Tour 450 - Reiseverlauf

An den „Großen Seen“: Menschen, Vulkane, Nationalparks

Kurzreise Ruanda

t450-karte.jpg

Diese kompakte Reise führt Sie zu den wichtigsten Attraktionen Ruandas. Sie lässt sich gegen geringen Aufpreis auch ganz individuell durchführen. Sie können diese Tour noch abändern und ausbauen. Sehr zu empfehlen ist ein Zusatzprogramm von drei Tagen mit und der Besteigung des Nyiragongo-Vulkans im Ost-Kongo und dem Besuch habituierter Gorillas im Virunga-Nationalpark.

Sie können (als Vorprogramm) zunächst von Kigali zum wildreichen Akagera-Nationalpark reisen. Es ergeben sich auch faszinierende Kombinationen, bei Flügen mit ETHIOPIAN natürlich auch mit Äthiopien.

Die Region der „Großen Seen" entlang der Ostgrenze der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire) gehört zu den schönsten der Welt. Die kleinen Binnenländer Ruanda und Burundi, einst Teil des kolonialen Deutsch-Ostafrikas, mit ihren Bergen und Feldern gelten als die „Schweiz Afrikas", und gewaltige Vulkane ragen bis über 4.500 m aus den Bergregenwäldern, in denen Gorillas und andere Affenarten leben. Der Nyungwe-Nationalpark im Südwesten von Ruanda besitzt mit 13 Primatenarten die höchste Vielfalt weltweit. Am Besten lässt sich die Gegend im Januar und von Mai bis September bereisen; in den anderen Monaten fällt oft Regen.

Es gibt kaum schönere Ecken auf unserem Planeten, aber auch kaum grausamere. 1994 brach nach dem ungeklärten Flugzeugunglück des ruandischen Präsidenten ein offenbar vorbereitetes Morden los, das als größter Genozid in die Annalen der jüngeren Geschichte einging: die sich benachteiligt gefühlten kleinwüchsigen Huto versuchten, die großgewachsenen Tutsi auszurotten. In etwa 100 Tagen wurden über 800.000 Menschen ermordet - und die internationale Gemeinschaft sah ebenso tatenlos zu wie die katholische Kirche im Land.
Ruandas Präsident Paul Kagame gründete im Blutjahr 1994 mit anderen Tutsi-Exilanten die Rebellenorganisation RPF, die dann dem Morden ein Ende bereitete; auch sein ugandischer Kollege Yoweri Museweni ist ein früherer Rebell. Beide sind keine tumben, korrupten Schlächter, sondern gebildete Technokraten. Die Opposition wird allerdings unterdrückt; Paul Kagame wurde im August 2010 wieder mit über 95% der Stimmen als Präsident bestätigt.

460_kivusee1.jpg
Kivu-See

Unter Kagame wird Ruanda seit einigen Jahren zum IT-Zentrum Ostafrikas ausgebaut: Tausende sind schon in Indien ausgebildet worden, in großem Stil Glasfaserkabel werden für die Datenübermittlung verlegt.Kigali ist eine der sichersten Städte des afrikanischen Kontinents, Korruption ein Fremdwort.
Deutschland hat Ruanda nach dem Völkermord geholfen, Kagame bewundert den „Fleiß der Deutschen" und dankt es auch dadurch, daß deutsche Staatsbürger ohne Visum nach Ruanda einreisen können.
Das Gorilla-Trekking einer der 7 habituierten Gruppen im Parc National des Vulcans haben wir NICHT eingeschlossen - wenn Sie es möchten, kostet das ab dem 1. Juni 2012 pro Person 750 Dollar (zuvor 500 Dollar) und lässt sich nicht als „last minute" organisieren: die sogenannten permits sind gerade im Sommer (Juni bis September) schon mindestens ein halbes Jahr vorher ausgebucht.

Für Ruanda benötigen Deutsche Staatsangehörige kein Visum.
Demokr. Rep. Kongo (optional, wenn Ausflüge gewünscht werden): Visagebühren 100 Dollar, an der Grenze.

Homepage der Botschaft von Ruanda

Flugmöglichkeiten: empfohlen mit ETHIOPIAN AIRLINES via Addis Abeba, Direktflüge nach Kigali (via Bujumbura/Burundi) mit Brussels Airlines oder mit Air France via Paris.

Reiseverlauf *

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen oder behördliche Einschränkungen sind möglich.

460_kigali.jpg
Großes Dorf: am Ortsrand von Kigali

1. Tag: Flug nach Kigali
ETHIOPIAN AIRLINES: Abflug nach Addis Abeba von Frankfurt gegen 22 Uhr am Vortag. Direktflug nach Kigali: 10:30 - 12:00 Uhr. Direktfluge mit Brussels Airways oder Air France.Abholung und Transfer in Ihr Hotel „Chez Lando"  - geräumige Bungalows in einer Gartenanlage im Vorort Remera.
Kigali liegt auf 1.500 m Höhe und ist über viele Hügel verstreut. Die Stadt mit etwa einer halben Million Einwohnern wurde von den Deutschen 1907 in ihrem Kolonialreich „Deutsch-Ostafrika" gegründet; nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 war es dann bald damit vorbei.
Kigali ist weitläufig, aber das Zentrum auf dem Hügel Nyarugenge mit der zentralen Rue du Commerce ist sehr überschaubar. Sie sehen auch Häuser aus der Kolonialzeit, u.a. das des deutschen Stadtgründers Dr. Kandt und das 2004 eingeweihte Genozid-Memorial, wo 10 Jahre nach dem Völkermord über 250.000 Opfer ihre letzte Ruhe fanden.
Mittag- und Abendessen sind an diesem Tag nicht enthalten.

2. Tag: Kigali - Parc National des Volcans (160 km)
Fahrt nach Ruhengeri auf guter Straße, 100 km. Größte Attraktion der Kleinstadt 20 km von der kongolesischen Grenze ist die Lage und an schönen Tagen die Aussicht: der Blick auf eine grandiose, weltweit einzigartige Kette von 8 erloschenen Vulkanen, zwischen 3.474 m und 4.507 m - das ist der Karisimi, direkt an der Grenze. Die drei östlichen Vulkane liegen in Uganda, der Mikeno ganz im Westen (4.437 m) in Kongo. Von Ruhengeri aus fahren wir etwa 20 km zum romantischen Ruhondo-See, in grandioser Landschaft gelegen, die letzten km geht es zu Fuß. Der See ist durch eine Landbrücke mit dem nördlichen gelegenen Lake Burera verbunden - durch Lavamassen des Vulkans Muhabura (4.127 m), auch an der Grenze zum Kongo gelegen.
Der Parc National des Volcans an der Grenze zu Uganda wurde schon 1925 von den Belgiern als Albert-Nationalpark gegründet. Von 1990 bis 1993 war er ein Rückzugsgebiet für Rebellen, musste auch danach immer wieder gesperrt werden und ist seit 2001 dauerhaft geöffnet. Die Bergregenwälder liegen in 2.500 bis 3.000 m Höhe, darüber beginnt die afro-alpine Zone mit Senecien und Baumheide. Im Virunga-Gebiet fällt viel Regen. Am trockensten sind die Monate Dezember bis Ende Februar und Juni bis September.
Ohne die US-Amerikanerin Diane Fossey („Gorillas in the mist") würde es heute wohl kaum noch Berggorillas in dieser Gegend geben. Sie kam 1966 in die Gegend und wurde Ende 1983 in ihrem einfachen Haus ermordet. Ihr Grab befindet sich am Visoke-Vulkan; dort wurden auch einige Gorillas begraben, die sie über Jahrzehnte hinweg beobachtete.
Übernachtung im Hotel "La Palme" nahe des Nationalparks. ( F / - / A).

Informationen über Gorillas in Ruanda

3. Tag: Parc National des Volcans
460-affe.jpgDie verschiedenen „Trips" beginnen meist am Morgen. Im Preis enthalten sind folgende Optionen:

  • Trekking von etwa drei Stunden zum Grab von Diane Fossey durch Bergregenwald, am Fuß des Visoke-Vulkans;
  • Nachmittags etwa dreistündiges Trekking der seltenen Goldmeerkatzen, von denen seit 2003 zwei Gruppen von jeweils etwa 60 Tieren habituiert wurden, ODER
  • Besteigung des Visoke-Vulkans - nur für Sportliche: Dauer gut 7 Stunden, davon zwei Drittel Aufstieg.

Sie können alternativ auch ein Gorilla-Trekking unternehmen (nicht enthalten, 750 US-$ für eine Stunde). Die Wanderung dauert jeweils zwischen einer und drei Stunden, durch dichten Wald und meist mit steilen Pfaden.
Abendessen, zweite Übernachtung ( F / - / A).

4. Tag: Nationalpark - Giseniyi
NyiragongoSie können am Vormittag relaxen oder noch eine weitere Exkursion (s.o.) unternehmen  (an diesem Tag nicht enthalten, 100 US-$). Fahrt nach Gisenyi am Nordrand des Kivu-Sees; gegenüber ist Goma in Kongo (Ausgangspunkt für den nahen Nyiragongo-Vulkan, 3.470 m) und den Virunga-Nationalpark, s.u.
Abendessen und Übernachtung im Presbyterian Guest House mit einfachen, sauberen Zimmern inkl. Dusche und WC.

TOP-Empfehlung: Niyaragongo-Vulkan und Virunga-Nationalpark mit habituierten Gorillas, + 3 Tage

Detailprogramm

5. Tag: Gisenyi - Goma (Kongo) - Aufstieg Nyiragongo (70 Fahrt-km)
HüttenAusreiseformalitäten (Visum an der Grenze, 100 US-Dollar, nicht im Preis enthalten); wenige km weiter kommen wir nach Goma in der „Demokratischen" Rep. Kongo. Die Stadt wurde durch den letzten Ausbruch des Vulkans Nyiragongo (3.471 m) durch fließende Lava stark zerstört. Die Sicherheitslage ist hier und in der Umgebung seit einigen Jahren sehr gut, auch durch die Maßnahmen der ruandischen Regierung.
Sie reisen etwa 20 km nach Nordosten, zum Fuß des immer „rauchenden" Vulkans mit seinem ständig kochenden Lavasees und einer Rauchfahne. Der Vulkanriese erhebt sich gleich westlich der Straße nach Norden, entlang breiter Lavaströme des letzten Ausbruchs von 2002.Die Besteigung dauert etwa 6 Stunden; Übernachtung (einfache Hütten) nahe des Kraterrandes. (Frühstück / Picknicks)

6. Tag: Nyiragongo -Virunga-Nationalpark (50 Fahrt-km)
Gorilla VirungaAbstieg am Morgen, ca. 4 Stunden. Fahrt nach Norden bis Bukima, dort Eintritt in den Nationalpark. Ebenso wie der Volcanoes Nationalpark in Ruanda entstand der Virunga-Nationalpark 1969 aus der Teilung des bereits seit 1925 bestehenden Albert-Nationalparks. Aufgrund der großen Höhenunterschiede sind Flora und Fauna im Nationalpark sehr vielfältig, die Landschaften an der Vulkankette sind grandios.
Das Bukima Tented Camp ist eine „Weiterentwicklung“ eines Camps von Biologen. Es besteht aus 6 geräumigen Zelten mit Betten und einem großen Strohdach. Die Lage am Rand der Vulkankette ist grandios: man blickt auf den rauchenden Nyiragongo und gen Süden auf den 4.437 m hohen Mt. Mikeno. Häufig kommen Gorillas ins Camp. (Frühstück, Picknick, Abendessen).

7. Tag: Gorilla-Trekking - Gisenyi (70 km)
Zwei der vier habituierten Gorillagruppen leben nahe des Camps. Die ist auch für alle interessant, die nicht so lange gehen wollen oder - können. Meist kommen Sie schon nach einer Stund zur Gruppe. Die Begegnung mit den sanften Riesen ist überwältigend.
Gegen Mittag verlassen wir den Nationalpark nach Goma und passieren die Grenze nach Ruanda; Übernachtung im gemütlichen Presbyterian Guesthouse. (Frühstück, Picknick, Abendessen).

Preis pro Person:

bei 2 Teiln: 1.790 €
3 -4 Teiln: 1.590 €


Leistungen: Fahrten im Geländewagen, Programm mit Permits und Nationalparkgebühren, professionelle Reiseleitung, Mahlzeiten wie angegeben.

Nebenkosten: Getränke, Trinkgelder


5. Tag: Giseniyi - Kibuye (90 km und etwa 50 km auf dem See)
450_Lake_Kivu1.jpgDie westlichen etwa zwei Drittel des Kivu-Sees mit der langgestreckten Idjiwi-Insel sind schon in Kongo; die Insel wird von einem 2.239 m hohen Berg dominiert. Der Kivu-See mit seiner Bergszenerie gehört zu den landschaftlichen Perlen ganz Ostafrikas.
Wir fahren von Gisenyi mit einem gecharterten Motorboot für etwa zwei Stunden nach Kibuye am Ostufer und können so die Landschaft in vollen Zügen genießen. Mittagessen (Picknick) am Seeufer.
Kibuye ist der landschaftlich eindrucksvollste Ort des Sees; man schaut auf die hohen Vulkane im Kongo gegenüber; tief eingeschnittene Buchten vervollständigen die Schönheit.  Etwa 90% der damals hier lebenden 60.000 Tutsi wurden während des Genozids 1994 ermordet; es gibt Gedenktafeln und -stätten.
Sie können am Nachmittag auch das Kinder-Waisenheim „l´Espérence" (Hoffnung) besuchen.
Abendessen und Übernachtung im angenehmen Gästehaus Bethanie, mit Eukalyptusbäumen direkt am See.(F / M-Picknick / A).

6. Tag: Kibuye - Nyungwe-Nationalpark (ca. 160 km)
Landschaftlich reizvolle Fahrt von 90 km entlang des Kivu-Sees; vor dem Fischerort Cyesha führt die rote Naturstraße direkt entlang des Sees und an schönen Buchten und kleinen Halbinseln entlang. Wir besuchen hier auch Dörfer und sprechen mit den Menschen.460_wasserfall1.jpg
Gut 20 km vor Cyangugu fahren wir noch eine Viertelstunde in die andere Richtung nach Gisankuru und besuchen die dortige Teeplantage; einige km östlich beginnt der dreiecksförmige Nyungwe-Nationalpark.
Wenn noch Zeit bleibt, gehen wir etwa drei Stunden auf den „Waterfall trail", durch dichten Regenwald zu einem romantischen Wasserfall, von denen es viele im Park gibt.

Mehr Informationen über die trails (Homepage Nyungwe-Nationalpark)

Abendessen und Übernachtung in der neuen „Hilltop Lodge" (Eröffnung im Frühjahr 2011) auf einem Hügel mit grandiosem Blick über den Regenwald und zur anderen Seite bis zum Kivu-See. Im großen, runden Hauptgebäude ist das Restaurant; Übernachtung in geräumigen Stein-Chalets mit Kaminfeuer.
(F / - / A).

7. Tag: Nyungwe-Nationalpark (ca. 60 km)
Nyungwe ist weltweit führend, was die hier vorkommende Anzahl (13) verschiedener Primatenarten und ihre Dichte angeht, das entspricht etwa einem Viertel aller Primatenarten des Kontinents. Hier leben allein über 500 Schimpansen, und auf einer Wanderung können Sie mit Glück über 300 Ruwenzori-Colobusaffen auf einmal sehen - aber auch so seltene Vertreter wie Vollbartmeerkatzen. Auch die Vogelwelt ist mit rund 280 registrierten Arten reichlich vertreten, an Säugetieren vor allem Buschböcke und Ducker. Wir unternehmen morgens ein mehrstündiges Schimpansen-Trekking mit einer Einführung in das Ökosystem.
Nach einer Mittagsrast gehen wir noch auf einen sehr lohnenswerten Trail – etwa eine Stunde auf dem „Canopy Walkway“ in 50 m Höhe… Die Urwald-Hängebrücke wurde im Oktober 2010 eingeweiht.
Nachmittags zurück zur Lodge, 2. Übernachtung. ( F / - / A).

Karte und detaillierte Informationen mit Links

8. Tag: Nyungwe-Nationalpark - Butare - Kigali (280 km)
Wir fahren auf einer schmalen Straße rund 130 km nach Osten bis Butare; sie führt durch den Nordteil des Nyungwe-Nationalparks. Rund 20 km westlich besuchen wir im Dorf Murambi ein erschütterndes Mahnmal des Genozids: allein hier wurden 1994 27.000 Menschen umgebracht, 1.800 mumifizierte Körper liegen noch in der Schule. Butare ist das intellektuelle und kulturelle Zentrum des Landes. Die Kleinstadt hieß Astrida (nach der belgischen Königin Astrid) und diente den Belgiern bis zur Unabhängigkeit als Sitz der Kolonialverwaltung. Wir besuchen das sehr interessante, 1988 eröffnete Nationalmuseum.
Es geht zurück via Gitarama und von dort ca. 50 km kurvenreich nordöstlich nach Kigali. Tageszimmer zum Duschen und Umziehen; Transfer zum Flughafen.
Wenn Sie eine Übernachtung benötigen (z.B. bei Flügen mit Ethiopian Airlines am nächsten Tag): z.B. "Chez Lando" oder Golf Hill Residence: Doppelzimmer 80 €, Einzelz. 70 € mit Frühstück - weitere Hotels auf Anfrage.

9. Tag: Ankunft in Europa


Leistungen: Programm mit Frühstück und Abendessen, außer am 1. und in 8. Tag in Kigali; Eintrittsgelder, einheimische, englischsprachige Reiseleitung; Detailkarte und Landesinformationen.

Nebenkosten: Linienflüge (ab ca. 800 €), Versicherungen, Getränke, Trinkgelder.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise

Basispreis: 2.390 €
+ Flug ab ca. 800 €
Indiv.Durchführung:
2 Teiln.: + 300 € p.P.
3 Teiln.: + 200 € p.P.
Einzelzimmer: + 280 €
Indiv. Durchführung ab 2 Teiln.
Tour-Suche


OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
Mail: service@oasereisen.de