Special Tour Niger - Reiseverlauf

Gerewol - Partnerschau der Wodabee-Nomaden

Mit der alten Karawanenstadt Agadez

Am Ende der kurzen und oft knappen Regenzeit in Niger treffen sich Tuareg und die nomadischen Fulbe (Peulh) der Untergruppe Bororo/ Wodabee zwischen Agadez und Tahoua zur Salzkur. Die ”Cure salée” dient den großhörnigen Zebu-Rindern der Bororo, den Kamelen, Schafen und Ziegen der Tuareg zur Salzaufnahme – vor allem dort wachsen nach der Regenzeit mineralhaltige Pflanzen. Das Treffen von Familien, Clans und Volksgruppen wird gleichzeitig für Feste genutzt. Unser Partner Mahaman Yaou leitet seit über 20 Jahren Reisen zu den Gerewol-Festen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Veranstaltern besteht unser Programm nicht aus "Schau-Tänzen": Sie erleben hier wirklich authentische Feste "en brousse", in der weiten Savanne. Mittags bleibt die Küche kalt – es wird zum Beispiel Tomatensalat mit Reis und Thunfisch angeboten. Mineralwasser ist in Niamey erhältlich und wird gemeinsam vor der Abreise eingekauft. Abends wird vom mitreisenden Koch ein schmackhaftes Menü zubereitet. Unser Partner bietet auch einen kostenlosen Apéritiv und/oder Digestiv an, z.B. Campari-Orange, Pastis oder Whisky. Zum Essen wird gern auch ein Glas Wein gereicht.
Diese Reise wird auch von einer italienischen und spanischen Agentur angeboten; Umgangssprache ist englisch.

Special Tour Niger - Gerewol

Sicherheit
Wir haben Reisen in den Niger ab 2008 bis 2016 ausgesetzt, obwohl die Sicherheitslage auf dieser Route schon seit 2013 sehr gut war. Ende Januar 2011 wurden freie Wahlen abgehalten und mit Mahamadou Issoufou zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein ziviler, Intellektueller Präsident und kein Militär. Im gesamten Reisegebiet gibt es keine Probleme mit Al Khaida- oder sonstigen Terroristen. Da es aber überall „Verrückte“ gibt, und um jedes Risiko in Richtung Null zu senken, sind während des Festes und beim Ausflug südlich von Agadez Militärs mit dabei.
Trotz der guten Sicherheitslage kommen Beamte des AA (Auswärtiges Amt) auch hier nur zum Pauschal-Urteil „Von Reisen nach Niger wird dringend abgeraten.“ Etwas mehr Differenzierung wäre auch hier wünschenswert. Wenn man die Reise- und Sicherheitshinweise des AA aufmerksam liest, stellt man verwundert fest, dass es auf unserer Route eigentlich kein Sicherheitsrisiko gibt…
Diese Tur wurde auch wieder im letzten Jahr (2016) mit Erfolg durchgeführt.

Salzkur und das Gerewol-Fest
Die etwa 100.000 Wodabee in Niger gehören zur großen Volksgruppe der Fulbe; sie zählen etwa 9 Millionen Menschen und sind in ganz Westafrika verbreitet – vor allem in Guinea und Kamerun. Während sie meist seßhaft wurden, haben die Wodabee an ihrer Lebensweise als Rindernomaden festgehalten. Zur Salzkur (für die Tiere) treffen sich viele Wodabee nach der Regenzeit und nutzen die Zeit für Feste. Rinder werden geschlachtet, die schlanken, jungen Männer präparieren sich mit selbstironischer Eitelkeit für den Tanz: gelbes Puder hellt die Haut auf, schwarze Farbe sorgt für kräftige Konturen. Augen rollen unter großen Strohhüten und Zähne blitzen. Traditionell kommen die Nomaden in den weiten und flachen Ebenen zwischen In Gall (120 km westlich von Agadez) und Teguidan-Tessoum, um ihre Tiere nach den kurzen Sommerregen von salzhaltigen Pflanzen fressen zu lassen.
Die Behörden des Niger nutzen diese Zusammenkünfte auch zu statistischen Zwecken (und für Besteuerung...), Hilfsorganisationen profitieren von den Ansammlungen der Rinder, Kamele, Schafe und Ziegen, auch für Impf- und andere Kampagnen.

Die Tuareg in Niger
Alle, die tamaschek (das Tuareg-Idiom) sprechen, sind Tuareg, sagen sie selbst – dann kommt man auf etwa 1,3 Millionen Menschen in Niger, Algerien, Mali und Libyen. Etwa 900.000 davon leben in Niger (Gesamtbevölkerung: ca. 18 Millionen). Der Sultan der alten Karawanenstadt Agadez ist di oberste Instanz aller Tuareg in Niger - wir werden ihn in seinem traditionellen Palast besuchen. Von den 5 Fraktionen (Gruppen) mit fast einer halben Million Menschen ist die der Kel Air (nördlich von Agadez) die größte. Das Kunsthandwerk (Silberschmiede, Kamelsättel) ist höher entwickelt als bei den Tuareg in Süd-Algerien.
Trotz aller Probleme, vor allem periodischer Dürrezeiten, ist der Karawanenhandel noch lebendig: jedes Jahr zwischen Oktober und Januar ziehen Karawanen durch die Ténéré-Wüste zur Salzoase Bilma – 500 Kilometer pro Strecke, 70 km pro Tag. Das Viehsalz wird bis nach Nigeria verkauft.
Im Februar 2007 ist es im Norden erneut zur Revolte der Tuareg gekommen – die letzte große Rebellion war 1990-95 unter Mano Dayak. Die Gründe für den Konflikt: die historisch gewachsene “Marginalisierung” der Tuareg, eine allgemeine Benachteiligung des Nordens und die Exploration (insbesondere durch Frankreich und China) der reichen Uranvorkommen – verbunden mit einem Gesundheits- und Umweltrisiko für die dort lebende Bevölkerung. Die Forderungen der Tuareg sind seit 2011 weitgehend erfüllt und Premierminister ist seitdem der Tuareg Brigi Rafini.

Reiseverlauf*

* Der Reiseverlauf zeigt den “Idealzustand”. Änderungen durch behördliche Probleme oder Witterungsverhältnisse sind zwar selten, aber möglich.


1. Tag / Fr, 22.09.2017: Flug nach Niamey
NiameyFlug nach Niamey mit AIR FRANCE - morgens nach Paris, von dort Nonstop nach Niamey, 10:40 - 15:10 Uhr. Sie sollten unbedingt im Restaurant Le Pilier abends essen (nicht enthalten, aber  Transport) – dahinter steckt Vittorio Gioni, Jahrgang 1937, mit seinen Söhnen. Er hat auch ein Restaurant in Agadez, 2. dort mehr, 6. Tag.
Sie können/sollten einen Tag früher anreisen, um Niamey anzusehen und sich besser zu akklimatisieren (inkl. Hotel mit Frühstück, Führung Bootstour auf dem mächtigen Niger-Fluss): Über die Kennedy-Brücke strömen Menschen und Tiere in die Stadt, die wenigen größeren Gebäude stammen aus der Zeit des kurzen Uran-Booms vor 25 Jahren. Das Nationalmuseum ist die größte Sehenswürdigkeit von Niamey. In verschiedenen Pavillons sind Exponate zur Vorgeschichte und über Felsbilder, zu Kulturen mit ihren Wohnformen und Kleidung zu sehen. Kunsthandwerker können Sie bei der Arbeit beobachten. Besuch des großen Marktes.
Aufpreis 100 € p.P. im DZ, 130 € im EZ.

2. Tag: Niamey - Tahoua (540 km)
DorfWir verlassen die dezentral im Südwesten des Landes angelegte Hauptstadt auf einer sehr guten Asphaltstraße nach Osten, zunächst nach Dosso (140 km) und nochmals 140 km in nordöstliche Richtung nach Dogondoutchi mit verwitterten Tafelbergen. Die Straße führt nun direkt entlang der Grenze nach Nigeria; auf beiden Seiten leben die Hausa. Birninkonni bildet das Zentrum des Zwiebelanbaus; exportiert wird bis zur Elfenbeinküste. Etwa 30 km nördlich zeigen sich im kleinen Ort Salewa I Häuser und die Moschee als schöne Beispiele der Lehmbaukunst. Diese Gegend der Hausa (von Birni bis Tahoua sind es 125 km) ist durch Täler und den niedrigen Grundwasserspiegel recht dicht besiedelt; es wachsen hier auch Mangobäume.
Tahoua, Hauptort der Ader-Region, befindet sich im Übergangsgebiet von seßhaften Ackerbauern und scheinbar endlosen sahelischen Trockensteppen. Abendessen/Übernachtung im kleinen, neueren Hotel Tarka mit sauberen, geschmackvollen Zimmern. (F / M-PN / A).

3. Tag: Tahoua – bei Abalak (ca. 200 km)
ZeltcampDie Straße verläuft von hier aus in nordöstlicher Richtung 400 km nach Agadez; wir wollen heute in die Gegend des Nomadenortes Abalak fahren, 135 km hinter Tahoua. Von dort aus geht es in den tellerflachen, mit einzelnen Akazien bestandenen, um diese Jahreszeit grünen Sahel, „La Brousse“, also „in den Busch“.
Ihr kundiger und umsichtiger Reisebegleiter, unser Partner Mahaman Yaou, reist seit über 20 Jahren jährlich zu den Gerewol-Festen und kennt alle wichtigen Clanchefs der Peulh-Bororo. Wo genau die Feste in diesem Jahr stattfinden, richtet sich auch nach dem Verlauf der Sommerregen und wird bis Ende Juli entschieden. Wir fahren zum Zeltplatz der verschiedenen Bororo-Gruppen.
Hier werden wir unseren Nachbarn Besuche abstatten; die Vorbereitungen für das Fest haben begonnen. Wir wohnen in unserem "Basis-Camp" im Busch (Klappstühle, Moskitozelte und mobile Dusche mit einer Duschkabine). (F / M-PN / A)

4. – 5. Tag: Gerewol-Feste
GerewolDie Feste der Peulh (auch Hochzeitsfeste der Tuareg) werden vor allem im Radius von etwa 150 Kilometern um Abalak gefeiert. Ein Programm kann es für diese Tage naturgemäß nicht geben. Um sensiblere Kontakte zu den Peulh und Tuareg zu ermöglichen, werden wir uns tagsüber auch gelegentlich in zwei bis drei separate Gruppen aufteilen. Dabei können wir z.B. auch am Vormittag Peulh-Jünglinge beim Schminken beobachten.
Tänze beginnen meist am Nachmittag und können die halbe Nacht andauern. Liebe wird durch die Kraft der Augen gestiftet, glauben die Wodabee. Noch prächtiger wird die Schönheitskonkurrenz zum abschließenden Gerewol – mit Straußenfedern, Perlenketten und Schminke aus Ocker. Drei junge Frauen bilden eine "Jury" und ernennen den Gewinner – aber bis dahin haben sich schon längst heirats- und liebeswillige Mädchen ihren Favoriten ausgesucht und sind mit ihm verschwunden...(F / M-PN / A).

6. Tag: Abalak – Agadez (ca. 320 km)
Wir verabschieden uns von den Soldaten, die beim Gerewol (diskret im Hintergrund) präsent waren und fahren zurück auf die Asphaltstraße; von Abalak aus sind es noch 270 km in nordöstlicher Richtung zur alten Karawanen- und Handelsstadt Agadez. Knapp 100 km vor Agadez passieren wir die verwitterten Reste der Sandstein-Steilstufe („Falaise“) von Tiguidit, die sich halbkreisförmig um Agadez legt. Die flache Gegend wird zunehmend sandiger, wüstenhafter. Schon von Weitem sehen wir das 27 m hohe Lehm-Minarett, mit Ästen gespickt; nebenan ist der alte Sultanspalast, in dem 1850 als erster Europäer der Forscher Heinrich Barth empfangen wurde; sein Haus in der Altstadt trägt eine Plakette. Wir wohnen in der kleinen, geschmackvollen Auberge (Herberge) Taguelmoust (das Wort bedeutet Gesichtsschleier der Tuareg-Männer). Die Auberge de Taguelmoust ist ein Ort zum Wohlfühlen. Abendessen (auf Wunsch auch morgen/übermorgen) im italienischen (!) Restaurant Le Pilier, gegründet von Vittorio Giono, Jahrgang 1937, der mit seiner Tuareg-Frau bei Agadez lebt und ein größeres, nach außen auch traditionelles Restaurant in Niamey eröffnete, nachdem durch die Rebellionen kein Tourist mehr nach Agadez kam. Hier gibt es Pizza, Pasta… und auch Rotwein. (F / M-Pn).

7. Tag: Agadez
Agadez2013 wurde die Altstadt ganz aus Lehm in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Auf dem Markt treffen sich traditionell Nomaden und Seßhafte, meist Hausa; ab November treffen hier die Salzkarawanen aus Bilma ein.

Wir haben den ganzen Tag Zeit, hier in Ruhe zu Bummeln und uns auch auf dem interessanten Markt umzusehen. Unser Partner bemüht sich um eine Audienz beim Sultan von Agadez, einem Tuareg, der seit 1591 das Sultanat des l´Aïr repräsentiert, dem Bergland nördlich von Agadez mit seinen Oasen. Zweite Übernachtung in der angenehmen Auberge. (F).

8. Tag: Agadez – Tiguidit (Dinosaurier-Friedhof) – Agadez (170 km)
DinosaurierWir fahren zunächst 60 km auf einer neuen Asphaltstraße nach Süden und noch ca. 20 km in die Wüste von Tawachit. Zur Sicherheit sind auch heute wieder Soldaten mit dabei.
US-Forscher haben hier 2008 zwei neue fleischfressende Dinosaurierarten entdeckt. Die Tiere sollen vor rund 110 Millionen Jahren in den artenreichen Wäldern Afrikas gejagt haben. Mithilfe ihres Schwanzes konnten sie demnach sehr schnell auf ihren zwei Hinterbeinen rennen. Sie teilten ihr Jagdrevier vor ca. 110 Mill. Jahren sogar mit einer dritten Spezies, dem "Krokodil-Imitator".
Ähnliches gab es auf dem nördlichen Kontinent nicht, da dort der Tyrannosaurus alleiniger Herrscher war. Wir sehen zahlreiche Knochen der Ur-Echsen; ein Skelett wurde schon 1976 vom französischen Dinosaurier-Forscher Philippe Taquet weiter östlich in Gadafoua entdeckt und die Nachbildung ist neben einem auch von ihm entdeckten Riesen-Krokodil im Nationalmuseum von Niamey – es lohnt sich schon deshalb, einen Tag früher anzureisen!
Rückfahrt nach Agadez, noch Zeit zur freien Verfügung, etwa in der Altstadt; dritte Nacht in der angenehmen Auberge.(F).

9. Tag: Agadez – Birninkonni (560 km)
Rückfahrt durch die flachen Weiten des Sahel, was „Ufer“ bedeutet, des „Meeres“ der nördlich gelegenen Sahara. Mittags-Picknick en route. Wir übernachten nicht in Tahoua, sondern fahren noch die 130 km weiter nach Birninkonni. Abendessen und Übernachtung im „Relais“, einem neuen, kleinen, sauberen Hotel. (F / M-Pn).

10. – 11. Tag: Birnin-Konni - Niamey (420 km) - Rückflug
GiraffenZügige Rückfahrt über Dogondoutchi und Dosso nach Westen. Zwischen Dosso und Niamey wollen wir der größten Giraffenherde Westafrikas einen Besuch abstatten. Ein lokaler Führer setzt sich zu uns und weist den Weg durch trockene Buschsavanne nach Norden. Vor über 100 Jahren zogen die letzten Giraffen des Air-Berglandes gen Westen zum Niger und von dort aus vor einigen Jahrzehnten in diese Gegend. Durch die Freundlichkeit der hier lebenden Djerma und ihr Verständnis (oft zertrampeln die Huftiere auch Hirsefelder) konnten die Tiere sich vermehren; mit über 120 Köpfen lebt hier die größte Giraffenherde Westafrikas. Und das nicht in einem Nationalpark, sondern als "Nachbarn". Durch diese gegenseitige Freundlichkeit können wir die sanften, neugierigen Riesen meist aus nächster Nähe beobachten. Mit rund 500 Tieren lebt hier die größte Giraffen-Population Westafrikas.
Abendessen, Tageszimmer in einem klimatisierten Hotel. Abflug mit Air France um 23:40 Uhr.

12. Tag / 05.10.: Rückflug und Ankunft
Ankunft in Paris um 06:05 Uhr, Weiterflug z.B. nach Frankfurt, 07:30 - 08:55 Uhr.
 

Leistungen: Genanntes Programm mit allen Transfers; Reiseleitung durch unseren englisch sprachigen, erfahrenen lokalen Partner Mahaman Yao und einem persönlichen, engischsprachigen Tourleiter; volle Verpflegung bis auf Abendessen am Ankunfts- und Abreisetag, Gebühr inkl. Fotoerlaubnis für Gerewol von 80 €; Detailkarte Niger, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Flüge, Visakosten (61 €), Sicherheitsgebühr von 90 € p.P. für die Militärbegleitung (vor Ort zu zahlen), Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Tourdaten
Termine / Preise
22.09.2017 - 05.10.2017: 2490.00€


Basispreis: 2.490 €
plus Flüge (ab ca. 700 €)
EZ- und -Zeltzuschlag: + 260 €
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