Special Tour Kaffee - Reiseverlauf

Auf den Spuren des Kaffees

Äthiopien mit dem Rift Valley, Bale Mountains, Harar

KarteDiese Reise führt Sie zu den Ursprüngen des Kaffees, vor allem zur Heimat des raren und (weltbesten) wilden Wald-Kaffees - bis an die Südabdachung des Bale Mountains-Nationalparks. Sie besuchen zunächst die alte Stadt Harar, Zentrum des aromatischen Harar-Kaffees, der im sogenannten Gartenbau auf Terrassen gepflanzt wird.
Sie lernen hier viel über Kaffee, aber genießen auch herausragende (landschaftliche) Attraktionen: den Bale-Nationalpark mit einer Fahrt auf der höchsten Straße Afrikas (bis auf 4.300 m), Seen im Rift Valley.
Äthiopien ist landschaftlich und kulturell eines der faszinierendsten Länder der Welt. Das Hochland mit seinen Insel- und Tafelbergen ist stark zerklüftet und wurde in weiten Teilen schon ab dem 4. Jh. christlich; davon zeugen Hunderte von Kirchen, die aus dem Fels geschlagen wurden. Hier können Sie die Reise verlängern (z.B. Lalibela, ab zwei Tagen).
Äthiopien gilt als „Wiege der Menschheit"; die Urmenschenfrau „Lucy" mit ihren etwa 3,4 Mill. Jahren gilt als die älteste Äthiopierin. Das Land ist aber auch die Urheimat des Kaffees: irgendwann zwischen dem 6. und 8. Jh. entdeckte ein Hirte zunächst an den Bocksprüngen seiner Ziegen die belebende Wirkung der roten Beeren. Als Mönche merkten, dass man dadurch die ganze Nacht beten konnte, war ihr Genuss nicht mehr des Teufels, sondern göttlich. Ab dem 13. Jh. kam man auf die Idee, Kaffee zu rösten, und lange Zeit hatten Araber das Kaffee-Monopol; der heute verfallene Hafen Mocha ( = Mokka) am Roten Meer in Jemen war bis zum 18. Jh. der wichtigste Exporthafen; mittlerweile wurde Kaffee in Jemen angebaut.

Kaffee ZeremonieNach der Ankunft in Addis Abeba fliegen wir nach Dire Dawa, im Zentrum des moslemisch geprägten Osten des Landes. Wir sehen, wo und wie der Garten-Kaffee angebaut wird und besuchen die faszinierende alte Stadt Harar. Vorher fahren wir einen Tag zu Kaffeebauern und erfahren dort sehr viel über den Kaffee aus dieser Region, der zu dem besten der Welt zählt. Sie fahren dann westlich ins Tiefland bis zum Kaffeeort Hirna und zum Awash-Nationalpark; Übernachtung in einer schönen Lodge bei den Wasserfällen.
Weiter geht es südlich zum Rift Valley, das hier durch eine Seen-Kette von Nord nach Süden gebildet wird. Wir erholen uns in einer sehr schönen Lodge im Kaffeegebiet von Yirga Cheffe, fahren dann östlich auf der höchsten Straße des Kontinents durch den Bale-Nationalpark, in dem meist der seltene äthiopische Wolf zu sehen ist, erleben in der herrlichen Bergwelt den Anbau des Harenna-Waldkaffees. Innerhalb von einer Stunde geht es von der Heidezone des Hochgebirges mit ihren Lobelien hinunter über märchenhafte Nebelwälder in den Harenna-Forest mit wildem Kaffee und weiter zum urwüchsigen Kaffee-Markt (nur am Do) von Dollo Mena im Tiefland; hier gibt es sogar Kamele.
Halten Sie Platz im Koffer frei für äthiopischen Kaffee, das Pfund für etwa zwei bis drei Euro... Sie können aber auch fair gehandelten äthiopischen Kaffee hier bestellen, z.B. bei Coffee Circle in Berlin: z.B. Waldkaffee aus Limu und Yirgacheffe und Sidamo-Kaffee. Die Firma unterstützt auch Sozialprojekte und stellt einzelne Kaffeebauern in der Homepage vor.

Reiseverlauf

1. - 2. Tag: Addis Abeba - Dire Dawa
Um  21:35 Uhr Flug mit den hervorragenden Ethiopian Airlines nach Addis Abeba; Ankunft um 06:25 Uhr.
Addis Abeba („Neue Blume") liegt auf 2.400 m Höhe und wurde von Menelik II zur Hauptstadt auserkoren, nachdem er 1889 zum Kaiser von Äthiopien gewählt wurde. Addis Abeba wird seit einigen Jahren in großem Tempo modernisiert; nach der politischen Stabilisierung sind reiche Äthiopier als Investoren zurückgekehrt.
Vom Entoto-Berg bietet sich ein großartiger Blick auf die Stadt mit rund 4 Millionen Einwohnern. Besuch des Volkskunde-Museums, das im ehemaligen Palast von Kaiser Haile Selassie untergebracht ist; auf dem Gelände befindet sich die Universität. Wir besuchen zur Einführung den Exporteur Robera Coffee mit einer Foto-Galerie und erhalten viele Informationen.
Ab 16 Uhr einstündiger Flug nach Osten bis zum modernen Ort Dire Dawa, der zweitgrößten Stadt des Landes. Viele Straßen werden von lila blühenden Jacaranda-Bäumen gesäumt. Abendessen und Übernachtung im African Village Hotel - wie der Name sagt, mit Dorfcharakter, stroh gedeckte, geräumige Rund-Bungalows.

st27-ethiopia-harar-street-market.jpg3. Tag: Dire Dawa - Harar (55 km)
Besuch von Dire Dawa und des großen Marktes Katira. Hier treffen sich sesshafte Oromo und nomadische Afar. Weiterfahrt durch interessante Halbwüste am östlichen Nebenarm des großen vulkanischen Grabenbruchs in die alte Stadt Harar. Sie ist noch ganz von einer Stadtmauer umgeben und wurde im 14. Jh. gegründet. Harar ist eine farbenfrohe Stadt; es sind für Ausflüge auch Pferdekutschen verfügbar. 
Besuch des alten Viertels (bunter Markt, Pferdemarkt, Haus des französischen Dichters Arthur Rimbaud). Wenn es dunkel wird, kann man meist den „Hyänenmann" beobachten, der nach alter Tradition Hyänen anlockt und die ihm Fleisch aus dem Mund reißen - einst wurden sie angestellt, um die Tiere von der Stadt fern zu halten.
Unterkunft im privaten Rawda Wara Harari Cultural Guesthouse - solche liebevollen Herbergen sollte es mehr geben...Bewertung bei Trip Advisor u.a.: "Eine Übernachtung in dem Guesthouse ist einfach etwas Besonderes. Schon die Lage ist reizvoll: in der Altstadt, zwischen anderen traditionell gebauten Wohnhäusern und kleinen Läden, nicht einfach zu finden. Man bekommt als Gast das Leben der Besitzerfamilie mit, man meint, bei den Einheimischen zu sein und nicht in einem Touristenghetto."

4. Tag: Harar und Kaffeegärten
Weiterer, ausgedehnter Besuch in der Altstadt von Harar.
In der Region wird Kaffee in Höhen zwischen 1.600 und 2.300 Meter auf terrassierten Hängen angebaut - sogenannter Gartenkaffee. Es ist der einzige Kaffee aus „gemischten" landwirtschaftlichen Anbaugebieten in Äthiopien (etwa 13% der Landesernte). Harar Longberry gehört zu den feinsten aller äthiopischen Kaffees. Als ausgesprochenes Hochgewächs zeichnet er sich durch ausgereiften Körper und feinste Säure aus. Wir sprechen mit Kaffeebauern
Harar-Kaffee stammt aus dem ostäthiopischen Chercher-Hochland, deren Berge aus der Darolebu-Hochebene ca. 900 bis zu 2.700 Meter über dem Meeresspiegel aufsteigen. Hier ist die Wiege aller Arabica-Kaffeesorten. Die länglichen Bohnen haben wenig Säure, viel Körper und bieten einen hervorragenden Mokka: Ein herzhafter und zugleich außergewöhnlicher Kaffee mit leichten Erinnerungen an Rauch und Harz. Hier werden oft die Kaffeekirschen zum Trocknen in die Sonne gelegt; gelegentlich bleiben sie sogar am Strauch bzw. Baum, bis sie von der Sonne verdorrt sind. st27_eth147.jpgWider Erwarten ist eine aus solchen Kaffee- Bohnen gebraute Tasse ein Erlebnis: relativ leichter Körper, fruchtige, vielschichtige Süße, mit einer unglaublichen Aromenvielfalt, begleitet von einem eigentümlichen Nachgeschmack beim Abgang.
Wir fahren rund 25 km wieder nach Norden und dann westlich auf die Schotterstraße in Richtung Addis Abeba - vorbei an kleinen Dörfern durch eine wunderschöne, hüglige Landschaft. Hier wird überall der Harar-Kaffee angebaut; Rückfahrt am Nachmittag und zweite Übernachtung in Harar.

5. Tag: Harar - Awash-Nationalpark (240 km)
Wir fahren rund 25 km wieder nach Norden und dann westlich auf die Naturstraße in Richtung Addis Abeba – vorbei an kleinen Dörfern und über viele Hügel - entlang der Nordabdachung der Ahmar Mountains, die bis 3.400 m hoch sind. An den Hängen wird überall Harar-Kaffee angebaut.
Fahrt bis zum Dorf Hirna und weiter zum Nationalpark von Awash. Er wurde 1966 gegründet und liegt am Teil des Rift Valley, das sich dann nördlich zur Afar-Depression ausweitet. Hier sind keinesfalls Tierbeobachtungen wie z.B. in Kenia möglich; die Attraktion liegt vor allem in der Landschaft. Links erhebt sich der seit 1820 erloschene Vulkan Fantale bis auf 2.007 m ü.M. Die Awash-Falls stürzen in mehreren Kaskaden in eine Basaltschlucht. In der Nähe sind an den Ufern des Awash häufig Krokodile zu sehen. Übernachtung in der schönen Awash Falls Lodge bei den Fällen.

6. Tag: Awash-Nationalpark - Nazreth (170 km)
Safari im Nationalpark; an den Filwoha Hot Springs 30 km nördlich des Gate dominieren Dumpalmen im äußersten Nordosten des Nationalparks.Weiterfahrt nach Nazreth. Die hervorragende Safari Lodge Adama in Nazreth liegt in einer schönen Gartenanlage mit Pool; die Zimmer sind sehr geräumig, mit Parket und Moskitonetzen - Safari-Style!

7. Tag: Nazreth - Goba (320 km)
Fahrt auf einer neuen Straße nach Süden via Asela nach Goba. Die Landschaft ist weit, flach-hüglig, und überall sind Menschen mit ihren kleinen Pferden unterwegs, geschmückt mit farbenfrohen Satteldecken. Hinter Dodola beginnen Höhenzüge parallel zur Straße, die an den Schwarzwald erinnern. Hirtenjungen lassen ihren Peitschen knallen. Östlich des Dorfes Adaba beginnt der Bale-Nationalpark; wir fahren entlang der nördlichen Grenze. Die Landschaft wir alpiner und wir sind nun auf über 3.500 m. Dinsho lädt ein zu einem Kaffee, auch dieser Ort hat „Wildwest-Charakter".
Es geht weiter bergauf; vor Robe zweigt die Straße gen Süden ab, nach Goba. Ein junger, aktiver Direktor hat das Wabe Shebele-Hotel hervorragend „in Schuss" gehalten.

8. Tag: Goba - Dola Mena - Goba (ca. 150 km)
Nach etwa 3 bis 4 Stunden entlang der Südabdachung der Bale Mountain - durch märchenhafte Bergwälder mit Farnen - erreichen wir den staubigen Ort Dola Mena und besuchen den kleinen Kaffeemarkt - ein Wochenmarkt, der nur am Donnerstag stattfindet, sehen hier Somali-Hirten und Kamele: es ist der Beginn des Tieflands und eine andere Welt. Wir fahren dann gemächlich wieder auf Afrikas höchster Straße nach Norden bis Goba; Übernachtung wieder wie am Vortag.

9. Tag: Goba - Bale Mountains (ca. 200 km)
Von Goba aus führt eine Allwetter-Piste bald kurvenreich nach Süden bis auf den Gipfel des Tulla Deemtu (4.377 m) - es ist die höchste Straße des afrikanischen Kontinents. In der Hochheidezone der Bale Mountains gibt es zahlreiche endemische Vogel - und Pflanzenarten. Hier leben auch noch der rare äthiopische Wolf, Berg-Nyalas und andere Antilopenarten, Raubvögel und die großen Lammergeyer. Wir sehen fast mit Sicherheit den äthiopischen Wolf; von den etwa 500 Tieren leben etwa die Hälfte in Bale. Vorher passieren wir eine Reihe von alpinen Seen; aus der Heidezone ragen Lobelien auf.

413_bale1.jpg 413_wolf.jpg

Wir werden in dieser herrlichen Landschaft einige Stunden auch zu Fuß unterwegs sein.
Während kaum 20 Kilometern ändert sich nun die Landschaft: wir fahren noch tiefer und kommen in den Bergregenwald von Herenna. Er wird von Steineiben (Podocarpus) mit Flechten und Farnen geprägt - eine Stimmung wie im Märchen der Gebrüder Grimm. Wir treffen Bauern der Oromo, die uns zeigen, wo und wie sie den begehrten und raren Wildkaffee ernten. Rückfahrt nach Goba, dort dritte Übernachtung. 

10. Tag: Goba - Yirga Alem (320 km)
413_aregash_lodge.jpgFahrt nach Westen bis Yirga Alem. Der Ort ist lang gestreckt, die Straße mündet in eine Piste, und dann kommt eine Überraschung: die Aregash Lodge. Sie wurde 2004 eröffnet; Besitzer ist der Halb-Grieche Gregory Missiladis. Die 10 Bungalows im Sidamo-Stil sind Meisterwerke der örtlichen Baukunst, ganz aus Bambus geflochten und mit perfekten „westlichen“ Bädern.

11. Tag: Yirga Alem und Umgebung
Wir besuchen Kaffee-Gärten des Sidamo-Kaffees und eine Kaffee-Waschanlage, sprechen mit Kaffeebauern und erleben das Ende der Erntezeit (zwischen Oktober und Februar). Knapp ein Fünftel (ca. 39.000 t) der äthiopischen Jahresproduktion ist Sidamo-Kaffee. Er besitzt eine harmonische Säure und einen guten Körper. 2009 gab es aufgrund des weitgehenden Ausfalls der kleinen Regenzeit Ernteausfälle von bis zu 60%. Zweite Übernachtung in der Lodge.

12. Tag: Yirga Alem - Langano-See - Addis Abeba (150 km)
Weiterfahrt nach Norden nach Awasa, 60 km, mit dem farbenfrohen Fischmarkt und weiter zum Langano-See. Im See kann man gefahrlos baden; es gibt hier u.a. Pelikane und Flamingos. Übernachtung in der naturnahen Bishangari Lodge direkt am See.

13./14.Tag: Tag: Langano-See - Addis Abeba (170 km) - Rückflug
Vorbei an den Seen, zuletzt am Zway- und Koka-See verlassen wir das Rift Valley und fahren noch 25 km von der Kreuzung nach Addis gen Osten, und über Nazreth zurück nach Addis Abeba. Nachmittags zur freien Verfügung oder Besuch des "Mercato", einem der größten überdachten Märkte des Kontinents sowie der St. Georgs-Kirche. Abflug um 22:50 Uhr, Ankunft am nächsten Morgen um 06:30 Uhr in Frankfurt.


Im Reisepreis enthalten: Programm mit meist einheimischer, englischsprachiger Reiseleitung, Fahrten im Geländewagen, volle Verpflegung; Detailkarte.

Nebenkosten: Flüge, Visagebühr 37 € (50 Dollar bei der Einreise), Getränke, Versicherungen, persönliche Ausgaben, Trinkgelder.

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Tourdaten
Termine / Preise
08.11.2018 - 21.11.2018: 2390.00€


Basispreis: 2.390 €
+ Flüge (ab ca. 700 €)
Einzelzimmer: + 220 €
2 Teiln: + 400 € p.P.
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