Tour 425 - Reiseverlauf

Unbekanntes Somaliland

Ideale Kombination mit Äthiopien

Karte Tour 425Entdeckungen in Somaliland

Ein Land das kaum jemand kennt und das sicher ist: die junge Republik am Horn von Afrika

Somalia? Na klar: am Horn von Afrika, ein zerrüttetes Land. Warlords und Piraten haben das Sagen. In der einstigen Hauptstadt Mogadischu kann man nur im Panzerwagen unterwegs sein.
Somaliland? Wie?
Ein junges Land, 1991 selbständig geworden. Besser: der nördliche Teil von Somalia, einst britisches Protektorat (der Süden war italienisch) rief einseitig seine Unabhängigkeit aus, um nicht in den Wirren des Bürgerkriegs zusammen mit dem ganzen Staat unterzugehen. Das war eine weise Entscheidung, die da Clan-Älteste in der Stadt Burao trafen.
Schon 1888 besetzten Briten die Hafenstadt Berbera (die wir auch besuchen), 1941 wurde Hargeisa ihre Verwaltungs-Kapitale; dort steht im einstigen britischen Club noch immer das Piano. 1960 wurden Somaliland und der große italienische Teil (Hauptstadt: Mogadishu) separat unabhangig, aber schlossen sich wenige Tage später zusammen – ein Fehler für Somaliland. Ganz Somalia litt ab 1969 unter dem brutalen Diktator Siad Barre, der einen Aufstand von Offizieren in Hargeisa 1978 mit Massen-Hinrichtungen beantwortet. Aber Somaliand kämpfte unter großen Verlusten um die Unabhängigkeit. Nach der Flucht von Barre 1991 herrschten bis heute Clanchefs, Warlords und Piraten am Horn von Afrika – aber nicht in Somaliland. Nach der Unabhängigkeit wurde damit begonnen, die Infrastruktur und die weitgehend zerbombte Hauptstadt Hargeisa wieder aufzubauen, Exil-Somalier übernahmen weitgehend die Finanzierung.

Das Land hat eine demokratische, gute Regierung und ist nicht korrupt. Das ist so selten in Afrika wie ein Brunnen in der Wüste. Ebenso selten: die Wirtschaft entwickelt sich, der Lebensstandard für die etwa 3,5 Millionen Somalis im Land (viele sagen, es die schönsten Menschen der Welt) wächst stetig. Die Regierung erstickt nicht alles in Bürokratie wie meist in Afrika, sondern vereinfacht und hilft, wo sie kann. Das Bruttosozialprodukt ist mit 350 Dollar pro Jahr immerhin schon höher als in Tansania oder Äthiopien.
Zehntausende Somalis sind in ihre Heimat zurückgekehrt und helfen, das Land weiter aufzubauen. Bedeutend sind Vieh-Exporte in Arabische Länder; der Hafen von Berbera ist bedeutend. Mineralwasser wird seit 2013 ebenso exportiert wie Eisenerz und Mangan. Ende Januar 2014 hat die Weltbank einen großen Kredit bewilligt, nachdem man das Land 20 Jahre eher misstrauisch beäugte, das de facto unabhängig, aber noch immer nicht international anerkannt ist - ein Riesenfehler der Diplomatie. Und noch immer ist Somaliland nicht in der OAU (Organisation für Afrikanische Einheit) vertreten, obwohl der Antrag 2005 gestellt wurde. „Man“ (d.h. viele Präsidenten von „Schurkenstaaten“ befürchten, das die einseitige Ausrufung der Unabhängig auch in Teilen anderer Länder Schule machen könnte. So ist es, auch was „good governance“ angeht, ein Beispiel für ganz Afrika. Und macht dadurch vielen korrupten Diktatoren Angst… Dabei würde die Anerkennung die ganze Region stabilisieren. Immerhin hat die Türkei im November 2013 in Hargeisa ein Konsulat eröffnet.

Las Geel Somaliland

Und natürlich rät auch das AA (Auswärtige Amt) von Reisen nach Somaliland ab:
Reisen nach Somaliland sind ebenfalls gefährlich insbesondere in den weiter östlich gelegenen Teilen dieser Region. Größere Anschläge gab es dort zuletzt 2008. Seither ist es in Ost-Somaliland bzw. in den zwischen Somaliland und Puntland umstrittenen Gebieten immer wieder zu Zusammenstößen bewaffneter Milizen gekommen. Erneute Anschläge können auch in Somaliland zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen werden.

ABER: wir sind nicht im Osten von Somaliland unterwegs, sondern in 100% sicheren Gebieten. Manchmal gibt es noch Minen aus dem Bürgerkrieg und dem nachfolgenden Grenzkrieg mit Äthiopien, aber nicht direkt entlang der Routen. Und Anschläge können in fast keinem Land der Welt mehr ausgeschlossen werden.

Warum dann also nach Somaliland?
Auch ein Ausdruck der Solidarität. Es ist eines der unbekanntesten Länder auf dem Planeten - mit einer unglaublich freundlichen, herzlichen, schönen Bevölkerung. Die Felsmalereien von Las Geel nahe der Hauptstat Hargeisa sind 5.000 Jahre alt und zählen zu den Meisterwerken überhaupt - noch immer farbenfroh, wie frühe Picassos an den Felswänden. Die Route hinunter zum Roten Meer nach Berbera und der Hafenort selbst sind interessant, wir treffen auf Nomaden mit ihren Kamelen. Die kleine Hauptstadt Hargeisa bietet einen schönen Markt, und viele andere Entdeckungen.

Homepage der Republik Somaliland
Wikipedia Somaliland
Details-Infos und Fotos zu den Felsbildern in Las Geel (Copyright: C. Scheidhammer)

Wir danken unserem Kunden Dr. Frank Fleischer und Herrn Clemens Scheidhammer für die Bilder.

Verlängerungen, Kombinationen
Ideal eine Kombination mit unserer Kurzreise von 7 Tagen, Tour 410. Bei einer Kombination von Somaliland und der Tour 410 geben wir Ihnen 200 € Preisnachlass auf den Gesamtpreis.
Auch eine Kombination mit Djibouti ist reizvoll oder mit der alten Stadt Harsr im Osten von Äthiopien, s. Button "Verlängerungen".

Reiseverlauf

Enthaltene Mahlzeiten: F = Frühstück, M = Mittagessen, A = Abendessen

Ideal als Verlängerung einer Äthiopien-Reise zu empfehlen:

1. - 2. Tag: Frankfurt - Hargeisa
Abflug in Frankfurt mit den hervorragenden Ethiopian Airlines nach Addis Abeba um 21:35 Uhr. Ankunft um 06:35 Uhr. Weiterflug um 14:50 Uhr, Ankunft in Hargeisa um 17:30 Uhr. Gutes Hotel (A).

3. Tag: Hargeisa – Dhagax Kure – Hargeisa (ca. 110 km)
Hargeisa MemorialHargeisa hat über 1,2 Millionen Einwohner – jeder Dritte im Land lebt hier. Die weitflächige Stadt macht einen neuen Eindruck; ältere Häuser wurden sorgsam restauriert. Dunkle Felshügel überragen die Stadt. Trotz einer Höhe von über 1.300 m ü.M. ist es hier ganzjährig warm (auch im Winter bis 35 Grad), nachts aber kühl (im Winter bis 5 Grad) – typisch für Wüstenklima.
Hargeisa hat auch eine Universität. Wir besuchen den alten Teil der Stadt mit traditionellen Häuser, den Goldmarkt und den Markt für die Kaudroge Kat; viel wird aus Äthiopien importiert. Im Zentrum steht ein Kriegs-Monument mit einem russischen Mig-Jet, der 1988 von den Somalis abgeschossen wurde.
Wir verlassen gegen Mittag die Hauptstadt auf einer Piste in Richtung Nordwesten (wie die ganze Fahrt über in guten Geländewagen). Fast 140 Orte mit Felsbildern sind in Somaliland bekannt, die zwei schönsten besuchen wir heute und morgen. Dhagax Kure ist auch vom Landschaftserlebnis besonders: aus  sandiger Halbwüste ragen riesige, abgerundete Sandsteinfelsen wie eine bizarre Stadt. In Nischen und Höhlen sind ockerfarbene Felsbilder von Menschen und Tieren, meist Rindern. Die Bilder morgen wirken noch frischer und sind noch kunstvoller - hier aber überwiegt das Landschaftserlebnis.
Rückfahrt nach Hargeisa. Oft sind Gazellen oder große Kudus zu sehen - und immer wieder Kamele und Ziegen.
Abendessen in einem Restaurant von Hargeisa (F / M / A).

4. Tag: Hargeisa - Las Geel - Berbera (160 km)
Morgens fahren wir 70 km nordöstlich in Richtung Berbera, zu den Höhlen von Las Gaal. Erst im Jahr 2002 von französischen Forschern entdeckt, am besten gehören sie zu den am besten erhaltenen neolithischen Felsbildern ganz Afrikas. Zum Teil überlagern sich  Bilder von

Felsenbilder
Hargeisa Strand

Menschen und Rindern, entstanden zwischen ca. 5.000 und 2.000 Jahren v.u.Z. und sind in 10 gut zugänglichen Felsnischen zu finden.
Rund 5 km vor Berbera führt die Straße hinunter, es wird wärmer. Es leben etwa 200.000 Einwohner hier in der Hafenstadt  am Golf von Aden. Hier wurde schon im 1. Jhdt. Handel mit Rom betrieben - mit Myrrhe und Weihrauch, das bis heute zu den „Exportschlagern“ vor allem mit dem gegenüberliegenden Jemen gehört. Ab dem 9. Jhdt. wurde von hier aus Handel auch mit China betrieben - damals schon mit Elfenbein - und Sklaven für Arabien. Berbera ist ein wichtiger Devisenbringer für Somaliland (moderner Container-Hafen für Äthiopien). Die Altstadt wird noch immer von Alt-Arabischen Häusern dominiert, viele sind aber schon verfallen. Neures Hotel, erbaut im alten Stil mit Arkaden (z.B. Nayruush), (F / M / A).

5. Tag: Berbera - Sheikh - Burco - Hargeisa (315 km)
Die Strände bei Berbera sind scheinbar endlos und sandig, aber es fehlen leider die Palmen… aufgrund der heißen Sonne Baden wir am Besten morgens und Bummeln noch durch die Altstadt. Es gibt hier im modernen Mansoor-Hotel auch eine Tauchbasis (Möglichkeit zur Verlängerung, auf Anfrage).
Fahrt hinauf in das kühlere Hochland, 65 kurvenreiche km nach Sheikh, mit herrlichem Blick auf der Tiefland. Hier besuchen wir die Ruinen von Ferdusa, begrenzt von Tafelbergen. Die Stadt blühte im 16. Jhdt., aber nur wenig wurde ausgegraben.

verfallenes Haus in Berbera
Kamelhirte

Von Burco aus führt die Straße nach Westen. Knapp 20 km vor Hargeisa besuchen wir Toon, ein Camp aus traditionellen Basthütten mit halb sesshaften Nomaden, und können frische Kamelmilch und Tee verkosten. Zurück nach Hargeisa, Abschiedsabend (F/M/A).

6. Tag: Hargeisa - Addis Abeba
Wir können morgens in aller Ruhe frühstücken und uns Hargeisa ansehen. Fahrt gegen 11 Uhr zum kleinen Flughafen. Die Boeing der ETHIOPIAN AIRLINES startet um 13:10 Uhr, Ankunft in Addis Abeba um 14:50. Verlängerung oder Rückflug nach Frankfurt am nächsten Morgen um 10:40 Uhr.

Leistungen: Programm wie beschrieben, lokale, englischsprachige Reisebeleitung, volle Verpflegung außer am ersten Tag (Abendessen)

Nebenkosten: Flüge (ab ca. 750 €), Flug Djibouti - Hargeisa (ca. 90 €), Visakosten (30 €, bei Einreise), Einreisesteuer, 30 Dollar, Ausreisesteuer, 32 Dollar Versicherungen, Trinkgelder und persönliche Ausgaben.

Tourdaten
Termine / Preise

Basispreis: ab 3 Teiln: 1.390 € p.P.
2 Teiln. +200 € p.P.
Einzelzimmer +120 €
Entdeckungen im sicheren Somaliland - indiv. Termine
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Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

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