Special Tour Algerien - Reiseverlauf

Algier - Hoggar-Bergland

Ins Kernland der Tuareg mit dem Fest in der Bergoase Tazrouk

Tuareg Kamele
Karte

Erleben Sie exklusiv das Fest zu Ehren des Heiligen Moulay Abdallah: mit Silber-Amuletten reich geschmückte und geschminkte Frauen, Männer in glänzendem Indigo mit Schwertern und Lanzen, ein Kamelfest mit herausgeputzten Dromedaren. Hier wird die Welt der Tuareg-Ritter wieder lebendig. Das Fest ist der Höhepunkt einer Reise durch Landschaften, die einem fernen Planeten ähneln. Höhepunkt auch an Höhenmetern (über 2.700 m) ist der Bergsattel des Assekrem mit einem grandiosen Rundblick auf die erodierten Basaltschlote urzeitlicher Vulkane.

Diese Reise beginnt mit einem Besuch von Algier, der schönsten Stadt am Mittelmeer. Sie können hinterher noch die Oasenstadt Ghardaia anhängen oder in einem schönen, neuen Hotel am Mittelmeer verlängern, 20 km westlich von Algier.

Klima
Die Sahara im Sommer – eine Reise in den Backofen? Nicht im Hoggar-Bergland. Wir reisen in einer Höhe zwischen 1.400 und 2.700 Metern; nach kurzen Sommerregen ist Ende Juli der Hitze-Zenith ohnehin längst überschritten. Es herrschen hier in dieser Zeit Temperaturen von 35 - 40 Grad. Die Nächte sind lau, aber nicht heiß, die Tage lang und prall gefüllt mit neuen Eindrücken.

Ausrüstung
Für diese Reise brauchen Sie natürlich keinen (dicken) Schlafsack, sondern ein dünnes Modell und ein Schlafsack-Inlet aus Baumwolle (keine Mumien-, sondern Kastenform, damit Sie mehr Luft haben) bzw. zwei Leintücher für die wärmeren Regionen. Wenn Sie eine Isomatte haben, sollten Sie diese für besseren Schlafkomfort (manchmal harter Untergrund) ruhig mitnehmen.

Reiseverlauf *

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen sind möglich. Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag / So, 28.7. 2019: nach Algier
Flüge: Wenn Sie noch einen Tag zum Schluss am Meer verlängern und nicht weit von Frankfurt wohnen, sind Direktflüge mit AIR ALGERIE ideal: 14:30 – 17:20 Uhr. Alternativ Flug mit AIR FRANCE VON Ihrem nächstgelegenen Flughafen via Paris (Ankunft in Algier aktuell um 17:10 Uhr).
Abholung, Übernachtung in einem guten Hotel in der Innenstadt beim Boulevard zum Meer, meist das moderne City Hotel in einem prachtvollen Haus aus der frz. Kolonialzeit.

2. Tag / Mo, 29.7.: Algier – Abflug nach Tamanrasset
Besichtigung von Algier, der schönsten Stadt Nordafrikas. Sie erhebt sich mit ihren weißen, zum Teil prächtigen Häusern aus der französischen Kolonialzeit hügelwärts. Beeindruckend ist die „Schokoladenseite“ am Meer mit ihren riesigen Arkaden, Prachtbauten und der „Fischer-Moschee“ von 1660. Auf der anderen Seite des Platzes steht die Ketchaoua-Moschee, hervorgegangen aus einer Kathedrale. Von hier aus geht es über viele Treppen hinauf zum ältesten Teil Algiers, zur Kasbah.
AlgierDas Gassengewirr ist ebenso wie die alten Häuser mit ihren Holzstreben beeindruckend. Viele Häuser wurden bereits über das Kulturprogramm der UNESCO restauriert; die türkische Zitadelle hoch oben wird ebenfalls gerettet. Von hier bietet sich ein schöner Blick auf Algier und die weit geschwungene Bucht.
Sie sollten auch das Bardo-Museum besuchen (lokale Reiseleitung). Es befindet sich hoch über der Innenstadt in einem ehemaligen Landhaus aus dem 18. Jh., das im 19. Jh. von seinem französischen Besitzer erweitert wurde. Viele Räume sind mit alten Möbeln, Kleidung und Schmuck als Volkskunstmuseum eingerichtet; neuere Teile der Anlage ein prähistorisches Museum mit Nachbildungen von Felsbildern. Hier ist auch das Skelett der Tuareg-Königin Tin Hinane, die zusammen mit ihrer Dienerin in einem Steingrab 1925 bei Abalessa rund 100 km westlich von Tamanrasset gefunden wurde, s. 4. Tag.
Abflug aktuell nach Tamanrasset um 22 Uhr. Die Oasenstadt ist ebenso weit von Algier entfernt wie Frankfurt von Algier. (F).

3. Tag / Di, 30.7.:
Tamanrasset Ankunft um 00:25 Uhr (Zeitänderungen sind möglich) am modernen Flughafen von „Tam“, wie die Stadt nur genannt wird. Kurze Fahrt in die Stadt in das schöne „Boutique-Hotel“ unseres langjährigen Tuareg-Partner Azzouz Touhami, der „Résidence Khodja“: 11 sehr schöne Zimmer gruppieren sich um einen blühenden Innenhof (s. Bild).
Ausschlafen. „Tam“ liegt auf 1.320 m Höhe und ist auch deshalb im Sommer angenehm.

Hotel Tam
Kontraste in Tam

Bummel durch den alten Ortskern von Tamanrasset mit seinen rötlichen Lehmhäusern, uralten Tamarisken, kleinen Cafés und Händlern, die auch schöne Silberarbeiten der Tuareg aus Niger anbieten. Manchmal reitet auch noch ein Tuareg auf dem Kamel durch die Stadt… Wir besuchen auch das „Bordj“ von Charles de Foucault. Als der Eremit 1905 hier eintraf, lebten dort nur einige Tuareg-Familien. Sein Wüstenfort (hier fand er 1916 einen gewaltsamen Tod) ist heute im Zentrum. Tam hat heute über 110.000 Einwohner, aber im alten Zentrum noch immer den ursprünglichen Charme entfaltet.
Abendessen im Hotel. Wer Bier oder Wein möchte, kann sich das im 2018 renovierten Hotel „Tahat“ besorgen. (F / M / A).

4. Tag / Mi, 31.7.: Tamanrasset – Abalessa – und zurück (160 km)
Fahrt zunächst auf der N1 nach Norden, vorbei an der neuen Universität (2015) und dem Flughafen. In Tit biegen wir ab und fahren weitere 48 km nach Westen, vorbei an interessanten Felsgebilden. In Tit wurden 1902 die Tuareg von Franzosen besiegt, die sich mit den Tuareg-Erzfeinden aus Metlili bei Ghardaia verbündet hatten, den Chaamba. Die mysteriöse Tuareg-Königin Tin Hinan lebte etwa im 5. Jh; ihr Skelett mit Lederkleidung und Schmuck wurde 1925 gefunden und ist im Bardo-Museum von Algier zu sehen. Sie soll aus Marokko eingewandert sein; für die Hoggar-Tuareg ist sie die „Urmutter“.
Ein Steinweg führ zu Schautafeln und einigen einfachen Schaukästen mit Grabschmuck und Töpferarbeiten. Ein querliegender, gelber Felsen markiert die Grabkammer, ein Pfad führt entlang der Nekropole mit arabischen Inschriften und Gravuren von Rindern und Kamelen. Auf dem Rückweg legen wir eine ausführliche Mittagsrast an einem Trockental (Wadi) mit Tamarisken ein; die Begleitmannschaft legt einen Nomadenteppich und Matratzen aus, es gibt ein gutes kaltes Mittagessen und man kann auch hier schön entspannen.
Wir sind zurück in Tam, wenn die Schatten länger werden und können hier noch an der alten Hauptachse mit den roten Häusern und alten Tamarisken flanieren, einen Kaffee oder Tee trinken oder zum Beispiel bei Ali günstig schönen Schmuck, Lederbeutel oder nur eine Postkarte kaufen – das große „Maison d´Artisanat“ ist auch besuchenswert, und auch hier freuen sich die Händler über jeden der noch immer seltenen Touristen.
Abendessen auf der großen Terrasse des populären Restaurants Nina: leckere Chorba (Suppe) , gegrilltes Lamm- oder Hähnchenfleisch, Chawarma oder Paprikagemüse…
(F / M / A).

5. Tag / Do, 1.8.: Tamanrasset – Hirhafok – Tazrouk (270 km)
TazroukDie km-Zahl ist nicht erschreckend – über In Amguel (125 km) bis Azrouk ist alles asphaltiert. Weiterfahrt nach Osten zur Oase Hirhafok (67 km). Die traditionellen Häuser der kleinen, schönen Oase Idélès 27 km weiter (mit dem typischen Abschluss von Ziegeln im Dreiecksmuster) sind aus rötlichem Lehm gebaut. Die Gärten sind fruchtbar, oft beherrscht von großen Feigenbäumen und Feigen-Kakteen.
Vorbei an Felskugeln schraubt sich die Piste wieder hinauf in die Berge, vorbei am Fuß des I-n-Toukfissine, 2.300 m. Knapp 50 km hinter Idelès kommen wir zur Abzweigung nach Tazrouk (27 km) und sehen bald das Grün der Oase, gelegen an einem breiten, sandigen Oued. Für eine große Zahl von Dattelpalmen ist es hier zu hoch, der Ort liegt auf 1.822 m. In den Gärten dominieren Feigen-, Pfirsich-, Aprikosen- und Mandelbäume. Die meisten der einfachen Häuser wurden aus rötlichen Lehmziegeln gebaut.
Im Osten beherrscht der nadelförmige Vulkanberg Aokassit (2.058 m) den Horizont, im Norden erhebt sich der Azzaou (2.160 m). Übernachtung in einem oder mehreren Zelten der Tuareg.
(F / M / A).

6. Tag / Fr, 2.8.: Tazrouk – Mertoutek (130 km)
Am Vormittag erkunden wir die urwüchsige Oase und fahren etwa 15 km zum Oued Tazrouk. Hier sind einfache Felsgravuren zu sehen: u.a. Strauße und Rinder, auf einem anderen Felsblock Kamele und Schriften. Am Oued (Trockental) haben sich schon Gruppen von Gästen versammelt; viele Tuareg sind aus Tamanrasset und anderen Oasen per Kamel angereist. Wir nehmen teil am großen Fest zu Ehren des 1986 gestorbenen Heiligen Moulay

Tuaregfrau
Tazrouk Tänzer

Abdallah: hier wird die untergegangene Welt der Tuareg-Ritter wieder lebendig. Diese Feste heißen Ziara. Es sind meist folgende Darbietungen: Illougane: Männer mit ihren Festtagsgewändern und dem Tagelmust (Gesichtsschleier) aus Indigo reiten auf reich geschmückten Kamelen im Kreis. Tinde: Gesang von Tuareg-Frauen mit reich bestickten Blusen zum Rhythmus von Trommeln. Tazanghret: Rhythmischer Tanz der Männer, begleitet vom hohen Trillern der Frauen.
Wir fahren gegen Mittag zurück nach Idèles (65 km) und noch ca. 10 km westlich auf der Asphaltstraße, dann geht es auf eine steinige Piste weiter bergauf zur abgelegenen Oase Mertoutek. Auch sie liegt im „kühlen Bereich, auf über 1.800 m., aus Südausläufer des Teffedest-Gebirges. Es besteht nicht aus düsterem Basalt wie das Hoggar, sondern aus hellem, glatt geschliffenen Granit und Sandstein – spektakulär ist ein steinerner, liegender Elefant. Camp in einem Oued am Rand der Oase. (F / M / A).

Video (Bilder) You Tube

7. Tag / Sa, 3.8.: Mertoutek – Tam (290 km)
Die Umgebung von Mertoutek besticht mit von Schilf umstandenen, Palmen gesäumten Wasserbecken, Gueltas, und sandigen Flussbetten, den Oueds. Hier waren seit etwa 2006 keine Touristen mehr. Ein Tuareg-Führer begleitet uns etwa zwei Stunden in die Berge zur Erkundung von Felsbildern.
Am späten Vormittag Rückfahrt nach Hirhafok und von dort aus wieder auf der Asphaltstraße westlich nach In Amguel und südlich nach Tamanrasset. Abendessen und Übernachtung im schönen Hotel wie zum Beginn. (F / M / A).

8. Tag / So, 4.8.: Tamanrasset - Assekrem (85 km)
Das Hoggar oder Ahaggar ragt bis über 3.000 m in den Himmel, im Zentrum gebildet aus den stehen gebliebenen Basaltfüllungen erloschener Vulkane. Wir folgen der ringförmig angelegten Piste nach Norden. Immer wieder bieten sich neue landschaftliche Eindrücke in dieser scheinbar außerirdischen Landschaft: Riesige Granitkuppen, zu Kugeln und Blöcke zersprengte Berge, gezackt wie Rücken von Dinosauriern, Basaltfüllungen lange erloschener Vulkane wie überdimensionale Zuckerhüte oder zu “Orgelpfeifen“ erstarrte Lava. Wir fahren vorbei am Iharen und der Abzweigung zu den Gueltas, dann führt die Piste in engen Kurven bergauf. Wir passieren den markanten Berg Akar-Akar; der Legende nach war diese Bergfestung einst das Schloss des Riesen Akar. Die „Wellblech“-Piste führt nun wieder hinunter und nach einer Abzweigung zum Guelta von Afilal, umgeben von frischem Grün – ein schöner Platz für die Mittagsrast. Vorbei am Kletterberg Saouinane steigt die Piste nun bis zu 20% in engen Kurven zur Passhöhe an.

Frère Ventura, Assekrem
Assekrem

Der Pfad vom Rasthaus auf dem Assekrem (2.585 m) zum Bergsattel (2.726 m) wurde vor einem der hier lebenden Patres des von Foucauld gegründeten Ordens der "Kleinen Brüder Jesu" angelegt; in weniger als einer halben Stunde ist man bequem oben. Welch eine Aussicht! Eine große runde Emailtafel gibt Auskunft über die Namen der Vulkanberge in allen Himmelsrichtungen. Hier steht die Klause des Ordensgründers Charles de Foucauld, die er sich 1911 aus Vulkangestein errichtete; der Altar im Gebetsraum besteht aus Basaltplatten. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen die grandiosen Basaltriesen und Trümmerberge in rötliches Licht; man fühlt sich ausgesetzt auf einen fremden Planeten. Übernachtung unten am Bergsattel (Mehrbettzimmer mit Matratzen, Bettwäsche). (F / M / A).

9. Tag / Mo, 5.8.: Assekrem – Tamanrasset (82 km)
Genau in der Mitte der markanten Berggruppe ist zwischen dem 12. und 20.11. und dem 22. bis 30.1. Sonnenaufgang. Aber auch sonst lohnt sich das Aufstehen um halb 6. Bevor Bruder Ventura aus Spanien (hier seit dem Jahr 2000) den Tee serviert, lässt er einen allein und wir vielleicht sagen, das Stille das Wichtigste ist. Die Mönche der „Kleinen Brüder Jesu“ sind weltoffen und modern, aber haben keine Einnahmen. Man sollte zum Beispiel 1.000 Dinar (5 Euro) unter die Teekanne legen, wenn zu zweit, sonst mehr. Eine Flasche Rotwein wäre auch ein gutes Geschenk, oder Medikamente.
Nach dem Frühstück beginnen wir die Rückfahrt; die westliche Seite dieser ringförmigen Piste ist seit Jahren unbefahrbar, soll aber bald instand gesetzt werden. Davon würden auch zwei kleine Tuareg-Dörfer dort durch den Verkauf von Kunsthandwerk profitieren. Aber auch auf gleicher Strecke ist der Rückweg nicht langweilig: im Morgenlicht und von der Rückseite scheint es eine unbekannte Landschaft zu sein – wie auf einem anderen Planeten, aber nicht lebensfeindlich:
Nochmals eine Mittagsrast (Klappstühle, Matratzen) und zurück nach Tam, wieder im schönen Hotel.
(F / M / A).

10. Tag / Di, 6.8.: Rückflug oder Verlängerung 
Der Rückflug nach Algier ist für 01:25 Uhr angegeben, die Ankunft um 03:55 Uhr. Weiterflug mit AIR FRANCE via Paris, 10:40 – 13:15 Uhr und Weiterflug.

Empfohlene Verlängerung: Hotel AZ Palm Beach, Zeralda.
Fast alle Hotels westlich von Algier (Sidi Fred, Zeralda) stammen aus der sozialistischen Zeit, sind entsprechend gross, freudlos und veraltet. Nicht das neue AZ-Hotel 20 km westlich (40 km vom Flughafen, Vague d´Or oder Palm Beach: die Zimmer sind modern und einige Mit eienr Sitzgrupp, viele mit Meerblick. Wellness-Center, Pool. Doppelzimmer inkl. Frühstück ca. 100 €, mit Shuttle vom Flughafen.
Von hier können Sie gut die römischen Ruinen von Tipasa direkt am Meer besuchen, ca. 60 km westlich.

Rückflug dann z.B. am 11. Tag / Mittwoch mit AIR ALGERIE, 10:15 – 13:15 oder an einem anderen Tag mit AIR FRANCE.
 

Leistungen: Programm mit den genannten Hotelübernachtungen, deutschsprachige, professionelle Reiseleitung, volle Verpflegung vom 3. - 9. Tag, Landkarte, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Visagebühr (60 €) und -Beschaffung, Flüge nach Algier und zurück (ca. 300 €), Versicherungen, Mahlzeiten in Algier , Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
28.07.2019 - 06.08.2019: 1990.00€


Basispreis: 1.990 €
EZ-Zuschlag: 150 €
2 - 3 TN: + 300 €
Inkl. Inlandsflügen; Flug nach Algier max. 300 €.
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