Tour 410 - Reiseverlauf

Hochland von Äthiopien mit den Semien-Bergen

Tour 410Äthiopien war eines der geheimnisvollsten Länder - und es zum Teil auch noch geblieben. Das christliche Hochland mit seinen steil abfallenden Tafelbergen und wilden Schluchten ist Kern dieser Reise. In Verbindung mit den Menschen und einer zweitausendjährigen Hochkulturgeschichte wird der Besuch Äthiopiens zu einem geistigen Abenteuer, das tiefe Spuren hinterlässt.

Die drei historischen Orte Gondar, Lalibela und Axum bilden zusammen mit Klöstern im Tanasee kulturelle Höhepunkte dieser Reise. Die größeren Entfernungen im wild zerklüfteten Land werden mit modernen, zweimotorigen Bombardier Q 400 (78 Plätze) der zuverlässigen ETHIOPIAN AIRLINES überbrückt.

Sie reisen mit einem kundigen, deutschsprachigen Guide. Trotz des günstigen Preises übernachten wir in einem neuen 4* Hotel in Addis Abeba und im Inland in den bestmöglichen, sehr geschmackvoll dekorierten Hotels. Sie können diese Reise individuell verlängern, z.B. in den muslimischen Osten mit der alten Stadt Harar oder im Süden, z.B. am Langano-See und bis zu den Völkern am unteren Omo.

Die Hälfte des Landes liegt über 1.200 Meer; das Kernland über 2.000 Meter. Die vulkanische Bruchzone des "Rift Valley" (die durch das Rote Meer verläuft) teilt das äthiopische Hochland in einen größeren westlichen und einen kleineren südöstlichen Abschnitt und setzt sich weiter nach Süden fort.

Im Vielvölkerstaat leben heute über 100 Millionen Menschen in etwa 300 Stämmen. Wir reisen überwiegend im Gebiet der Amharen. Sie bilden nur etwa ein Fünftel der Bevölkerung und regierten das Land als "Staatsvolk" seit altershehr bis zum Sturz von Haile Selassie 1974. Er sah sich in direkter Abstammung von Menelik I, dem Sohn der Verbindung zwischen der Königin von Saba (Jemen) und König Salomon (Jerusalem) aus dem 9. Jahrhundert vor Christus. Menelik I soll die Bundeslade mit Moses´ Gesetzen, größtes Heiligtum der Juden, aus Jerusalem nach Axum gebracht haben.

Äthiopien erfreut sich seit einigen Jahren eines anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs; Addis Abeba mit seinem modernen Flughafen ist zum größten Drehkreuz Ostafrikas für den Luftverkehr geworden, auch die Stadt boomt. Allerdings strapaziert das Wachstum - massiv unterstützt von China - die Menschen: das Land ist zu einer "Entwicklungsdiktatur" geworden, so die Neue Zürcher Zeitung. Ministerpräsident Desalegn, seit 2012 im Amt, möchte Äthiopien bis 2025 zu einem Schwellenland machen, wie etwa Brasilien. Deshalb werden Riesenfarmen angelegt (Kleinbauern vertrieben), Staudämme gebaut (mit verheerenden Folgen für die Völker im Süden und Nord-Kenia). Die Zahlen indizieren Wachstum, aber noch immer müssen über 70% der Äthiopier von kaum mehr als zwei Dollar am Tag leben.

Reiseverlauf

1. Tag (Samstag): Flug nach Addis Abeba
Direktflug mit den hervorragenden ETHIOPIAN AIRLINES (Codeshare mit Lufthansa - Star Alliance = Miles & More) von Frankfurt nach Addis Abeba; Abflug aktuell um 22:05 Uhr.

2. Tag: Addis Ababa
410_Esel.jpgNach der Ankunft um 6 Uhr Uhr und Begrüßung durch Ihren deutschsprachigen Reiseleiter fahren Sie in ein angenehmes Hotel, z.B. das  Addis Regency Hotel im Zentrum. Nach einer kurzen Ruhepause lernen Sie die Metropole auf einer Stadtrundfahrt kennen. Die Stadt mit über 4 Mill. Einwohnern liegt auf 2.400 m Höhe und wurde von Menelik II zur Hauptstadt auserkoren, nachdem er 1889 zum Kaiser von ganz Äthiopien gewählt wurde. Addis Abeba wuchs ungeplant in Eukalyptuswälder hinein und wird von verstreut liegenden Stadtteilen geprägt. Seit einigen Jahren wird Addis mit großem Tempo modernisiert. Dennoch ziehen noch immer Esel und Pferde durch die Straßen, Frauen kommen schwer beladen mit Feuerholz vom Entoto-Berg.
Sie besichtigen das National Museum, wo unter anderem das Skelett von „Lucy“ ausgestellt ist. Danach können Sie im angeschlossenen Lucy Restaurant etwas trinken und Essen - es gibt auch draußen Tische. Anschließend fahren Sie auf den über 3.000 Meter hohen Entoto-Berg - von hier aus bietet sich ein grandioser Ausblick auf Addis Abeba, die „Neue Blume“. Sie besichtigen den ehemaligen Palast des Kaisers Menelik II und die Marienkirche. Auf dem Rückweg hinunter in die Stadt besuchen Sie die Dreifaltigkeitskirche am Nachmittag.
Abendessen und Hotelübernachtung. (F / A).

3. Tag: Bahar Dar, der Blaue Nil und der Tanasee
WasserfälleAm Vormittag einstündiger Flug nach Bahar Dar - Hauptstadt der Amharen und am größten See Äthiopiens gelegen, dem Lake Tana. Nach der Ankunft fahren wir max. zwei Stunden 30 km auf schlechter Piste zu den Wasserfällen des Blauen Nil. Nach der Flussüberquerung mit dem Boot gelangen wir auf einer etwa halbstündigen Rundwanderung gelangen wir bis zum Becken des Wasserfalls.
Übernachtung in der neuen und schönen Abay Minch Lodge - 40 Bungalows in Form von „Tukuls“ (lokaler Rundhütten) in einem tropischen Garten. Wunderbar! (F / A).

4. Tag: Bahar Dar - Gondar (175 km)
Im Tanasee liegen 37 Inseln; 20 von ihnen mit alten Klöstern, die meisten stammen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Wir unternehmen eine Bootsfahrt zur Halbinsel von Zeghie, Besuch der reich verzierten Rundkirche Ura Kidane Mehret; die meisten Malereien sind hier neuen (Ende des 19. Jhdts.)
Ein Diakon bringt riesige Schlüssel und öffnet die knarrende Tür. Aus dem Dunkel schneidet der scharfe Lichtstrahl auch hier prächtige, vergilbte Malereien: Jesus am Kreuz und der Heilige Georg auf seinem Schimmel im Kampf gegen den Drachen sind immer wiederkehrende Motive. Je nach Zeit besuchen wir noch noch Azwa auf Zeghie oder Intoss auf dem Rückweg.

Plus-Version: Sie fahren mit einem Boot quer über den See und besuchen noch weitere Köster, Dauer ca. 8 Stunden, dann 60 km Fahrt von Gorgora am Ostende nach Gondar. Aupfreis p.P. ab 3 Teiln: 100 €, bei 3 TN + 200 €, bei 2 TN + 400 € auf den Basispreis von 1.590 €.
Gegen Mittag fahren wir am Ostufer des Sees nach Gondar, der ehemaligen Kaiserstadt. Gondar mit dem Palastbezirk (Gemp) gehört ebenso wie Lalibela und Axum zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die von Mauern mit 12 Toren umgebene Palastanlage wurde von Kaiser Fasiladas (1632 bis 1667) begonnen und bis zur Kaiserin Mentuab (1730 – 1755) fortgeführt. Die Bauweise entspricht schottischen Burgen. Es wurde portugiesischer Einfluss vermutet, aber die Bauweise ist dennoch eigenständig.
Abendessen und Übernachtung in der wohl schönsten Unterkunft, der kleinen, feinen Lodge du Chateau, nahe der Burgen. (F / A).

5. Tag: Gondar - Debark – Semien-Gebirge (120 km)
Auf einem Hügel versteckt sich die Debre Berhan Salassie-Kirche hinter hohen Mauern. Das Torhaus wird von zwei Türmen flankiert; zwei Erzengel bewachen die schweren Türen. Besonderheit im Innern der reich bemalten Kirche ist die ganz mit Engelsköpfen verzierte Balkendecke.
Die Fahrt nach Norden führt uns durch eine imposante Gebirgslandschaft nach Debark. Der Ort liegt am Westrand des wilden Semien-Gebirges. Innerhalb des Parks gibt es gleich mehrere Berge, die höher sind als 4.000 Meter. Der höchste davon ist der Ras Dashen, mit 4.543 Metern der vierthöchste Berg Afrikas. Dieses Gebirge besteht aus vulkanischem Material, das im Laufe der Jahrtausende durch Erosion ausgeformt wurde.
Fahrt in das Gebirge zur Simien Lodge, mit geschmackvollen großen Tukuls (Rundhütten). Auf 3.300 m gelegen, ist es das höchst gelegene Hotel Afrikas. Nur einen Spaziergang entfernt steht man staunend am ersten Steilabfall und blickt wie aus der Vogelschau auf die wild zerklüftete Landschaft mit ihren Tafelbergen und winzigen Dörfern in extremer Isolation.

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Sie unternehmen eine zwei- bis dreistündige Wanderung.  Wenn Sie Glück haben, so kommt Ihnen eine große Herde Gelada-Affen in geschlossener Formation entgegen - nicht etwa angriffslustig, sondern emsig mit dem Zupfen von Gras beschäftigt. Sie gehören zu den konsequentesten Vegetariern des Tierreichs. Jedes Männchen mit Löwenmähne besitzt einen Harem von mindestens fünf Weibchen. Sie sind ebenso endemisch (nur hier lebend) wie die scheuen Walia-Steinböcke.
Abendessen und Übernachtung in der Lodge. Wenn es Ihnen zu kalt ist: es gibt auch Wärmflaschen... (F / A).

6. Tag: Semien Nationalpark – Axum (280 km)
Die Straße nach Norden (in den 30er Jahren von Italienern gebaut) führt in vielen Serpentinen durch atemberaubende Berglandschaften. Nachdem Sie am Limalimo Mountain vorbeigefahren sind, durchqueren Sie das Tekeze-Tal; die Landschaft wird trockener und karger. Am späten Nachmittag erreichen wir Axum.
Abendessen und Übernachtung im guten, neuen Sabean Hotel – modern, Zimmer mit traditionellem Touch. (F / A).

7. Tag:  Axum
In der Kathedrale der Heiligen Maria von Zion (4. Jh., nach der Zerstörung durch Achmed Gran im 17. Jh. neu gebaut) soll im Allerheiligsten die Bundeslade mit den Gesetzestafeln von Mose aufbewahrt sein, die Salomons Sohn Menelik I aus Jerusalem entführte und auf einer Insel im Tanasee vergrub, bis sie mehrere Jahrhunderte später nach Axum gebracht wurde. Die Bibel berichtet von Wundern der Bundeslade - sie hat Flüsse umgekehrt und Städte zerstört. Und sie half Kaiser Menelik II, 1896 gegen die bewaffnete Übermacht der Italiener bei Adua (40 km östlich von Axum) zu gewinnen - sagen gläubige Äthiopier.
In Axum soll es über 100 Stelen gegeben haben. Im "Park der Stelen" können Sie den eindrucksvollen Rest bewundern: die noch stehende größte ist 23 m hoch; die zerbrochene und am Boden liegende Stele misst 33 Meter. Etwa ebenso groß ist eine Stele, die unter Mussolini 1936 nach Italien gebracht wurde und seither in Rom den Petersplatz zierte. Sie wurde wieder Äthiopien übergeben und im September 2007 errichtet. Wir besuchen auch die Gräber des Königs Kaleb und seines Sohnes Gebra Maskal. Während seiner letzten Lebensjahre meditierte der König (514-542) als Einsiedler. Treppen führen hinunter in die Gruften mit steinernen Särgen und aus dem Felsen geschlagenen Verzierungen. Bei den Ruinen der Kirche Abba Libanos bietet sich ein schöner Blick nach Osten. Westlich von Axum die Ruinen eines großen Tempels - landläufig der "Palast der Königin von Saba" genannt, deren Grab sich gegenüber unter einer der groben, kaum behauenen Stelen befinden soll.
Zweite Übernachtung im Yeha Hotel.

8. Tag: Axum - Lalibela
Von Axum fliegen wir am Vormittag (aktuell 11:50 - 12:30 Uhr)  nach Lalibela. Die Stadt hat sich teilweise über die Hänge hinweg ausgedehnt und besteht im alten Kern noch aus zweistöckigen Tukuls (Rundhütten), einer altertümlichen Bauweise des Hochlandes. 10 der 11 Kirchen sind unter dem letzten mächtigen Zagwe-König Lalibela (1181-1221) entstanden. Der Legende nach erhielt er einen göttlichen Auftrag und wollte die Hauptstadt seines Reiches in ein neues Jerusalem verwandeln. Die Überlieferung berichtet weiter, Lalibela habe das Werk mit Hilfe von Engeln in 23 Jahren fertig gestellt. Handwerker aus Jerusalem und Alexandrien leiteten die gigantische Arbeit, die rund 100 Jahre gedauert haben muss.

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Die Felskirchen sind weltweit einzigartig - Bauwerke nicht durch Hinzufügen, sondern durch Wegnehmen und Aussparen. Treppen und Säulen, Türen, Schmuckwerk, Gesims, Regenrinnen, Skulpturen im Innern der dämmrigen Kirchen - alles ist aus einem Stück Fels entstanden. Wir besuchen den ersten Teil der Kirchen. Die größte Kirche ist Bet Medhane Alem, gestützt von 72 Pfeilern. Durch einen Tunnel gelangen Sie zur Bet Mariam-Kirche. Sie verfügt über fabelhafte Reliefs, die unter anderem Vögel und Tiere zeigen. Sie besuchen auch Bet Danaghel, eine Kapelle, die zu Ehren von Märtyrer-Nonnen gebaut wurde, und die Zwillings-Kirchen Bet Golgotha und Bet Mikael.
Als wolle sie sich bewusst absondern, versteckt sich die wohl schönste aller Kirchen weiter südlich hinter einem Hügel und alten Olivenbäumen: Bjet Georgis, die Georgskirche, ist rein monolithisch und besticht mit perfekter Kreuzform (s. Fotos).
Abendessen und Übernachtung in der familiär geführten (äthiopisch-deutsch) Sora Lodge auf 2.680 m. (F / A).

9. Tag: Lalibela
410_kaffee.jpgHeute steht die südöstliche Kirchengruppe auf dem Programm. Bet Amanuel ist eine der schönsten aus dem Fels gehauenen Kirchen im axumitischen Stil. Bet Merkorios hat ein wunderbares Gemälde der drei Heiligen, das im 15. Jahrhundert angefertigt wurde. Die beiden Kirchen Bet Abba Libanos und Bet Gabriel-Rafael waren wohl einmal die Behausung der königlichen Familie, bevor sie später zur Kirche umfunktioniert wurden.
Am Nachmittag werden Sie an einer traditionellen Kaffeezeremonie teilnehmen: der grüne Kaffee wird geröstet und frisch zubereitet. Äthiopien gilt als Urheimat des Kaffees: irgendwann zwischen dem 6. und 8. Jh. entdeckte ein Hirte zunächst an den Bocksprüngen seiner Ziegen die belebende Wirkung der roten Beeren. Als Mönche merkten, dass man dadurch die ganze Nacht beten konnte, war ihr Genuss nicht mehr des Teufels, sondern göttlich. Ab dem 13. Jh. kam man auf die Idee, Kaffee zu rösten, und lange Zeit hatten Araber das Kaffee-Monopol.
Zweite Übernachtung in der Sora Lodge. (F / A).

10. Tag: Lalibela – Addis Ababa
Am Vormittag fliegen Sie zurück nach Addis Ababa.
Am Nachmittag besuchen Sie das Ethnografische Museum im alten Palast Haile Selassies und haben anschließend die Möglichkeit, letzte Souvenirs und andere Mitbringsel einzukaufen. Am Abend erleben Sie ein Abschiedsabendessen mit traditioneller Musik und Tänzen. Abflug um 23:59 Uhr.

11. Tag:  Addis Ababa – Frankfurt oder Verlängerung
Ankunft in Frankfurt um 06:10 Uhr (Direktflug).
 

Leistungen: Alle beschriebenen Fahrten und Eintrittsgelder; drei Inlandsflüge mit ETHIOPIAN AIRLINES, deutschsprachige  und professionelle Reiseleitung; Halbpension (Frühstück und Abendessen mit Mineralwasser); Detailkarte Äthiopien, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Flüge nach Addis Abeba und Inlandsflüge, Visakosten  (36 €, bei der Einreise 45 €), Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Tourdaten
Termine / Preise
30.12.2018 - 09.01.2019*: 1790.00€
15.02.2019 - 25.02.2019**: 1590.00€
15.03.2019 - 25.03.2019**: 1590.00€
07.08.2019 - 17.08.2019: 1590.00€

* ein Tag länger, mit dem koptischem Weihnachtsfest in Lalibela! ** Als Verlängerung der Reise 400/Eritrea geeignet

Basispreis: 1.590 €
2 Teiln.: + 300 € p.P.
3 Teiln.: + 100 € p.P.
+ Flugkosten (ab ca. 700 €)
Einzelzimmer: + 220 €
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