Special Tour Westafrika - Reiseverlauf

Vom Sahel zum Atlantik

Burkina Faso, Benin und Togo: Kultur und Traditionen, Safari, Voodoo, Traumstrände

st34-karte-a.jpg

Wir fahren in drei interessante westafrikanische Länder, vom Sahel hinunter an den Atlantik: zunächst in den Süden von Burkina Faso, dann durch Benin und Togo.

Wir erleben ganz unterschiedliche Landschaften und Völker. In Burkina Faso besuchen wir das entstehende Opernhaus, ein ganz besonderes Dorf an der Grenze zu Ghana und für zwei Nächte eine ebensolche Lodge, gelegen auf einer Insel.
Benin: im wildreichen Pendjari-Nationalpark gehen wir auf Safari - fast immer sieht man Elefanten und Hippos, sehr oft auch Löwen und natürlich Antilopen. Das Gebiet der Somba mit seinen kleinen Wohnburgen und Baobabs ist ein Stück vergessen geglaubtes Bilderbuch-Afrika. Im Süden von Benin reisen wir auf den Spuren des Sklavenhandels und zur Wiege des Voodoo nach Abomey und Ouidah.
Zuvor sind wir in Togo auch auf den Spuren deutscher Kolonialgeschichte unterwegs und besuchen den Togosee. Höhepunkt zum Schluss ist das einzigartige Pfahlbaudorf Ganvié - auch der Markt wird auf dem Wasser abgehalten.
Zum Schluss können Sie die Reise noch erholsam unter Palmen am Meer in einem schönen Hotel verlängern.

Burkina Faso: „das „Land der Unbestechlichen" hat es trotz widriger Umstände aus eigener Kraft geschafft, die Spirale von Armut und Unterentwicklung zu beenden.
Der Regisseur und Intendant Christoph Schlingensieff arbeitete bis zu seinem Tod am 21.08.2010 daran, in Burkina Faso ein Opernhaus zu bauen - mit Schule und Krankenhaus. Wir werden die Baustelle bei Ouagadougo besuchen. Die Schule wurde im Oktober 2011 schon eingeweiht.
Homepage von Christoph Schlingensieff mit Kurzfilmen und Links.

 

215_Burkina_festspielhaus.jpg
Collage des geplanten Opernhauses bei Ouagadougou

In Tiébélé bewundern wir kunstvoll dekorierte Häuser der Gurunsi und erholen uns in einer kleinen Lodge, gelegen auf einer Insel im See. Oft ziehen hier Elefanten vorbei.

Benin: Im Norden reizt das Land mit dem wildreichen Nationalpark von Pendjari, Wasserfällen und dem Atakora-Bergland. Südlich der erodierten Bergkette liegt der Ort Natitingou; dort übernachten wir für zwei Nächte in einem angenehmen Hotel und besuchen die noch ursprünglich lebenden Somba; ihre Lehmgehöfte gleichen kleinen Burgen. Wir reisen dann durch Togo und zum Schluss wieder nach Benin: im Süden blüht der Voodoo-Kult; in Abomey fahren wir mehr über Sklavenhandel und grausame Könige; das Dorf Ganvié mit seinen Stelzenhäusern im Wasser gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Weiter geht es ins schmale Nachbarland Togo, bis zum 1. Weltkrieg (wie Kamerun) deutsche Kolonie. Deren Wurzeln erleben wir am Togosee: hier wurde 1884 der „Schutzvertrag" mit dem Kaiserreich geschlossen - durch den ehemaligen Afrikaforscher Gustav Nachtigal. In Benin können wir uns zum Schluss noch in einem schönen Strandhotel entspannen und auch die Reise verlängern.

Reiseverlauf

Enthaltene Mahlzeiten: F = Frühstück, M-Pn: Mittags-Picknick (leichte Mahlzeit), A = Abendessen

1. Tag / Sa: Flug nach Ouagadougou
Flugmöglichkeiten: mit AIR FRANCE; TURKISH AIRLINES, ROYAL AIR MAROC oder ETHIOPIAN AIRLINES.
Abholung am Flughafen im Osten der Stadt und Transfer in das Gästehaus "Chez Tess" mit geschmackvollen Zimmern und einem tollen Garten - alles, was an den Wänden hängt (Masken, Stoffe, etc.) kann man auch kaufen. Und alles hat Stil. Das Gästehaus hat die schwedische Künstlerin im Viertel Zogona, 10 Minuten vom Zentrum, vor einigen Jahren eröffnet. Sie lebte vorher in Agadez/Niger, wo sie noch ein Gästehaus hat - aber die Sicherheitslage ist dort noch schlecht. (Mahlzeiten im Flugzeug).

2. Tag: „Ouaga" und Umgebung
Alle nennen die Hauptstadt nur „Ouaga". Es hängt fast immer ein leichter Staubschleier über der Stadt, verstärkt durch Hundertausende von Mopeds und auch Fahrrädern - in keiner anderen Kapitale ist man auf diese Art so mobil wie hier. Weiterhin einzigartig: trotz des Wachstums gibt es keine „bidonvilles", also keine Slums oder Elendsviertel.
Morgens besuchen wir das Kunsthandwerkszentrum mit seinen Gelbguss-Kunstschmieden, Lederverarbeitern, Batikkünstlern und Holzschnitzern.
Wir sehen auch einige neuere Gebäude im afrikanischen Stil. Der ambitionierten Stadtteil „Ouaga 2000" im Süden ist aber auch bei vielen Einheimischen umstritten; ein betont luxuriöses Viertel, der Neubau protziger Verwaltungsgebäude seien in einem so armen Land unpassend und nicht notwendig. Ebenfalls kritisiert wurde die libysche Finanzierung...
Nachmittags besuchen wir Laongo 35 km östlich: ein 1989 gegründeter Skulpturenpark, dessen Granitsteine alljährlich im Februar von nationalen und internationalen Künstlern bearbeitet werden und den Park weiter vergrößern. In der Nähe entsteht auch das Opernhaus-Dorf des burkinischen Architekten Francis Kéré, gegründet von Christof Schlingensieff.
Abendessen in einem Restaurant oder "Biergarten" nach Wahl; zweite Übernachtung. (F / M-Pn / -).

3. Tag: Ouaga - Tiébélé (170 km)
Wir verlassen „Ouaga" schnurstracks nach Süden auf einer makellosen, neuen Straße. Vor Kombissiri (40 km) geht es einige km zu einer urwüchsigen Moschee. Dann kommen wir ins Land der Animisten - und der Töpfer: bei Toessé, 20 km weiter, sind viele Töpferwaren an der Straße zu sehen, in Pô (145 km südlich von Ouaga) noch mehr schwarz-glänzende Töpfe, auch Tonpfeifen.
Wie an den folgenden Tagen (bis zum 8. Reisetag) suchen wir uns eine Dorfkneipe für das Mittags-Picknick - es gibt aus Ouaga z.B. mitgebrachten Nudel- oder Reissalat; baguette und Obst finden wir überall.
36 Pisten-km östlich von Pô erreichen wir das Dorf Tiébélé mit kunstvoll bemalten Wohnburgen der Kassena; davor halten wir an einem riesigen Baobab (Affenbrotbaum. Auch das Dorf ist von Baobabs umgeben - wir werden sie auch in den nächsten Tagen immer wieder sehen. Alte Bäume sind über 500 Jahre als und gelten bei Afrikanern als Symbol der Weisheit.
Auf den ersten Blick ist das weitläufige Dorf eher enttäuschend: Baobabs, viele Mangobäume und ein Hügel bieten zwar ein schönes Bild, doch die verstreut liegenden Gehöfte sind nicht dekoriert. Dies ist nur der Fall in der „Altstadt“, dem Königshof, „Cour Royale“. Hier leben etwa 300 Menschen der Kassena in traditionellen Vierteln, z.B. die Königsfamilie, deren Diener, Brüder und Hüter der Heiligen Flöten. Die wulstigen Mauern bilden schmale, gewundene Gassen. Dem König sind 67 Dörfer der Umgebung unterstellt.
Einige Bemalungen sind alt - viele aber (die von jüngeren Frauen) werden jährlich neu gemacht oder restauriert - einzigartig. Die Frauen benutzen dazu schwarze Farbe, die aus Graphitpulver und Wasser gemischt wird. Die weiße Farbe gewinnen sie mit Hilfe von Specksteinen.

t225_Tieb.jpg t225_Tieb1.jpg

Als Motive dienen Muster und Symbole, die entweder dem Alltagsleben oder der religiösen Symbolik entnommen sind. In Tiébélé liegt auch das Gehöft des Königs (Cour Royale) der Kassena, Poawê I.
Die kleinen halbrunden Eingänge haben auch bei dieser Ethnie eine Schutzfunktion: der eventuell unliebsame Besucher kann nur gebückt eintreten. Alle Schmuckelemente haben Symbole: drei Zacken etwa symbolisieren die Flügel der Fledermaus. An den Hütten sind auch of plastische Tier-Elemente angebracht: die der Schlange (Boa Di, Totemtier der Kassena), Eidechsen, Krokodile. Geopferte Hühner dienen auch als Grabbeigabe.
Dürre und Landflucht, auch Generationenwechsel drohen die Traditionen auch hier verschwinden zu lassen. Damit die Haus-Dekorationen noch (teilweise) im Königshof erhalten bleiben, wurde ein lokaler Hilfsverein gegründet. Auch Jüngere haben erkannt, dass die Rückbesinnung auf alte Werte hilft, im Sog einer Einheitskultur unterzugehen. Sie können dort ein sehr schönes Heft mit exzellenten Fotos und Informationen der Reihe „Africa 2000“ erwerben (in frz., 6.500 CFA).
Je nach dem Tag und der Saison können wir mit Glück in einem der Nachbardörfer (z.B. Kaya, Tangassako...) auch einen Markt oder ein Fest besuchen. Viele Kontakte zu den Menschen sind aber auch so schon garantiert. Abendessen und Übernachtung im "Campement Kunkulo" im Ort - rustikale, saubere Hütten, Dusche aus dem Eimer. Das Hotel ist originell: Sie schlafen in dekorierten Wohnburgen – wenn es im Zimmer zu warm ist, auch auf der Dachterrasse. (F / M-Pn/ A).

4. Tag: Tiébélé - Lac Koumpienga (410 km)
Mit etwas Glück sehen wir kleine oder auch größere Märkte, und auf jeden Fall gibt es auch heute interessante Begegnungen. Wir fahren zunächst rund 150 km Piste über den Ort Zabré, an einem Stausee vorbei und erreichen südlich von Tenkodogo wieder die Asphaltstraße - weiter nördlich nach Koupela und knapp 100 km östlich nach Fada-Ngourma. Von hier aus geht es dann nach Süden, vorbei am Pama-Naturschutzgebiet. In Pama angekommen, fahren wir weitere 14 km auf eine Naturstraße (Piste) bis zum Stausee von Kompienga.
Hier hat der Franzose Thiery Ferré 2007 seinen Traum verwirklicht: seine Thialy-Lodge wurde auf einer kleinen Insel wurde eingeweiht. Nach schlechten Regen 2011 sank der Wasserspiegel; tote Bäume ragen wie moderne Skulpturen aus dem Wasser. Die Insel besteht aus hoch aufgetürmten, oft großen und glatten Felsen – es erinnert an die Seychellen. Unten stehen 5 cremefarbene Häuser, oben sind nochmals drei. Die Insel wird von einem offenen Speiseraum dominiert, gestützt auf drei Reihen alter Baumstämme,  gedeckt mit dem Holz von Rônier-Palmen und mit Stroh. Auch hier dominieren Erdfarben und warmes Gelb – ebenso wie in den geschmackvollen (klimatisierten) Zimmern. Unterhalb ist ein kleiner Pool in die Felsen integriert. (F / M-Pn / A).

5. Tag: Erholungstag in der Thialy-Lodge auf dem See
Die Lodge ist ein Geheimtipp. Von oben öffnet sich ein afrikanisches 360 Grad-Panorama – hinweg über knorrige Baobabs und die Felsen auf das Wasser, ferne Hügelketten und afrikanischen Busch bis zum Horizont. Hier oben kann man lange in einem der rustikalen Holzsessel sitzen, schauen und träumen. Sie können auch mit Fischern hinausfahren oder das Boot (27 € pro Stunde) mieten, etwas für einen „Sundowner-Trip“. Durch fehlenden Regen 2011 ist der Wasserstand des Sees gesunken, wird aber wieder steigen. In der Trockenzeit sieht man nah am Ufer auch oft Elefanten. Jeweils am Sonntag ist in Pama der Wochenmarkt.
Joseph Douti (ein Togoer aus Dapaong im Norden) managt die Lodge und war schon beim Bau dabei – alles musste hochgetragen werden, mit Hilfe von Eseln. Der sympathische, dynamische junge Mann kocht auch und backt sogar Kuchen. Es gibt z.B. fangfrischen Capitaine-Fisch, Huhn, mit Glück auch Antilope oder Wildenten. Das Bier ist kalt, und auch Wein ist im Angebot, die Flasche für ca. 15 Euro. (F / M / A).

6. Tag: Pama - Pendjari-Nationalpark / BENIN (ca. 180 km)
Wir fahren heute zunächst auf der Asphalstraße weiter nach Süden, über Pama bis an die Grenze nach Benin (145 km). Die (schnellen) Ausreise-Formalitäten sind in Tindangou, 24 km vor der Grenze; sie wird durch den Pendjari-Fluss gebildet. Mittags-Picknick auf der Terrasse der Rastanlage von Porga am Parkeingang. Das Campement von Porga mit seinen großen Rund-Bungalows (und neueren Zimmern) bietet auch eine große Terrasse; hier gibt es kalte Getränke zum Mittagessen. Davor passierten wir Dörfer der Berba, die zwischen der Grenze und Tanguéta leben. Die relativ kleinen Speicher aus Lehm stehen wie auf Elefantenbeinen und tragen ein Stroh-„Röckchen“.
Nun sind wir im Pendjari-Nationalpark, der bereits 1961 gegründet wurde und der östlich hinter der Grenze in den Arly-Park von Burkina Faso übergeht. Das Gebiet ist sehr wildreich: hier leben fast 900 Elefanten, etwa 2.000 Büffel, über 300 Löwen, ca. 1.300 Hippos, Leoparden, Antilopen, Krokodile und über 470 klassifizierte Vogelarten.
Die oft schlechte Naturstraße mäandert entlang der Grenze; wir werden auf dem Weg nach Osten zum Safari-Hotel sicher schon Tiere beobachten können. Wir passieren zwei kleine Seen, das "Mare" Yangouali (mit Hippos) und das Mare Sacré.

Broschüre Pendjari (PDF)

Praktische Infos Pendjari (PDF)

Abendessen und Übernachtung in der neuen, rustikalen Pendjari Lodge, mit stationären Zelten nach dem Vorbild der ostafrikanischen "Tented Camps".

Pendjari ist seit 1986 ein Biosphären-Reservat nach UNESCO-Klassifikationen; seit 1999 gibt es eine Kooperation mit den hier ansässigen Menschen, die so vom Tourismus und Naturschutz profitieren; 23 Dorfgruppen wurden gegründet. 2007 kamen rund 6.500 Besuchen. Die Jagd ist streng kontrolliert; das Jagen alter und kranker Tiere trägt mit über 65% zu den Park-Einnahmen und damit zum Naturschutz bei. Über 450 km Pisten durchziehen den Park. (F / M-Pn / A).

st26_hippos.jpg st26_buffle.jpg
Foto: Matthias Kunert Foto: Matthias Kunert

7. Tag: Pendjari - Tanguiéta (ca. 160 km)
Tierfreunde sollten heute um 6 Uhr abfahren zu einer Morgen-Safari: zum Mare Fogou einige km östlich des Hotels – hier sind um diese Zeit häufig Löwen zu sehen; im Mare Diwoul westlich auch Hippos. Das zentrale Mare Bali hat eine Beobachtungs-Plattform. In der Nähe halten sich häufig Löwen auf. In Batia verlassen wir den Nationalpark; Sie können hier noch Informationsmaterial kaufen, auch eine DVD in Deutsch. Die Fahrt bis Tanguiéta (gut 40 km) verläuft nun südwestlich entlang der Bergkette von Atakora. Manchmal unterbrechen senkrechte Felsmauern die Trümmerberge; bewachsen mit kleinen, knorrigen Bäumen. Wir passieren Dörfer der hier lebenden Gourmantché und Tankaba.

Auf einer guten Piste fahren wir durch gelbe Trockensavanne, vorbei an Baobabs (Affenbrotbäumen) nach Tanguiéta. Vor dem Ort bewundern wir die Wasserfälle von Tanougou, die in Kaskaden über Felsen schäumen; man kann hier auch ein erfrischendes Bad genießen. Mittagessen auf der Terrasse in einem kleinen Hotel bei den Wasserfällen (nicht enthalten).
Abendessen, Übernachtung im einfachen, aber sympathischen "Hotel Baobab" außerhalb von Tanguiéta (F / - / A).

8. Tag: Tanguiéta - Umgebung von Natitingou (80 km)
Fahrt nach Natitingou, 45 km, im ersten Drittel über die felsige Hügelkette von Atakora, die südwestlich verläuft. 15 km südöstlich von Natitingou besuchen wir die „Cascades" von Kota (kleine Wasserfälle) und einen interessanten Botanischen Garten zur Erforschung natürlicher Heilpflanzen, die seit Menschengedanken von hier lebenden Ethnien benutzt werden.
Dann geht´s knapp 30 km nach Südwesten, in das Land der Somba. Wir werden hier mit einem kundigen Führer einige Stunden vom Dorf Koussoukoingou aus zu Fuß unterwegs sein und dann einige Dörfer besuchen. Es wurde dort eine Vereinigung von guides gegründet, die mit Besitzern ausgewählter Gehöfte kooperieren. Überall stehen einzelne Lehmgehöfte, die kleinen Burgen ähneln: Kennzeichen der hier lebenden Betamaribé, die unter dem Namen Somba bekannt sind. Ebenso wie ihre Nachbarn in Togo, die Tamberma, sind sie Animisten, also Anhänger von Natur-Religionen. Sie tragen nun Kleider, aber beschwören die Götter noch immer mit (Hühner-) Opfern, jagen mit Pfeil und Bogen. Abendessen und Übernachtung  mitten im Somba-Land, in einem neuen, originellen und komfortablen Hotel, mit Bau-Elementen der Somba-Burgen (F /- / A).

9. Tag: Somba-Land - Sokodé / TOGO (240 km)
Von Natitingou verläuft die gute Straße 70 km bis Djougou – dann geht es 30 km weiter westlich auf einer neuen, erst 2011 fertig gestellten Straße. Die Ausreiseformalitäten gehen schnell; die Einreise nach Togo dauert etwas länger – alle Angaben werden sorgfältig in ein großes Buch eingetragen, auch der Beruf. Von hier aus sind es 30 km nach Kara, vorbei an belebten Dörfern und vielen Baobabs. Die Idylle des „Bilderbuch-Afrikas“ gestern mit den traditionellen Tata Somba ist hier vorbei; die meisten der Häuschen haben Wellblechdächer.
Dafür warten aber ganz neue Eindrücke auf uns – auch landschaftliche – mit immer üppigerer Natur. Der 2005 verstorbene Präsident Eyadema (seither ist sein Sohn dran...) stammte aus Pya 20 km nördlich und investierte viel in die Region - meist für sinnlose Protzbauten. Kara wurde schon von den Deutschen um 1910 angelegt. Mit einem lokalen Guide fahren wir vorbei am überdimensionierten, von Chinesen gebauten Haus der Partei und hinein in die Kabyé-Berge zum letzten dort arbeitenden Schmied der Kabyé. Mit einem kantigen Stein formt der Gehilfe das glühende Eisen zu Hacken und anderen Utensilien für die Bauern. Zurück nach Kara geht es in Serpentinen auf einer anderen (Natur-)Straße durch eine schöne Berglandschaft mit Anbauterrassen: die Kabyé werden auch „Steinbauern“ genannt.
30 km südlich führt die Straße durch eine schmale Schlucht, die „Faille d´Aledjo". Hinter Bafilo führt die Straße in vielen Kehren hinauf auf ein Plateau und bietet weite Blicke in die Savannenlandschaft. Bizarre Felsen stehen dort oben wie Skulpturen eines Künstlers; wir werden dorthin einen kleinen Gang unternehmen. Sokodé ist die zweitgrößte Stadt des Landes nach Lomé und wird überwiegend von Muslimen bewohnt.
Abendessen, Übernachtung im etwas betagten, aber gut geführten Central Hotel mit einem großen Garten. (F / - / A).

10. Tag: Sokodé - Atakpamé - Kouma Kounda - Kpalimé  (300 km)
Aufgrund der längeren Fahrt und der vielen Eindrücke heute sollten wir gegen 7 Uhr das Hotel verlassen. Wir fahren weiter durch die Feuchtsavanne – vorbei an Palmen, bald sind auch große, einzelne Bäume mit Brettwurzeln zu sehen. Die Straße wird nach etwa 50 km deutlich schlechter und in der zweiten Hälfte nach Atakpamé (160 km) gibt es noch mehr Schlaglöcher. Vor dem Ort, ab 1910 Sitz deutscher Gouverneure, fahren wir 5 km östlich nach Kamina: hier wurde im Juli 1914 eine deutsche Funkstation mit riesigen Turbinen und 9 Sendemasten eingeweiht – Kontakte nach Deutschland, aber auch weiter zu den damaligen Kolonien in Deutsch-Ostafrika und Südwestafrika. Aber schon gut einen Monat später wurde der 1. Weltkrieg auch hierher getragen – Franzosen und Engländer griffen an, die Deutschen zerstörten selbst die Station.
Landschaftlich schöne Weiterfahrt (105 km) gen Südwesten auf wieder schlechter Straße nach Kpalimé. Weiter zum nahen Kouma Konda auf der Berghöhe des Mt. Kloto, im Wald vom Missahoé. Der Name geht zurück auf "Missahöhe" zurück. Er wurde 1890 auf Betreiben des Kaiserlichen „Kommissars für Togoland" (offizieller Titel 1885-1893) Jesko von Puttkamer vom damaligen Hauptmann Herold „5 Tagesmärsche von Lomé" am einzigen über die Togo-Gebirgskette führenden Pass gegründet. Durch die Stationsgründung bekräftigten die Deutschen ihren kolonialen Anspruch, mussten aber 1914 vor den Briten flüchten. Die Gebäude der alten Station stehen noch heute. Nahe der Station gibt es einen mitten im Wald gelegenen deutschen Soldatenfriedhof mit gut erhaltenen Grabsteinen.
Rückfahrt ins nahe Kpalimé; Abendessen und Übernachtung im kleinen, sehr gut geführten Hotel "Chez Fanny" - die Beninerin betreibt es zusammen mit ihrem bretonischen Mann. Auf der Speisekarte stehen denn auch Froschschenkel - aber auch Gerichte mit Crevetten und Fisch... (F / Pn / - ).

11. Tag: Kpalimé - Lomé - Togosee (180 km)
Weiterfahrt nach Süden durch das Siedlungsgebiet der Ewe. Ankunft in Lomé, der beschaulich-afrikanischen Hauptstadt Togos mit einem Feuerwerk von Farben und Gerüchen. Besuch des Fetisch- und Großmarktes und des Nationalmuseums, wenn es offen ist...
30 km östlich erreichen wir Togoville über Anecho, einer der Verwaltungsorte in der deutschen Kolonialzeit 1994 - 1914. Besichtigung des Museums und Ankunft in Togoville und Besuch im Hof vom König Mlapa III., der 1884 mit dem ehemaligen Afrikaforscher Gustav Nachtigal den deutschen "Schutzvertrag" in Baguida unterschrieb.
Abendessen, Übernachtung im sympathischen Hotel Safari ganz in der Nähe des Meeres. Die Schweizerin Frau Boto hat es aufgebaut - und alle sind mit Freude und Fröhlichkeit mit dabei; gutes Essen. ( F / - / -).

12. Tag: Togosee - Anècho - Abomey / BENIN (190 km)
Fahrt zur nahen Stadt Anècho mit vielen verblichen Kolonialgebäuden - hier war zunächst die deutsche Verwaltung. Voodoo ist hier stark verwurzelt. Grenzübertritt nach Grand Popo, Weiterfahrt nach Norden über Loko bis Abomey, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadt selbst macht allerdings einen ärmlich, fast heruntergekommenen Eindruck.
In Abomey, der ehemaligen Hauptstadt der Königreiche von Dahomey, besuchen wir die Königspaläste von Glélé und Ghézo. Dort sehen wir die ursprünglichen Throne (zum Teil auf Totenschädeln) der alten Könige seit der Gründung der Königreiche im 17. Jahrhundert.
Einige Jahre gab es in Abomey zwei Könige, einen Nachfahre des letzten Königs des Reiches Danxomè, Agoli-Agbo, und einen Nachfolger des Königs Béhanzin. Ende 2010 wurde nun endlich offiziell durch eine Experten-Kommission festgelegt, wer denn nun der wahre König sei - Agoli-Agbo, aber immer noch ist die Meinung der Bevölkerung dazu gespalten. Wichtig war die Festlegung jedenfalls, da der König zwar keinerlei politische Macht mehr hat, aber doch für die Durchführung vieler Zeremonien unerläßlich ist. Nach jahrelanger Pause ist es mittlerweile aber gar nicht mehr so einfach, sich auf den korrekten Ablauf von Zeremonien zu besinnen, die nur in größeren Abständen durchgeführt werden. In alten Zeiten wurde derjenige, der einen Fehler machte, umgebracht…
Wir können mit Glück eine Audienz beim König erhalten; ca. 100 €, geteilt durch die TeilnehmerInnen - inklusive seiner "Hofdamen" und Getränken. Der Nasenschutz ist traditionell - er soll symbolisieren, dass der (sehr offene und freundliche) König nicht die Luft der gewöhnlichen Sterblichen einatmet...
Neben dem Palast liegt der Markt, der „rotierend" alle 5 Tage abgehalten wird. Aber auch sonst ist hier immer etwas los - es gibt u.a. viele Fetische, und der Besuch ist nichts für schwache Nerven: in Käfigen werden lebenden Katzen und Hunde als Opfertiere gehalten... getrocknete Affen- und Vogelköpfe zuhauf.... Auf jeden Fall sollten Sie sich mit Stoffen eindecken - farbenfrohen Applikationen (traditionell Königs-Symbole) - auch z.B. als Kopfkissenbezug oder Küchenschürze.
Abendessen, Übernachtung in einer sympathischen Auberge. Sie wurde vor einigen Jahren restauriert; das Kolonialgebäude mit großer Terrasse war in den 40er Jahren das Gästehaus des französischen Gouverneurs. (F / - / A).

13. Tag: Abomey - Ganvié - Ouidah (190 km)
Rückfahrt nach Süden nach Cotonou - leider mit unzähligen Schlaglöchern. Auf halber Strecke biegen wir ab nach Toffo - in schöner Landschaft liegt dort ein Benediktinerkloster. Hier leben noch einige französische Schwestern; Sie können hier auch gute Marmelade kaufen.
Bei Allada werden Ananasfelder bestellt - und Sie können frische Vitaminbomben kosten. Auch dieser Ort war bis zum 18. Jh. ein wichtiger Sklavenhandelspunkt. Toussaint Louverture, Befreier der Haïtier, stammt von hier.
Wir erreichen wir die Stadt Abomey-Calavi am Nokoué-See und steigen ins Motorboot um. Wir genießen eine schöne Bootsfahrt nach Ganvié, dem größten Pfahlbaudorf Afrikas. Hier erleben wir den eindrucksvollen Alltag auf dem Wasser: Männer beim Fischfang, Frauen bei der Arbeit, auf dem Wassermarkt und Kinder auf ihren Pirogen.

225_Ganvie1.jpg 225_Ganvie2.jpg

Rückfahrt nach Cotonou  und weiter nach Ouidah, der Wiege des Voodoo. Abendessen und Übernachtung im Strandhotel Le Jardin Brésilien: Bungalows am Strand unter Kokospalmen, die „Diaspora Auberge". Vor allem zum Voodoo-Fest am 10. Januar kommen Tausende aus der „Diaspora": aus der Karibik vor allem. Im Bau sind deshalb noch Herbergen mit den „Arbeitstiteln" Haiti, Martinique, Antillen... auch von den USA reisen viele Voodoo-Anhänger und Schwarze auf den Spuren ihrer Wurzeln, ROOTS. (F / - / -).

14. Tag: Ouidah - Cotonou (60 km) - Rückflug (Basis-Version)
225_schlange.jpgWir besuchen in Ouidah den Heiligen Wald Kpassé, das portugiesische Fort und den Pythontempel - hier lebt die mythische "Regenbogenschlange" Dangbé. Ein Bild mit einer der Schlangen um den Hals im Python-Tempel gilt als beliebte Erinnerung... Wir werden auch die ehemalige Sklavenroute bis zum Tor des sogenannten "Nicht Wiederkommens" nachfahren.
Entspannung am Strand - auf Wunsch können Sie das natürlich noch verlängern.
In Cotonou Besuch (und Einkäufe) des interessanten „Village Artisanal" - hier können Sie Kunsthandwerkern auch bei der Arbeit zusehen. Es gibt auch schöne Batiken. Auf Wunsch noch Fahrt und Besuch von Porto Novo, der ehemaligen Hauptstadt (Museum, Kolonialgebäude) 40 km östlich und Rückflug.
ACHTUNG: kaufen Sie nach dem Einchecken keine alkoholischen Getränke im Duty Free von Cotonou! Denn in Paris checken Sie ja nochmals zum Weiterflug ein - und dort wird Ihnen das dann abgenommen….

Verlängerung - Hotels (nicht im Basispreis enthalten, Beispiel):
3* Casa del Papa, bei Ouidah, schöne Bungalows am scheinbar endlosen Sandstrand unter Kokospalmen.

Leistungen: Programm wie beschrieben mit allen Transfers und Fahrten; lokale, englischsprachige Reiseleitung, Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen außer dem 1. und 14. Tag, weitere Mahlzeiten wie angegeben; Sicherungsschein.

Nebenkosten: Linienflüge (ab ca. 800 €), Visakosten (Burkina Faso: 35 €, Benin: 75 €, Togo 30 €); nicht aufgeführte Mahlzeiten; Eintrittsgelder, Getränke, Trinkgelder.

 

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
16.01.2018 - 30.01.2018: 2690.00€


Basispreis: 2.690 €
+ Flüge (ab ca. 700 €)
Einzelzimmer: + 260 €
Individuelle Durchführung,
Preise pro Person:
2 Teiln.: 3.090 €
3 Teiln.: 2.790 €
Tour-Suche


OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
Mail: service@oasereisen.de