamer gönnte sich ein Schlösschen (Fotoverbot!) im wilhelminischen Stil in bester Lage mit hohen Kiefern unten an der Straße.
Weiterreise nach Limbe, 40 km. Teeplantagen erstrecken sich zu beiden Seiten der Straße, die sich dann kurvenreich durch einen kleinen Wald schlängelt; vor Limbe fahren wir rechts auf den Engelsberg bergauf; die alte deutsche Kirche ist noch in gutem Zustand und wird genutzt. Der Blick von hier ist an klaren Tagen grandios: nach Limbe, auf den Atlantik, bis zur Insel Malabo. Die Lichter von Malabo sehen wir auch von der Terrasse des ruhigen Bungalow-Hotels Tsaben Beach, direkt am schwarz vulkanischen Strand, rund 20 km westlich von Limbe. Hier können Sie noch verlängern (geräumiges Zimmer mit Frühstück: 50 €, als Einzelzimmer 40 €).

15./16.  Tag: Limbe – Douala und Rückflug
Sie können den Vormittag noch am schwarzen Strand relaxen. Sehr interessant in Limbe ist der Botanische Garten, von den Deutschen ca. 1900 als Versuchsgarten angelegt, und das Wildlife Center, auch mit Schimpansen und Gorillas (ehemaligen Waisen) in großen Freigehegen. Natürlich wollen wir den Besuch dieser beiden Attraktionen nicht versäumen.
Am späten Nachmittag Fahrt in die Wirtschafts-Metropole Douala mit dem bedeutenden Hafen. Tageszimmer im deutsch geführten Seemannsheim mit Pool unter Palmen und Grillgerichten. Fahrt zum nahen Flughafen (F)


Leistungen: alle genannten Fahrten mit englischsprachiger Reiseleitung, Bahnfahrt im Liegewagen (2er-Abteil), Mahlzeiten wie angegeben (F = Frühstück, M = Mittagessen, oft Picknick, A = Abendessen), alle Eintrittsgelder, Kamerun-Reiseführer von W. Gartung, Reise Know-How-Verlag.

Nebenkosten: Flüge, Visakosten (120 €), nicht genannte Mahlzeiten, Getränke, Fotogebühren, Trinkgelder.

 

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
23.03.2018 - 08.04.2018: 2690.00€
21.12.2018 - 06.01.2019: 2690.00€


Basispreis: 2.690 €
+ Flüge (ab ca. 650 €)
EZ-Zuschlag: 290 €
Aufpreis p.P. bei 4 Teiln.: + 100 € p.P.
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