Tour 315 - Reiseverlauf

In den Regenwald zu Pygmäen, Gorillas und Elefanten

Von Kamerun nach Dzanga Sangha

Diese Reise wurde von Werner Gartung konzipiert, Afrika- und Kamerun-Kenner, Autor des Kamerun-Reiseführers im Reise Know How-Verlag (Erscheinen: Januar 2015)

315 Karte

Junger GorillaDiese Reise führt zum Zentralafrikanischen Teil des trinationalen Regenwald-Nationalparks. Sie erleben dort die letzten Jäger und Sammler, die Ba´Aka-Pygmäen und mit Glück auch den Amerikaner Louis Sarno, der hier seit über 30 Jahren lebt. Sie sehen auch  GARANTIERT habituierten Gorillas, erleben andere Tiere des Waldes, vor allem Waldelefanten in großer Zahl auf einer Lichtung und Antilopen - alles - zum günstigen Preis und mit einer guten Portion Abenteuer. Dennoch ist diese Reise für alle Menschen mit normaler Kondition gut zu schaffen - nicht zuletzt aufgrund der mäßigen Luftfeuchtigkeit von meist 60 bis 70%, moderaten Temperaturen (im Schnitt 25 Grad) und für den Tropenwald geringem Niederschlag (ca. 1.500 mm im Jahr).
Die Termine dieser Tour sind auf die
Kamerunreise 301 abgestimmt (als Verlängerung dieser Reise); Sie können aber auch individuell verlängern, z.B. in einem guten Hotel unter Palmen in Kribi
.

Gorilla-ZwillingeBesuchen Sie die Zwillinge in Dzanga Sangha!
Malui und Makumba sind Eltern geworden. Die beiden westlichen Flachlandgorillas sind das erste habituierte Gorillapaar des Schutzgebietes, das Zwillinge bekommen hat. Vor 16 Jahren wurde dort begonnen einzelne Gorillagruppen langsam an die Präsenz von Menschen zu gewöhnen. Daher lassen die Eltern nun kurze Einblicke auf ihr Babyglück zu, anstatt wie üblich jedem Zusammentreffen mit Menschen strikt aus dem Weg zu gehen.
Mutter Malui hat die Zwillinge am 25 Januar 2016 geboren und trägt sie seitdem eng mit sich umher, während der „Chef“, Silberrücken Makumba stets aufmerksam und beschützend in ihrer Nähe ist.
Gorillas bilden einen Familienverbund, der vom Silberrücken, dem dominanten Männchen, angeführt wird. In der Regel gehören zur Familie mehrere Weibchen und vier bis fünf Jungtiere. In diesem Fall gibt es noch zwei weitere Weibchen, die Teil des Familienverbunds sind. Eine Gorilla-Schwangerschaft dauert ca. 37 Wochen, Zwillinge sind beim westlichen Flachlandgorilla selten.

Das Schutzgebiet Dzanga Sangha im Südwesten der Zentralafrikanischen Republik setzt sich in Kamerun und südlich im Kongo fort; der tri-nationale Nationalpark besteht aus Primär-Regenwald. Hier leben noch Pygmäen, und es wurden zwei Gruppen von Gorillas habituiert, also an Menschen gewöhnt. Das Urwald-Trekking zu ihnen dauert pro Weg etwa eine Stunde. Von einer Aussichts-Plattform beobachten wir Waldelefanten auf einer Lichtung, auf die auch andere Tiere kommen, wie Sumpfantilopen oder die seltenen Bongos.

Am 11. September 2014 kam der Film Song From the Forest auch in deutsche Kinos - (viele Infos, auch Trailer, im Link).

Samedi im Urwald
Louis und Samedi in NY

Der international mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Amerikaners Louis Sarno, der seit fast 30 Jahren unter den Ba´Aaka-Pygmäen lebt. Mit seinem Sohn, dem Pygmäenjungen Samedi, reiste er zum ersten Mal aus dem afrikanischen Dschungel nach New York City. Ein modernes Epos zwischen Urwaldriesen und Wolkenkratzern.

Doli Lodge am Sangha-Fluss
Doli LodgeWir übernachten in der Doli Lodge, beim Ort Bayanga schön am Fluss gelegen. Ohne luxuriös zu sein, ist sie zweckmäßig und auch mit Sinn für Ästhetik gestaltet. Sie wurde 1996 von der GTZ und dem WWF gebaut und besteht neben dem großen Haupthaus aus Bungalows mit Bad und Terrasse, auch auf Stelzen gebaut. Auf der großen Terrasse kann man mit Blick auf den Sangha-Fluss essen, einem breiten Nebenarm des Kongo. Hier sind auch schöne Sonnenuntergänge zu erleben. Die Lodge ist relativ einfach, aber teuer (ebenso wie die Parkgebühren und Ausflüge).Alles ist im Reisepreis enthalten.

Sicherheit
Die Zentralafrikanische Republik wurde nach einem Putsch vom März 2013 über ein Jahr lang von einer Rebellen-Miliz terrorisiert; in Danga Sangha wurden bald darauf über 20 Elefanten gewildert. Die Lage hat sich seit 2015 vollkommen beruhigt und der Dzanga Sanga-Nationalpark befindet sich im äußersten Südwesten des Landes, gegenüber von Kamerun. Er wurde offiziell wieder im Sommer 2014 eröffnet.

Reiseverlauf*

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen sind möglich. Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag: Anreise nach Yaoundé
Die besten Verbindungen bieten AIR FRANCE oder BRUSSELS AIRLINES (Ankunft um 21:30 bzw. 21:45 Uhr). Der moderne Flughafen von Nisimalen (Dreilettercode: NSI) befindet sich rund 20 km nordöstlich der weitläufigen Stadt. Sehr gutes, ruhiges Stadthotel mit klimatisierten Zimmern.

2. Tag: Yaoundé – Bertoua (350 km)
Lachende FrauDie Hauptstadt Yaoundé bedeckt heute weit mehr als die ursprünglich 7 Hügel. Meist hässliche Prunk- und Zweckgebäude kontrastieren mit der Armut, und der Präsidentenpalast auf einem Hügel ist ein Symbol der korrupten Regierung unter dem seit 1983 amtierenden Paul Biya. Wir haben eine Stadtübersicht vom Mont Fébé; im nahen Benediktinerkloster wohnte „unser" Papst im März 2009 während seines Besuchs.
Dann geht es auf die neue Asphaltstraße nach Osten, hinein in den Regenwald. Leichtes Mittagessen unterwegs (meist Picknick mit Brot, Käse, Obst, Tee/Kaffee, wie auch an den folgenden Tagen). Die Strecke wurde Anfang des 20. Jh. von den Deutschen während der Kolonialzeit (bis 1914) trassiert; in Ayos, 140 km, zeugen davon noch Alleen, ein Fort und alte Häuser -  ebenso in Doume, rund 40 km vor Bertoua. Abendessen und Übernachtung im ehemaligen Novotel, 2013 renoviert, am Rand des Regenwaldes. (F / M / A).

3. Tag: Bertoua – Yokadouma (270 km)
JungeAbfahrt gegen 6 Uhr. Ein längerer Fahrtag, nun ausschließlich auf roten, breiten Naturstraßen. In der sommerlichen Regenzeit und noch wochenlang danach sind sie nur schwer passierbar und teilweise mit tiefen Löchern gespickt; umgekippte Holztransporter oder ein umgestürzter Baumriese können die Weiterfahrt blockieren. In der Trockenzeit ist dann rötlicher Staub ein ständiger Begleiter; das wird auch durch die Klimaanlage kaum besser, denn der Staub dringt durch alle Ritzen.
Über Batouri erreichen wir nach 270 km die kleine Provinzstadt Yokadouma - ohne Asphalt, mit Holzhäusern und Veranden, Shops und Bars, bietet Wildwest-Charakter. Die Stadt befindet sich im Zentrum des Holzeinschlags. Abendessen und Übernachtung im Hotel "Elephant" (einfache Zimmer, mit Moskitonetzen und Ventilator, freundliches Personal).
 
4. Tag Yokadouma - (Zentralafrikanische Republik, 220 km)
Von Yokadouma sind es noch rund 150 km nach Süden auf einer meist besseren Piste, die weiter in den Kongo führt und auf einer (meist) guten Holzfällerpiste rund zum Holzfällerort Libongo. Die Stadt besteht aus sauber gearbeiteten, geräumigen Holzhäusern, von denen viele farbenfroh angestrichen sind. Sägewerke und Handel durch Flusstransporte verhalfen dem Ort zu einem bescheidenen Wohlstand.
Fahrt mit einem Motorboot etwa 10 Min. nach Lidjombo auf der CAR-Seite; dort war bis vor etwa 20 Jahren eine Kaffeeplantage von Jugoslawen. Ausreisegebühr Kamerun: 5.500 CFA; Einreise CAR: 6.000 CFA. Hier erhalten Sie auch (seit 2015) das Visum für RCA, aktuell 50.000 CFA, rund 80 €. Weiterfahrt, etwa zwei Stunden, mit (einem) anderen Geländewagen bis zur Doli Lodge.
Das Fahrzeug oder die Fahrzeuge bleibt/bleiben in Libongo; Fahrt mit einem modernen Boot mit Außenbordmotor ca. 10 km auf dem Sangha-Fluss nach Lidjombo (Formalitäten für die Einreise in die Zentralafrik. Republik) und weitere ca. 40 km zur Doli Lodge beim Ort Bayanga; am Vortag wäre das nicht mehr zu schaffen gewesen Die Lodge liegt direkt am Fluss und wurde ganz aus Holz erbaut. Sie wird von einem großen, offenen Restaurant mit Bar dominiert, das über einen Steg zu erreichen ist und auf Stelzen direkt hinter dem Flussufer gebaut wurde, wo wir anlegen. Die vier Bungalows bieten jeweils zwei geräumige, geschmackvolle Zimmer mit großer Terrasse zum Fluss.(F / M-Pn / A).

Pygmaeenfrau mit Fangnetz, Foto: Dirk_Manderbach
 

5. Tag: Unterwegs mit den Ba´aka-Pygmäen, Waldelefanten auf der Lichtung
Morgens Fahrt von etwa einer Stunde; eine Gruppe von Ba´aka ist schon dorthin auf schmalen Pfaden zu Fuß gegangen. Sie zeigen ihre erstaunlichen Fähigkeiten, Medizinpflanzen zu nutzen; Frauen bauen sehr rasch traditionelle Laubhütten. Mit unglaublicher Geschicklichkeit bahnen sich die kleinen Menschen ihren Weg durch den Urwald und spannen ihre Netze. In die aneinander geknüpften, hüfthohen Netze werden Ducker (Kleinantilopen) oder auch Stachelschweine getrieben. Die Pygmäen erläutern und erklären Ihnen auch die Suche von Heilpflanzen und ihrer Bedeutung. Aus den Fasern einer speziellen Liane werden Seile für die Fangnetze geflochten.

Gegen Mittag Fahrt zurück zur Doli Lodge. Ab dem frühen Nachmittag Besuch der Dzanga-Bai (übersetzt: Elefanten-Lichtung), jeweils etwa eine Dreiviertelstunde Autofahrt und Fußmarsch. Mit unserem Pygmäen-Führer geht es durch einen Fluss, an dessen Ufer oft viele Schmetterlinge zu sehen sind - hier wurden bisher 316 Arten aus 10 verschiedenen Gattungen gezählt.
ElefantenSie durchwaten einen Fluss, der schon sehr deutlich durch zahlreiche Fußstapfen und Dung als Elefantenterritorium gekennzeichnet ist. Von einem geräumigen Hochsitz können wir stundenlang aus nächster Nähe am Familienleben der Waldelefanten teilhaben. Hier sind immer zwischen 30 und oft auch über 100 Dickhäuter zu sehen. Auch Büffel sind oft zu beobachten, die meist geruhsam im Schlamm liegen, ebenfalls die sonst sehr seltenen Sitatungas (Sumpfantilopen). Oft kommt auch eine Herde von Riesenwaldschweinen ins Blickfeld.

Mit etwas Glück sehen Sie auch eine Gruppe der majestätischen Bongos mit ihren charakteristischen weißen Längsstreifen im haselnussbraunen Fell. Durch die Zerstörung der Tropenwälder sind sie in Westafrika fast ausgerottet und leben bis zum Ostrand des Kongobeckens sowie in den Hochwäldern Kenias. Auch ihnen bietet die Bai lebenswichtige Mineralstoffe. Riesige Graupapageienschwärme lärmen hier oft bis zu ihrem Abflug auf der Lichtung.
Am Nachmittag Rückfahrt zur Lodge; Abendessen auf der großen Terrasse am Fluss.(F /M / A).

6. Tag: Gorilla- und Mangabe-Trekking

Flachlandgorilla
 

Insgesamt leben im Reservat und im Nationalpark etwa 3.000 Gorillas. Im Gegensatz zu den gut erforschten Berg-Gorillas (vor allem durch Diane Fossey) wurde mit Studien über Flachlandgorillas erst ab den 80er Jahren begonnen.
Dieser Ausflug beginnt morgens mit einer etwa anderthalb stündigen Jeepfahrt zur Lichtung (Bai) von Hoku, 28 km schmaler und schlechter Piste. Seit 2005 ist diese Gruppe von Flachlandgorillas für max. je vier BesucherInnen am Vor- und am Nachmittag zugänglich. Die Familie besteht aus dem Silberrücken Makumba, drei weiblichen und durch die Zwillinge seit dem 23.1.2016 aus 11 Jungtieren. Danach gehen wir zu einer Gruppe der halb zahmen Mangabe-Affen; es sind rund 50 Tiere. Sie können gut bei der Futtersuche und beim Sozialverhalten beobachtet werden.
Denken Sie an Wasser, Lektüre und Essen. Von hier nehmen unsere Guides der Ba´aka die Spur auf, wo die Gorillas am Vortag gesehen wurden. Der Weg zu den Gorillas - über zwei Bais, Lichtungen - dauert je nach Lage etwa anderthalb bis zwei Stunden. Die breiten, oft tunnelartigen Wege wurden zum Teil in Generationen von Waldelefanten „gebaut". Jederzeit können Sie hier auf Elefanten stoßen. Abendessen und dritte Übernachtung in der Lodge.(F / M-Pn / A).

7. - 9. Tag: Rückfahrt nach Yaoundé (790 km)
Es ist möglich, noch eine oder zwei Stunden mit einem Einbaum auf dem Sangha-Fluss zu fahren (nicht im Preis enthalten, ca. 40 € pro Boot mit maximal 4 Teiln.). Fahrt dann wieder über den Sangha-Fluss nach Yokadouma; am 8. Tag zurück nach Bertoua und am 9. Tag nach Yaoundé; Tageszimmer und Rückflug am späten Abend - Ankunft am 10. Tag. Zu empfehlen: ab morgen indiv. Verlängerung (z.B. Strandhotel am Atlantik) oder Beginn der Kamerun-Entdeckungsreise.(F / M-Pn / A, am 9. Tag ohne A).

Leistungen: Fahrten im Geländewagen, lokale Reiseleitung (englischsprachig), volle Verpflegung bis auf den ersten und letzten Abend, Einreisegebühr in die Zentralafrikanische Republik

Nebenkosten: Flüge (ab ca. 600 €), Visa (Kamerun 120 €, Zentralafrik. Republik 80 € (bei Einreise), Gorilla-Trekking/Aktivitäten im Nationalpark 560 € (vor Ort zu zahlen); Getränke, Versicherungen, Trinkgelder.

Tourdaten
Termine / Preise
17.08.2017 - 26.08.2017: 2190.00€
22.12.2017 - 30.12.2018: 2290.00€
02.02.2018 - 10.02.2018: 2190.00€


Basispreis: 2.190 €
+ Flug ab ca. 600 €
Einzelz.-Zuschlag: 250 €
3 Teiln.: 2.390 € p.P.
2 Teiln.: 2.790 € p.P.

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