Tour 160 - Reiseverlauf

Klassisches Nubien mit Komfort

Tempel und Leben am mittleren Nil

Karte der Tour hier als PDF

Nördlich von Khartoum strömt der Nil als riesiges „S“ durch die östliche Sahara. Hier erstreckt sich das antike Nubien. Die Bewohner leben oft in kunstvoll bemalten Häusern; das Leben verläuft hier zum Teil noch wie in alt-nubischen Zeiten. Keine Touristen-Nilschiffe verkehren hier, jeder Besucher ist noch ein Gast. Nubien heute – das ist wie Ägypten vor 100 oder mehr Jahren. Schon vor den klassischen pharaonischen Dynastien wurden hier Tempel von schwarzen Pharaonen gebaut. Die Wüstenlandschaften sind grandios, und Nubien ist sicher.

Meroe

Der sich südlich an Wadi Halfa (Süd-Ägypten) anschließende Teil im Sudan heißt Obernubien und gilt als Schnittstelle zwischen dem eher dem Mittelmeerraum zuzurechnenden Ägypten und Schwarzafrika. Dies galt in der Vergangenheit ebenso wie heute. In Obernubien nahe dem 3. Nilkatarakt entwickelte sich das Königreich von Kerma, das den frühesten uns bekannten schwarzafrikanischen Staat darstellt. Nach dem Ende des ägyptischen Mittleren Reiches (um 1750 v. Chr.) eroberten die Herrscher von Kerma Unternubien bis zur Grenze des ägyptischen Kernlandes und konnten in einzelnen Feldzügen sogar bis nach Ägypten vordringen. Um 1500 v. Chr. zerstörten die Pharaonen des ägyptischen Neuen Reiches das Reich von Kerma und eroberten Nubien bis zum 5. Nilkatarakt. Die nubischen Völker wurden kulturell weitgehend assimiliert. Die ägyptische Besatzung dauerte bis ca. 1000 v. Chr.

Felukke

Diese Reise wird von einem renommierten italienischen Veranstalter mit internationalen Gästen durchgeführt. Zur Infrastruktur gehören neben sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern und neuwertigen Geländewagen ein eigenes Zeltcamp in Meroe und in Karima ein eigenes Resthouse (s. Bild), - mit italienischen Stil und Geschmack, einfach, aber edel, jeweils mit einem italienischen Manager. Die Gründer, Elena und Maurizio, reisten viele Jahre im Sudan und gründeten die Agentur im Jahr 2000. Sie schufen Dutzende fester und überdurchschnittlich bezahlter Arbeitsplätze und sind auch in Hilfsprojekten engagiert, z.B. die Anschaffung einer Motorpumpe für die Oase Bagarwija bei Meroe.

Gute Informationen über Nubien und die archäologischen Stätten: Nubien - Land am Nil.

Einreise
Sie erhalten von uns Visa-Anträge (auf Wunsch auch per e-Mail, die Sie am PC ausdrucken können). Sie sind mit einem frankierten Rückumschlag, zwei Fotos, der Gebühr und unserem Schreiben an die sudanesische Botschaft zu schicken. Die Bearbeitungszeit beträgt eine bis zwei Wochen. Die Einfuhr von Alkohol ist verboten.

Sicherheit
Es bestehen keinerlei Sicherheitsprobleme bei Reisen nach Khartoum und Nubien. Das Auswärtige Amt schreibt über die Region in den Sicherheitshinweisen: „Ohne Einschränkungen bereist werden dürfen neben dem Großraum Khartoum nur die nördlichen Bundesstaaten und die Landesmitte."

 

Reiseverlauf*

* Enthaltene Mahlzeiten:
 F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag: Flug nach Khartoum (bei den meisten Terminen am Donnerstag)
Lufthansa fliegt nicht mehr nach Khartoum - es gibt keine Direktflüge mehr. Gute und günstige Verbindungen bieten ROYAL JORDANIAN und EGYPT AIR (via Amman bzw. Kairo) - Abflug in Frankfurt um 16:05 bzw. um 15:10 Uhr.

2. Tag: Khartoum
Omdourman DerwischAnkunft (mit JORDANIAN um 05:05, mit EGYPT AIR um 03:10 Uhr).  Abholung, Assistenz und Transfer zum 4* Hotel Grand Holiday Villa - ein wunderbares Kolonialhotel, erbaut Ende des 19. Jh., des britischen Empire. Natürlich waren unter anderem Queen Victoria und Winston Churchill auch schon dort...
Khartoum liegt an der Mündung des aus Äthiopien kommenden Blauen Nil in den Nil; auf der anderen Seite befindet sich die Schwesterstadt Omdurman. Nur wenige moderne und hohe Gebäude beherrschen die beiden Städte; 1885 eroberte der Mahdi von den Engländern Khartoum und ließ aus Trümmern der „Stadt der Ungläubigen“ (= Khartoum) die Schwesterstadt Omdourman erbauen. Das Stadtbild beherrschen überwiegend arabische Sudanesen mit ihren blütenweißen Gewändern und Turbanen, Frauen in einfarbigen Kleidern und schwarze Süd-Sudanesen.
Besuch des Nationalmuseums mit umgesetzten Tempeln aus Nordnubien (bevor sie vom Nasser-Staudamm überschwemmt wurden) und den einzigartigen frühchristlichen Fresken der Kathedrale von Faras.
Mittagessen in einem Restaurant am Nil (nicht im Preis enthalten). Besuch der Schwesterstadt Omdourman mit dem Grabmal des Mahdi. Ab 16 Uhr beginnt am Grabmal von Hamed al Nil (ein Weiser der Sufi aus dem 19. Jh) eine bunte interessante Zeremonie: Derwische tragen die grüne Fahne des tariqa-Ordens; die sonst weißen Gewänder der Sudanesen, jallabiyas, sind mit meist roten und grünen Stoffen bedeckt, zum Teil auch mit Leopardenfällen. Sie tanzen zum Klang von Trommeln und Zimbeln.
Bei Terminen, die nicht am Donnerstag mit dem Flug nach Khartoum beginnen: Besuch traditioneller Ringkämpfe der Nuba am Nachmittag anstelle der Derwischtänze.
Rückfahrt zum Hotel, Abendessen (nicht enthalten), Übernachtung.

3. Tag: Khartoum – Naga - Pyramiden von Meroe (230 km)
Meroe CampWir fahren entlang wuchernder Vororte nordwärts auf der rechten Nilseite und entlang einer Piste ca. 30 km südlich zum antiken Kulturzentrum von Naga. Hier befinden sich die am besten erhaltenen Gebäude aus der meroitischen Zeit (ca. 4. Jh. vor bis ca. 3. Jh. n. Chr.). Die großfigürlichen Außenreliefs des Löwentempels sind Höhepunkte des späten meroitisch-ägyptischen Stils. Der„Römische Kiosk“ wird von griechisch-römischen Stilelementen beherrscht.
Weiter geht es nach Musawarat as-Sufra, zwischen Naga und dem Nil, einem weitläufigen Tempelgelände mit seltenen Elefantendarstellungen. Der Ort ist berühmt für eine Vielzahl monumentaler Steingebäude, der „Großen Anlage“ mit einem Tempel aus dem 1. Jh. n.Chr. Eventuell waren die Rampen Teil eines Trainingszentrums für Kriegselefanten. Der Tempel des Löwengottes Apedemak (250 – 200 v.Chr.) wurde von Ostberliner Archäologen ab 1960 rekonstruiert.
Weiterfahrt zum kleinen Marktflecken Shendi am Nil, dann 40 km weiter entlang des Nils nach Meroe, einem der Höhepunkte dieser Reise. Dutzende schwarzer Pyramiden erheben sich wie eine Fata Morgana aus dem Wüstensand am Ostufer des Nils. Die ausgedehnten Gebäude der ummauerten Königsstadt wurden aus Lehmziegeln errichtet.
Komfort-Zeltübernachtung vor den Pyramiden von Meroe. Das Luxus-Zeltcamp besteht aus 22 großen Zelten (4x4 m, bequeme Betten mit Bettzeug, jeweils einer Holz-Veranda, Toilette und Dusche) mit Blick auf die Pyramiden, zwei km von der königlichen Nekropolis entfernt.
(F / M-Pn / A).

4. Tag: Meroe
MeroeDie Pyramiden von Meroe lassen sich von der Lage her grob in drei Gruppen einteilen (Bagrawija Nord, Süd und West) und befinden sich über kleine Hügel verteilt, die rund einen Viertel Quadratkilometer groß sind. Insgesamt handelt es sich um mehr als 900 Pyramiden und Gräber, wobei sich die meisten bei Bagrawija Süd und West befinden.
Die meist aus Stein erbauten Pyramiden von Meroe sind mit einer Höhe von unter 30 Metern deutlich kleiner als die bekannten altägyptischen Pyramiden und dienten den Königen, Königinnen und hohen Beamten des historischen Reiches von Kusch in Nubien als Grabstätten. Ihr Entstehungszeitraum reicht hauptsächlich von circa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr. Die erste Pyramide in Meroe, die sicher einem Herrscher zugeschrieben werden kann, stammt von Ergamenes, der um 280 v. Chr. regierte.
Wir verbringen den ganzen Tag in und bei Meroe. Bereits der griechische Historiker Herodot wusste, daß hier die Hauptstadt des Reiches Kusch lag, das sich ab etwa 1.000 v.Chr. entwickelte.
Ab 1844 grub hier systematisch der preußische Archäologe Karl Lepsius. Die drei Bezirke der Nekropolen mit ihren 40 Bauwerken bilden die größte Konzentration von Pyramiden am Nil. Sie können hier auch einen Kamelritt unternehmen (optional, vor Ort zu zahlen).
Zweite Übernachtung im Luxus-Zeltcamp (F / M / A).

5. Meroe - Karima (360 km)
Wir fahren gut 30 km nach Norden und setzen dann mit einer Ponton-Fähre über den Nil - ein schönes und auch fotogenes Erlebnis: auf der Fähre sind auch oft Beduinen mit ihren Kamelen, Eseln oder Ziegen. Wir durchqueren die Bayuda-Wüste nach Westen; der Nil verläuft in weitem Bogen weiter nördlich. Weitere Nebenpisten verlaufen neben der Hauptpiste; im Innern bilden dunkle Trümmerberge einen starken Kontrast zu den Sanddünen zum Beginn dieser Stecke. Wahrscheinlich treffen wir auf Nomaden der Bisharin-Nomaden mit ihren Kamelen und anderem Vieh und ihre Behausungen aus Stroh und Palmwedeln in der Nähe weniger Brunnen.
Wir folgen der sandigen Piste entlang des Wadi Abo Dom, flankiert von dornigen Akazien. Ankunft im Ort Meroe, über die Brücke zur anderen Nilseite nach Karima und Bezug des komfortablen Gästehauses mit 22 klimatisierten Zimmern, eigenem Bad und Veranda. Jedes Zimmer wird von einer Kuppel aus handgefertigten Ziegeln überwölbt, die Einrichtung - auch des Speiseraum - ist ebenso traditionell wie edel. (F / M / A).

Fotos vom Karima Guest-House
El Kurru


6. Tag: Karima - Jebel Barkal und El Kurru - Karima (70 km)
Die heutigen Sehenswürdigkeiten sind nicht weit voneinander entfernt, sodass wir viel Zeit für Besichtigungen haben. Fahrt und auf Wunsch Aufstieg auf den 287 m hohen Tafelberg Jebel Barkal - wir haben von oben einen schönen Blick auf die Pyramiden, die Wüste und die Oase am Nil. Der Barkal ist von einem ausgedehnten Ruinenfeld umgeben, das mehrere Tempelanlagen, bedeutende Profanbauten und eine Pyramiden-Nekropole umfasst. Die Bauten bilden zusammen mit den Funden in Sanam die antike Stadt Napata, seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe. Besichtigung des großen Amuntempels von Napata aus dem 12. Jh. v. Chr., der unter Ramses II entstand.

Berg
El Kurru

Er war das bedeutendste Kultzentrum der Kuschiten. Westlich des Jebel  Barkal steht eine Gruppe schlanker Pyramiden, die dem Stil von Meroe mit abgesetzten Kanten entsprechen.
Mittagessen und Rast im Rest-House, dann 20 km südlich zur Nekropole von el-Kurru. Klassisch pharaonisch ausgemalt sind die unterirdischen Grabkammern des Königs Tanwetamani. In der Nähe ist ein versteinerter Wald. Die Ruinen des Ghazali-Klosters liegen im Tal (Wadi) von Abu Dom, etwa 20 km abseits des Nil in der Bayuda-Wüste - wir besuchen sie, wenn noch Zeit dafür bleibt.
Anschließend Rückfahrt nach Karima, zweite Übernachtung im schönen Hotel. (F / M / A).

7. Tag: Karima - Old Dongola - Karima (340 km)
Fahrt von 160 km entlang des Nilbogens nach Westen, Asphaltstraße. Besuch von Old Dongola, die einst christliche und später islamische Hauptstadt Nubiens, Zentrum des mittelalterlichen Nubiens. Das riesige Stadtgebiet wurde systematisch erst ab 1964 ausgegraben. Der Ort liegt am Beginn einer Karawanenroute durch die Wüste, die den südlich folgenden Nilbogen abkürzte. Sie war die Hauptstadt des nubisch-christlichen Reiches von Makuria. Durch seine zentrale Lage scheint der Ort schnell an Bedeutung gewonnen zu haben und wurde früh zur Hauptstadt. Nach dem 6. Jh. wuchs die Stadt, und die ersten Kirchen konnten deshalb nur außerhalb der Stadtmauer errichtet werden. Die Kirche mit Steinfußboden wurde zu einer Basilika mit einer Kuppel wieder aufgebaut, wobei die Kuppel von massiven Säulen getragen wurde.

8. Tag: Karima - Nilfahrt - Pyramiden von Nuri - Karima (80 km)
Morgens Besuch des interessanten Marktes von Karima. Wir besteigen dann ein Motorboot und genießen so eine andere Perspektive - auf die teilweise sandigen, auch begrünten Ufer des mächtigen Nil. Etwas weiter nördlich waren die Stromschnellen des 4. Kataraktes, die aber seit 2008 nach der Fertigstellung des Damms von Meroe geflutet sind. Nach dem wie üblich hervorragenden Picknick-Lunch Weiterfahrt nach Nuri am Nil. Hier sind vor allem Grabpyramiden der 26. Dynastie und der des Pharao Taharka interessant. Insgesamt wurden auf dem Gebiet 53 Königinnen und 19 Könige bestattet. Exkursion zu Fuss und zurück zum Rest-House; dort 4. und letzte Übernachtung. (F / M-Pn / A).

9. Tag: Karima - Khartoum (400 km)
Omdourman SoukWir fahren auf einer anderen Route durch die Bayuda-Wüste als auf dem Hinweg - auf einer relativ neuen Asphaltstraße und stärken uns in einem lokalen „chai house“ mit Tee. Hier halten auch die einheimischen Lkw-Fahrer. Am frühen Nachmittag erreichen wie Khartoums Schwesterstadt Omdourman und besuchen den interessanten Souk. Dann überqueren wir wieder den Nil und besuchen das hoch interessante archäolologische Museum von Khartoum. Tageszimmer (Abendessen heute nicht enthalten) im Holiday Villa: 100 €, single 80 €.

10. Tag: Abreise
Beginn Ihrer Verlängerung oder je nach der gewählten Airline Rückflug am frühen Morgen (ROYAL JORDANIAN: 06:25 - in Frankfurt um 12:55 Uhr; EGYPT AIR: 04:10 - 14:10 Uhr).

Leistungen: Beschriebene Reise mit allen Transfers und Fahrten mit max. 4 Personen im Geländewagen (Toyota Land Cruiser) oder max. 3 im Hilux, Routengenehmigungen, Fotoerlaubnis;  Nilfahrt mit Schwimmweste, volle Verpflegung inkl. Mineralwasser, Tee/Kaffee außer am ersten und letzten Tag in Khartoum.

Nebenkosten: Flüge (ab ca. 550 €);  Einreisevisum für Sudan (40 €), Eintrittsgebühren/Fotoerlaubnis/Archäologische Gebühren, vor Ort zu zahlen -  240 €, persönliche Ausgaben; Trinkgelder, Versicherungen. Zusatznacht im 4* Hotle Grand Holiday Villa: 170 € im DZ, 150 € im EZ. Upgrade vom Tageszimmer/letzter Abend auf Übernachtung mit Frühstück: 80 € DZ, 50 € EZ.

 


 

 

Tourdaten
Termine / Preise
16.11.2017 - 26.11.2017*: 2490.00€
08.12.2017 - 18.12.2017: 2490.00€
28.12.2017 - 07.01.2018*: 2540.00€
12.01.2018 - 22.01.2018: 2490.00€
02.02.2018 - 12.02.2018: 2490.00€
16.02.2018 - 26.02.2018: 2490.00€
23.02.2018 - 04.03.2018: 2490.00€
24.03.2018 - 03.04.2018: 2490.00€
13.04.2018 - 23.04.2018: 2490.00€

* Verlängerung mit Tour 400/Eritrea möglich, bei den anderen Daten Eritrea indiv. als Vorprogramm

Basispreis: 2.490 €
Bei weniger als 8 Teiln.: + 150 €
* Hochsaionzuschlag 100 €
Einzelzimmer + 490 €
+ Eintrittsgelder f. archäol. Stätten: 240 €



Durchschnittliche Teilnehmerzahl: 6 bis 10
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OASE REISEN
Werner Gartung
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