Tour 162 - Reiseverlauf

Altertümer und Begegnungen im Nord-Sudan

Mit Übernachtungen in nubischen Häusern

Verlängerungsmöglichkeiten mit Ägypten oder mit Tour 400, Eritrea.

Nördlich von Khartoum strömt der Nil als riesiges „S“ durch die östliche Sahara. Hier erstreckt sich das antike Nubien. Die Bewohner wohnen oft in kunstvoll bemalten Häusern; das Leben verläuft hier zum Teil noch wie in alt-nubischen Zeiten. Keine Touristen-Nilschiffe verkehren hier, jeder Besucher ist noch ein Gast. Nubien heute – das ist wie Ägypten vor 100 oder mehr Jahren.
Schon vor den klassischen pharaonischen Dynastien wurden hier Tempel von schwarzen Pharaonen gebaut. Bereits der griechische Historiker Herodot wußte, daß in Meroe die Hauptstadt des Reiches Kusch lag, das sich ab etwa 1.000 v.Chr. entwickelte. Ab 1844 grub hier systematisch der preußische Archäologe Karl Lepsius. Die drei Bezirke der Nekropolen mit ihren 40 Bauwerken bilden die größte Konzentration von Pyramiden am Nil.
Diese Reise verläuft über Kerma nördlich nach Dongola und weiter nördlich bis Soleb und Tommos, vorbei an kleinen Dörfern mit oft farbenprächtigen Häusern. Immer wieder kommt es zu Begegnungen mit den freundlichen Menschen. Auch eine Fahrt mit der Feluke und dem typischen Dreiecks-Segel ist Teil dieser Reise. Die nubische Gastfreundschaft erfahren wir hautnah an 7 Tagen und Nächten bei Übernachtung in nubischen Häusern, die für Gäste hergerichtet wurden (s.u.) - das ist bequemer als im Zelt und preiswerter als durchgestylte Lodges und Camps wie bei der Tour 160.
Diese Reise wird von unserem bewährten Partner Ibrahim Abdelrahim organisiert, einem ägyptischen (selten) in Kairo lebenden Ägyptologen. Deutschsprachige, sehr gute Reiseleitung.

Termine, Durchführung: individuell. Beste Reisezeit: November bis April. Empfohlen: Reisebeginn am Dienstag (um die Derwisch-Tänze am Freitag/11. Reisetag zu sehen, Rückflug dann am Sa) ODER am 2. Tag nach Omdourman, dann Reisebeginn am Donnerstag.

Übernachtungen in nubischen Häusern, Essen: Während 7 Nächten schlafen wir in typischen nubischen Lehmhäusern. Sie haben mehrere Zimmer mit jeweils einigen Betten; Einzelzimmer können deshalb nicht immer garantiert werden. Alternativ können Sie ohne Aufpreis im Hof im Zelt übernachten (Schlafmatte mit hygienischem, abziehbarem Baumwollbezug). Die Zimmer sind in einem großen Hof, indem man auch sein Zelt bauen kann, wenn er nicht in Mehrbettzimmer möchte. In dem Hof ist eine große Küche, in der auch die Fahrer kochen, und 2-3 WCs und Duschen (getrennt). Abends gibt es leckere "Hausmannskost", wie Hühnchen oder "Miris" - ein Eintopf aus Schafsfett, Zwiebeln und getrockneten Okra. Eintöpfe werden regelmäßig mit einem Sorghumbrei (Asseeda) gegessen.
 

Reiseverlauf *
* Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag Flug nach Khartoum
Die günstigsten Verbindungen bietet Egypt Air via Kairo (15:25 - 02:10 Uhr ab Frankfurt), weitere Flüge z.B. mit TURKISH via Istanbul oder mti LUFTHANSA. Weitere Verbindungen: Royal Jordanian, Egypt Air, Turkish Airlines (Ankunft alles nachts). Abholung, Assistenz und Transfers zum ganz besonderen Hotel Assaha, das ganz aus Natursteinen erbaut wurde; viele der gemütlichen Zimmer im gleichen Stil öffnen sich in einen schattigen Innehof, tw. Holzbalkone.

2. Tag: Khartoum
Khartoum liegt an der Mündung des aus Äthiopien kommenden Blauen Nil in den Nil; auf der anderen Seite befindet sich die Omdourman. Nur wenige moderne und hohe Gebäude beherrschen die beiden Städte; im Bild dominiert das neue 5*- Hotel Corinthia - (Zimmer ab ca. 200 €).
1885 eroberte Khartoum der Mahdi von den Engländern und ließ aus Trümmern der „Stadt der Ungläubigen“ (Khartoum) Omdourman erbauen. Das Stadtbild beherrschen überwiegend arabische Sudanesen mit ihren blütenweißen Gewändern und Turbanen, Frauen in einfarbigen Kleidern und schwarze Süd-Sudanesen.
Vormittags Citytour in Khartum und Besuch des National-Museums mit umgesetzten Tempeln aus Nordnubien und den einzigartigen frühchristlichen Fresken der Kathedrale von Faras. Anschließend geht es zum Ethnographischen Museum.
ALTERNATIVE: Fahrt in die Schwesterstadt Omdourman, dort Besuch des größten Kamelmarktes des Landes, des Bazars und anderer Märkte.
Mittagessen in einem Restaurant am Nil (optional),  anschließend Fahrt mit dem Motorboot zum Zusammenfluß von Blauem und Weißem Nil (ca. anderthalb Stunden). Zurück zum Hotel, zweite Übernachtung.
(F).

3. Tag: Khartoum – Naqa - Pyramiden von Meroë (350 km)
Wir fahren entlang wuchernder Vororte nordwärts auf der rechten Nilseite und entlang einer Piste ca. 30 km südlich zum antiken Kulturzentrum von Naqa. Hier befinden sich die am besten erhaltenen Gebäude aus der meroitischen Zeit (ca. 4. Jh. vor bis ca. 3. Jh. n.Chr.). Die großfigürlichen Außenreliefs des Löwentempels sind Höhepunkte des späten meroitisch-ägyptischen Stils. Der„Römische Kiosk“ wird von griechisch-römischen Stilelementen beherrscht.
Weiter geht es nach Musawarat as-Sufra, zwischen Naqa und dem Nil, einem weitläufigen Tempelgelände mit seltenen Elefantendarstellungen. Der Ort ist berühmt für eine Vielzahl monumentaler Steingebäude, der „Großen Anlage“ mit einem Tempel aus dem 1. Jh. n.Chr. Eventuell waren die Rampen Teil eines Trainingszentrums für Kriegselefanten. Der Tempel des Löwengottes Apedemak (250 – 200 v.Chr.) wurde von Ostberliner Archäologen ab 1960 rekonstruiert.
Weiterfahrt zum kleinen Marktflecken Shendi am Nil, dann 40 km weiter entlang des Nils nach Meroe, einem der Höhepunkte dieser Reise. Dutzende schwarzer Pyramiden erheben sich wie eine Fata Morgana aus dem Wüstensand am Ostufer des Nils. Die ausgedehnten Gebäude der ummauerten Königsstadt wurden aus Lehmziegeln errichtet. Übernachtung in einem einfachen Gästehaus.
(F / M / A).

4. Tag: Meroë - Damer – Bayuda-Wüste Nuri - Karima (450 km)
160_Sudan_Meroe-Pyramids.jpgVormittags ausgiebiger Aufenthalt in Meroë. Bereits der griechische Historiker Herodot wußte, daß hier die Hauptstadt des Reiches Kusch lag, das sich ab etwa 1.000 v.Chr. entwickelte.
Ab 1844 grub hier systematisch der preußische Archäologe Karl Lepsius. Die drei Bezirke der Nekropolen mit ihren 40 Bauwerken bilden die größte Konzentration von Pyramiden am Nil. Sie können hier auch einen Kamelritt unternehmen.
Fahrt nach Ed Damer (ca. 100 km), Nilüberquerung nach Umm Tuyur im Westen. Wir durchqueren während der kommenden 270 km die Bayuda-Wüste nach Westen; der Nil verläuft in weitem Bogen weiter nördlich. Weitere Nebenpisten verlaufen neben der Hauptpiste; im Innern bilden dunkle Trümmerberge einen starken Kontrast zu den Sanddünen am Nil, die wir ab morgen sehen. Besuch von Nuri, u.a. mit Grabpyramiden der 26. Dynastie und der des Pharao Taharka. Insgesamt wurden hier 53 Königinnen und 19 Könige bestattet.
Übernachtung in einem nubischen Haus (einfach, evtl. Mehrbettzimmer) in Karima.
(F / M / A).

5. Tag: Karima – Jebel Barkal – El Kurru – Karima (40 km)
Aufstieg auf den Jebel Barkal und anschließend Besichtigung des großen Amuntempels von Napata aus dem 12. Jh. v. Chr., das unter Ramses II entstand. Er war das bedeutendste Kultzentrum der Kuschiten. Westlich des Jebel Barkal steht eine Gruppe schlanker Pyramiden, die dem Stil von Meroe mit abgesetzten Kanten entsprechen. Wir haben von oben einen schönen Blick auf die Pyramiden, die Wüste und die Oase am Nil. Weiter zur Nekropole von el-Kurru. Klassisch pharaonisch ausgemalt sind die unterirdischen Grabkammern des Königs Tanwetamani. Auf dem Rückweg Halt an einem versteinerten Wald.
 Übernachtung wieder im  nubischen Haus (einfach, evtl. Mehrbettzimmer) in Karima.
(F / M / A).

6. Tag: Karima - Kerma (240 km)
Durchquerung der Wüste von el Nekheila bis nach Kerma. Besuch von Kerma, der Hauptstadt des nubischen Reiches im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. Hier stehen die "Diffufa", wuchtige Ruinen von Tempelbauten aus Lehmziegeln, nur wenig jünger als die Pyramiden von Gizeh; vermutlich handelt es sich um Grabanlagen.  Übernachtung in einem nubischen Haus (einfach, evtl. Mehrbettzimmer) in Kerma.
(F / M / A).

7. Tag: Kerma – Sesibi – Soleb (130 km)
Wir fahren durch farbenfrohe nubische Dörfer, deren eigene Kultur noch sehr lebendig ist, nach Sesebi.  Dort besuchen wir den großen Tempel aus der Zeit Echnatons. Danach fahren wir weiter bis Soleb. Besichtigung des Tempels von Soleb, einer nubischen Variante der Großtempel des ägyptischen Pharaonenreiches, dessen Säulen an den Luxortempel erinnern. Übernachtung im nubischen Haus.
(F / M / A).

8. Tag: Soleb – Sdeinga – Sai – Soleb (110 km)
Heute fahren wir durch die Wüste nach Norden entlang des alten Darb el-Arbain, der "Straße der Vierzig" - ein Kamel benötigte auf dieser Strecke 40 Tage von Khartoum nach Kairo. In Seddenga Besichtigung der Tempelreste, die der Königin Teje gewidmet waren.
Anschließend unternehmen wir einen Ausflug mit einer Feluke (evtl. auch mit dem Motorboot) zur größten sudanesischen Insel Sai mit Resten aus altnubischer, pharaonischer und frühchristlicher Zeit. Dann geht es gemächlich zurück nach Soleb durch die Sandwüste. Wieder Übernachtung in einem nubischen Haus.
(F / M / A).

9. Tag: Soleb – Meseda - Sebu – Tombos (130 km)
Wir fahren nach Tombos. Unterwegs sehen wir prähistorische Felszeichnungen in Sabu-Jaddi mit hunderten von Felsgravuren auf vielen Felsen - von Giraffen, Rindern, und sogar Kirchen. Das und noch viel mehr wird verschwinden, wenn der Kajbar-Damm mit Stausee am 3. Katarakt weite Teile und Dörfer überflutet. Weiterfahrt zu den Ruinen der Hügelkirche von Messaida. Von einem schön gelegenen Berg haben sie eine imposante Aussicht auf den 3. Nilkatarakt. In Tombos Besichtigung von ägyptischen Felsinschriften und einer liegenden Statue des Königs Taharka.
Übernachtung wieder in einem nubischen Haus.
(F / M / A)

10. Tag: Tombos – Kawa - Old Dongola (220 km)
Besuch von Old Dongola, die einst christliche und später islamische Hauptstadt Nubiens. Es bildet das Zentrum des mittelalterlichen Nubiens. Das riesige Stadtgebiet wurde systematisch erst ab 1964 ausgegraben. Wir sehen eine Kapitelle mit christlichen Motiven und Fundamente von Basiliken. In unmittelbarer Umgebung befindet sich auch ein großer islamischer Friedhof mit zahlreichen Kuppelgräbern. Übernachtung  in einem nubischen Haus.
(F / M / A)

11. Tag: Old Dongola – Omdourman - Khartoum (400 km)
Rückfahrt nach Khartoum und zur Schwesterstadt Omdourman mit dem Kamelmarkt, dem Grabmal des Mahdi (Eintritt nur am Freitag). Ab 16 Uhr beginnt (auch nur am Freitag) am Grabmal von Hamed al Nil (ein Weiser der Sufi aus dem 19. Jh) eine bunte interessante Zeremonie: Derwische tragen die grüne Fahne des tariqa-Ordens; die sonst weißen Gewänder der Sudanesen, jallabiyas, sind mit meist roten und grünen Stoffen bedeckt, zum Teil auch mit Leopardenfällen. Es wird getanzt zum Klang von Trommeln und Zimbeln.

12. Tag: Abreise
Je nach der gewählten Airline Rückflug am späten Abend, meist aber nachts (Lufthansa: 01:55 - 07:00 Uhr, Turkish Airlines: 03:20 Uhr) oder Verlängerungstag.

Leistungen: Beschriebene Reise mit allen Transfers, Fahrten in Geländewagen Besichtigungen und Eintrittsgeldern, Routengenehmigungen, Fotoerlaubnis; Übernachtungen wie angegeben, Zeltübernachtungen mit Schaumstoffmatratze, volle Verpflegung inkl. Mineralwasser, Tee/Kaffee; lokale DEUTSCH-sprachige Reiseleitung, Tageszimmer vor dem Abflug.

Nebenkosten: Flugkosten (Egypt Air ab ca. 400 €), Einreisevisum für Sudan (40 €) Passregistrierung (zur Zeit 80 €); Mittag- und Abendessen am 1./2. und am 12. Tag (Khartoum); persönliche Ausgaben; Trinkgelder für Fahrer und Führer (Empfehlung: je 100 € von der Gruppe), Versicherungen.

Einreise
Sie erhalten von uns Visa-Anträge (auf Wunsch auch per e-Mail, die Sie am PC ausdrucken können). Sie sind mit einem frankierten Rückumschlag, 2 Fotos, der Gebühr und unserem Schreiben an die sudanesische Botschaft zu schicken. Die Bearbeitungszeit beträgt eine bis zwei Wochen. Die Einfuhr von Alkohol ist verboten.

Sicherheit
Es bestehen keinerlei Sicherheitsprobleme bei Reisen nach Khartoum und Nubien. Das Auswärtige Amt schreibt über die Region in den Sicherheitshinweisen: „Ohne Einschränkungen bereist werden dürfen neben dem Großraum Khartoum nur die nördlichen Bundesstaaten und die Landesmitte.“

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
25.12.2018 - 05.01.2019: 2290.00€
29.01.2019 - 09.02.2019: 2290.00€
26.03.2019 - 09.04.2019: 2290.00€
16.04.2019 - 27.04.2019: 2290.00€


Basispreis: 2.290 €
+ Flug (ab ca. 500 €)
Einzelzimmer-/zelt + 130 €
Bei 3 Teiln: + 100 € p.P.
Bei 2 Teiln.: + 700 € p.P.
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