Tour 300 - Reiseverlauf

Urwüchsiger Norden, tropischer Südwesten

Kamerun - ganz Afrika in einem Land

Rhumsiki

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Diese Tour besticht durch viele Höhepunkte und einem hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Wir möchten auch den Tourismus in dieses hochkarätige, ganz zu Unrecht vernachlässige Reiseland wieder ankurbeln. Es gibt kaum andere Länder in Afrika mit einer so guten touristischen Infrastruktur, so unterschiedlichen Kulturen und Landschaften wie in Kamerun, dem „L´Afrique en Miniature.“
Diese besondere Reise führt zu den Höhepunkten Kameruns und beginnt mit einem Flug in den hohen Norden, nach Maroua. Die Landschaft ist karg, die steinigen Berge sind von Anbauterrassen für Hirse und Mais durchzogen. Die schönen Dörfer bestehen aus kunstvollen Lehmhütten, mit Stroh gedeckt; die Menschen sind überwiegend noch Anhänger von Naturreligionen. Wir reisen hier in einem längst vergessen geglaubten Afrika.
Zurück in der Hauptstadt Yaoundé mit dem Nachtzug, fahren wir in den Westen mit kleinen Königreichen (Chefferien), zwei wunderbaren Hotels, dem höchsten Wasserfall des Landes und über Buea am Mt. Cameroon zur Küste nach Limbe mit schwarzen Vulkanstränden. Wer will oder muss, kann von hier (Douala) am 12. Reisetag abends zurückfliegen.
Ds wäre aber schade, denn es geht 170 km weiter nach Kribi mit langen Sandstränden, von Palmen gesäumt. Hier können Sie noch individuell verlängern, denn am nächsten Tag reisen wir weiter in den Tropenwald-Nationalpark Campo, ganz im Südwesten des Landes. Dort wird seit über 5 Jahren vom WWF eine große Gorillagruppe habituiert, also an Menschen gewöhnt. Dieser Prozess ist erst 2020 abgeschlossen, dann kostet eine Stunde dort mindestens 300 € (in Uganda/Ruanda rund 700 €). Durch unsere guten Kontakte dürfen die die Gruppe sehen und zahlen dieses Jahr, da „inoffiziell“ nur die Parkgebühr!

 

Die Höhepunkte dieser besonderen Reise:

  • Rhumsiki mit den Vulkanbergen: Wochenmarkt am Sonntag
  • Letzter Lehm-Brennofen: Schmelzen von Eisenerz, Hühneropfer
  • Besuch von Pouss am Logone-Fluss mit dem Dienstagsmarkt östlich von Maroua
  • Bénoué-Nationalpark mit vielen Hippos und Büffeln
  • Bahnfahrt nach Yaoundé in nagelneuen Schlafwagen-Waggons, klimatisiert
  • Die Gacha-Stiftung in Bangangté mit Kunsthandwerk, einem tollen Hotel
  • Fürstentümer, Chefferien bei Bangangté und Bafoussam
  • Der Königspalast von Foumban und die Straße der Kunsthandwerker
  • Dschang mit dem besten Museum Westafrikas
  • Die grandiosen Ekom-Wasserfälle, Drehort des Tarzan-Films „Greystoke“
  • Buea, die Hauptstadt von Deutsch-Kamerun am Fuß des 4.070 m Mt. Cameroon
  • Limbe am Atlantik mit dem Wildlife Center und Botanischem Garten
  • Kribi mit Sandstränden und wunderbarem Hotel, auch zum Verlängern
  • Tropenwald-Nationalpark Campo mit großer Gorillagruppe (22 Tiere)

Flüge: passend mit AIR FRANCE (im November z.B. für nur ca. 500 €) - TURKISH: Umweg, späte Ankunft, Risiko von Gepäckverlust.

Sicherheit: Letzte Geisteskranke der Boko Haram-Sekte haben sich auf Inseln im Tschadsee verschanzt. Es gibt auf unserer Route keinerlei Gefahr. Dennoch kommen auf einigen Strecken Gendarmen mit, wie zu den Alantikabergen (obwohl es dort noch nie Unsicherheit gab, auch nicht in Rhumsiki).
Im Süden und Westen ist es auf dieser Route ebenfalls 100% sicher. Es gab seit 2017 verstärkt Demonstrationen im anglophonen Westen um Bamenda, auch Tote. Dahinter steckte aber keine Fremdenfeindlichkeit, auch kommen wir gar nicht dorthin.

Reiseverlauf

1.  Tag (Freitag): Flug nach Yaoundé
Morgenflug nach Paris, mit dem Bus ins Terminal 2 E, Start 08:55 nach Yaoundé, Ankunft um 18:40 Uhr, Zwischenlandung in Bangui/Zentralafrik. Republik. Da der Flug schon vor 9 Uhr Paris verlässt, sind sehr frühe Flüge nach Paris nur von Stuttgart und Hamburg verfügbar; sonst Flug am Vorabend und Übernachtung am Airport (schon ab ca. 80 €) – was ohnehin entspannter ist, als schon gegen vier Uhr am Airport sein zu müssen...
Yaoundé ist ein großes Dorf, und als solches wollen wir es auch morgen kennenlernen. Das Hotel ist in einem Tal, zwischen Bananenstauden und grasenden Ziegen und pickenden Hühnern. Anfahrt ein km über einen besseren Feldweg, auch das ist Yaoundé. Das Hotel hat 2 Etagen und wurde 2018 gebaut, es gehört der Russin Elena und ihrem kamerunischen Mann Léon. Deshalb heißt das Hotel INTOURIST, schon positiv getestet. Die holen uns auch ab.

2. Tag: Yaoundé – Maroua (Flug)
Wir fahren nach einem herzhaften Frühstück zum Flughafen, was eine Stunde dauern kann – die Autobahn zum Flughafen soll aber im Herbst 2019 fertig sein. Im Idealfall fliegen wir ca. um 11.30 nach Norden, Dauer ca. 1,5 Stunden.
Mit seinen schattigen Alleen und vielen Lehmhäusern hat sich Maroua zum großen Teil noch einen ländlichen Charakter bewahrt. Hier leben viele Kunsthandwerker, z.B. Schnitzer und Gelbgießer. Wir besuchen den zentralen Markt, das Handwerkszentrum und anschließend die Färber am Rand der Stadt.
Wir sind im neuen Riga Hotel (nein, nicht wieder Russisch, ein Mafa-Wort für „Stärke“ des Mafa-Besitzers Sakatai Vilday). Die Zimmer oben hat er mit OASE-Hilfe „ethnisch“ dekoriert und die Fernseher rausgeworfen; schöner Blick auf die Ebene mit den Bergen.
Abends gehen wir in die Gasse „L´avion me laisse“ – mit diversen Grillständen – frischer Fisch, brochettes mit gegrillten Kochbananen (plantaines), dazu Bier. Namensgebend war ein Franzose, dem es dort so gut gefiel, dass er seinen Flieger verpasste… (F / A).

3. Tag: Maroua – Rhumsiki (130 km)
Wegen des Marktes in Rhumsiki wollen wir gegen 7 Uhr abfahren. Auf guter Asphaltstraße geht es zunächst 80 km westlich nach Mokolo, Richtung nigerianischer Grenze und der Berge. Wir passieren Mokolo, uns trennen noch knapp 50 km von Rhumsiki. Schnelles Mittags-Picknick (Brot, Obst, Käse, etc.). Die Piste war im Januar nur noch im Schritt-„Tempo“ zu befahren. Vielleicht ist sie ja endlich bald arrangiert, vielleicht… Schon weit vor Rhumsiki ragen bizarre Felsen in den Himmel – stehen gebliebene Basaltfüllungen uralter Vulkane, deren weicher Bergmantel abgetragen ist.

Rhumsiki

Heute am Sonntag ist der große Wochenmarkt in Rhumsiki. Der alte Teil wird unter Strohdächern abgehalten, die auf knorrigen Ästen liegen; Steine dienen den Händlerinnen oft als Sitzplatz. Der Markt ist groß, knallbunt, wunderschön. Abseits sind die Metzger, im Zentrum türmen sich Yams-Wurzeln, Zwiebeln, Gemüse. Plastik-Tand aus China neben schönen Körben und Strohmatten. Die Hirsebier-Abteilung (weißes und rotes) ist schon morgens gut gefüllt.
Wir besuchen noch die Weber und ein kleinen Shop in einem Lehmhaus und vor allem den Schmied in Amsa: er deutet mit seinem „Krabbenorakel“ die Zukunft – danach, wie eine Süßwasserkrabbe in einer großen Kalebasse kleine Stöckchen verschoben hat.
Von unserem „Campement“ mit den Rund-Bungalows haben wir einen grandiosen Blick vom leeren Pool auf die „schönste Landschaft der Welt.“ Der kleine Camp-Leiter Mamadou wird uns begrüßen wie Erlöser und den Kühlschrank gut gefüllt haben; selbst hier, DEM touristischen Highlight Kameruns, sind bis heute so gut wie keine Touristen. Es gibt kaum noch Stroh auf den Dächern, darunter leuchtet das Wellblech. Die Anlage soll diesen Sommer (2019) renoviert werden… stellen wir uns also lieber auf eine Eimerdusche ein…
Abendessen und Übernachtung im „Campement.“
(F / M-Pn / A).

4. Tag: Rhumsiki – Maroua (130 km)
Kurz hinter Mokolo, im Dorf Ziver, warten schon Pokpok, seine Kinder und eigentlich alle Dörfler auf uns: der uralte Lehm-„Hochofen“ seines Urgroßvaters solle heute einmal wieder in Schwung gebracht werden. Dazu braucht es natürlich auch Hirsebier und ein Hühneropfer. Eisenerzhaltiges Gestein wird geschmolzen, der Blasebalg faucht. Bis in die 80er Jahre gab es noch viele solcher Öfen, s. René Gardi, „Mandara“ (nur noch antiquarisch).
Zurück in Maroua ist ein Besuch des Projektes "Avenir Femme" geplant, wo junge Frauen Basiswissen nachholen können und eine praktische Ausbildung erhalten; das Projekt wurde von BROT FÜR DIE WELT finanziert. Mehr...
Alternativ können Sie die Färber am Rand der Stadt und den Kunsthandwerksmarkt besuchen. Wir installieren uns wieder im Hotel und essen in einem kleinen Restaurant, z.B. dem „Noumou“.
(F / M-Pn / A).

5. Tag: Maroua – Pouss – Maroua (240 km)
Aufbruch nach Osten, zunächst nach Bogo, ca. 50 km. Noch im letzten Jahr brauchte man dafür zwei Stunden (und viel Staub in der Trockenzeit) – nun wird die neue Straße bis Guivirdig (70 km von Maroua) endlich bis zum Sommer fertig sein. Pouss liegt direkt am Logone-Fluss; wir sehen den verzierten Palais (Saré) des Sultans (Lamido). Wir versuchen, eine Audienz beim Sultan zu bekommen.
Außerhalb des Ortes stehen traditionelle, kuppelförmige Hütten der hier lebenden Mousgoum. Sie sind bis zu 7 m hoch. Das große Ereignis heute ist der Dienstags-Markt; viele Händler kommen auf dem Logone (Grenzfluss zum Tschad) mit ihren Booten, anderen auf Kamelen oder Eseln. Es ist ein Markt mit Fischern und Bauern, Sesshaften und Nomaden. Wir begegnen hier u.a. den ansässigen Mousgoum, Massa, arabischen Shoa, Kanouri vom Tschadsee und den Fulbe.

See
Mousgoum

Nach dem Marktbesuch geht es rund 10 km nach Westen, zum Ort Maga. Der große Maga-See ist ein kontrolliert überflutetes Gebiet und dient der Bewässerung ausgedehnter Reisfelder. Mittlerweile haben sich Inseln und Kanäle gebildet; Fischer siedeln auf angelegten Hügeln im See. Die Wasserlandschaft mit ihren Wohnhügeln, Palmen (auch Flusspferden) ähnelt dem Okavango-Delta in Botswana... wir unternehmen hier eine etwa einstündige Bootsfahrt. Wir informieren uns am Maga-See noch über den Reisanbau, Rückfahrt nach Maroua.
Einladung zum Abendessen im Haus/auf der Terrasse von unserem Partner Dabala, seiner tollen Frau Massi.
(F / M / A).

6. Tag: Maroua - Benoué-Nationalpark (390 km)
FlussAufbruch nach Süden. Beim Ort Guider, gut 110 km weiter südlich, strömt der Mayo Louti nach der Regenzeit (bis Oktober) braun schäumend durch eine über 20 m hohe, schmale Schlucht aus schwarzen und hellgrauen Basaltfelsen: „Gorge du Kola".
Garoua, 200 km von Maroua und größte Stadt in Nord-Kamerun, hatte vor allem unter dem vorletzten Präsidenten Ahmadou Ahidjo Gewicht, der von hier stammte, das Land seit der Unabhängigkeit 1960 bis 1982 regierte und den mehr muslimischen Norden förderte. Garoua hat eine Universität und den einzigen Binnenhafen des Landes - aber der Bénoué ist nur von Juli bis Oktober schiffbar. Garoua ist auch das Zentrum des Baumwoll-Anbaus; geerntet wird im Februar/März.
Der Bénoué-Nationalpark erstreckt sich halbmondförmig auf etwa 60 km Länge östlich der N 1. Es ist eines der ältesten Schutzgebiete und war im 19. Jh. für den Lamido von Rey Bouba zur Jagd vorbehalten, wurde schon 1932 zum Reservat und 1968 zum Nationalpark. Zwar sind die illegalen Goldschürfer nicht mehr zu Tausenden im Park, aber Wilderei (vor allem auf Elefanten) im abgelegenen Norden ist noch immer ein Problem; die Regierung hat im Winter 2018/19 auch hier Militär eingesetzt, im Bénoué-Park auch zur Vertreibung von illegalen Goldschürfern.
Fahrt von rund 40 km im Nationalpark zum renovierten Campement „Buffle Noir" im Südosten. Es ist ein rustikales Busch-Hotel mit Bungalows, in der Wildnis an einem „Mayo" (im Winter austrocknender Fluss). Renoviertes Camp mit Rund-Bungalows direkt am Flussbett des Bénoué und Safari zur Dämmerung. Mit Glück sehen Sie Giraffen, Büffel und große Kob-Antilopen.
(F /M-Pn / A)

7. Tag: Benoué-Nationalpark – Idool (290 km)
Morgens ab 8 Uhr etwa eine Dreiviertelstunde Gehen auf einem schmalen Pfad entlang des Bénoué-Trockenbetts, zur Sicherheit gegen wilde Tiere mit einem bewaffneten Ranger. Dort ist in einer Vertiefung auch in der Trockenzeit immer Wasser, und hier lagern oft bis zu 80 Hippos auf einer Sandbank; wird es dann heißer, gleiten sie ins Wasser.
Fahrt zurück auf die N 1 und weiter nach Süden. Wir sehen heute sicher Peulh (auch Fulbe oder Fulani genannt). Einst Vollnomaden, sind sie von schlanker Statur, relativ hellhäutig; die (oft wunderschönen) Frauen geschminkt und geschmückt. Reiterheere der Fulbe

Mädchen
Idool

unterwarfen Ende des 18. Jh. den Norden Kameruns und gründeten die Lamidate.
15 km nördlich von NGaoundére steigt die Straße kurvenreich auf das Adamoua-Plateau. Leichtes Mittagessen im angenehmen Ort. dann geht östlich es auf eine gute Piste nach Idool. Vorher Abstecher zu den beeindruckenden Wasserfällen von Tello, die man von einer riesigen Grotte von hinten aus sehen kann und von unten von vorn. Dieses Dorf der sesshaften Fulbe ist in jeder Hinsicht einzigartig: Es gibt gerade Straßen und –Wege, gesäumt mit hohen Eukalyptusbäumen – der Ort wurde schon Ende der 50er Jahre so angelegt. Hinter Lehmmauern stehen schöne Rundhütten mit lange herunterhängenden Strohdächern, wie zottlige Frisuren, Bananenstauden und Papayabäume. Auch der Eingang zum Sitz des Lamido, des noch jungen, charmanten traditionellen Herrschers ist mit Stroh gedeckt, die Säulen sind bunt verziert. Alle Arbeiten im Dorf werden gemeinschaftlich erledigt.
Pisenfahrt von ca. 30 km zur Asphaltstraße, von dort noch etwa 40 km Asphaltstraße zur Ranch de NGaoundaba. Die Mahlzeiten werden im ebenso rustikalen Haupthaus am langen Tisch serviert. An den Wänden hängen Antilopenhörner und andere Jagd-Trophäen. Sie künden von der Geschichte der Ranch, die Ende der 50er Jahre vom Franzosen Henri Eyt-Dessus für Jagd-Safaris gegründet wurde. Er starb 1989; sein Sohn Pascal macht weiter – ohne Jagd, aber mit Rinderzucht auf 34 Hektaren Land; es gibt 14 fest angestellte „Cowboys“.
(F /M / A)

8. Tag: Ranch – Ngaoundéré und Umgebung (50 km) – Bahnfahrt nach Süden
Die Ranch ist ein magischer Ort der Entspannung und Naturnähe; hinter den drei Rund-Bungalows und den insgesamt 17 Zimmern in drei Gebäuden leuchtet ein fischreicher Kratersee, umgeben von Palmen und dichtem Grün. Wir gehen zunächst auf einen Hügel neben den Rund-Bungalows und haben einen wunderbaren Blick auf den Kratersee; oft turnen hier Affen in den Bäumen. Wer gern angelt, kann mit Glück einen anderthalb Meter

Ranch
Kratersee

langen Capitaine-Fisch aus dem Kratersee holen. Sehr lohnend ist ein etwa einstündiger Gang um den See herum – meist begleitet uns der anhängliche  Schäferhund Rex. Auf der Ranch leben viele Vogelarten, erst im Frühjahr 2013 wurden drei bisher unbekannte Spezies hier entdeckt.
Ngaoundéré ist eine angenehme Stadt und Sitz eines noch immer mächtigen Lamidos.
Noch sehr traditionell ist das Lamidat von Ngaoundéré – wir besuchen es. Beeindruckend ist der alte, strohgedeckte Empfangssaal mit mächtigen, wulstig-bunt verzierten Säulen.
Ab 19:15 Uhr Beginn der Bahnfahrt nach Yaoundé. Der täglich verkehrende Zug ist tatsächlich fast immer pünktlich – ab Yaoundé fährt der Gegenzug um die gleiche Zeit, und es gibt nur eine Ausweichstelle. Der Zug besteht aus Waggons mit Sitzbänken (2. Klasse) und Waggons mit Abteilen 1. Klasse. Übernachtung in neuen (2019) 2er-Abteilen der 1. Klasse (sauber bezogene Liegen); Essen im Abteil oder im Speisewagen. In den Gängen wachen Security-Mitarbeiter.
(F / M / A)

9. Tag: Obala – Bangangté (235 km)
Der Ort Obala, 45 km nördlich der Hauptstadt, ist Obst- und Gemüselieferant der Kapitale. Hier steigen wir aus – es wäre ja Unsinn, nach Yaoundé mit dem Zug rein- und mit Fahrzeugen wieder rauszufahren. Abholung am Bahnhof – der Zug sollte gegen 8 Uhr ankommen – und Frühstück in einem Hotel.
Wir folgen von hier der makellosen N 4 nach Nordwesten. Nach 44 km überquert eine große Brücke Kameruns längsten Fluss, den Sanaga - er mündet südlich von Douala mit einem sumpfigen Delta in den Atlantik. Unterwegs Mittagessen (nicht enthalten), bevor es auf die Zielgerade geht - über Bafia noch gut 110 km nach Bangangté und 9 km weiter zur Fondation Gacha.

Neben einem Kulturzentrum wird in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft und Architektur gelehrt; die wiederum basiert auf den chinesischen Prinzipien des Feng Shui, einer daoistischen Harmonielehre. Dahinter wurden drei traditionelle Architekturbeispiele gebaut: ein Familiengehöft der Bamiléké, eine große Hütte der Fulbe-Bororo und kunstvolle Lehmhütten der Mousgoum; sie leben im extremen Norden am Logone-Fluss bei Pouss.
Zur Anlage gehört auch das 2013 eröffnete „Country-Hotel“, die Villa Boutanga. Es ist eigentlich keine Villa, sondern ein interessantes, wulstig-rundes, dreistöckiges Gebäude mit oben aufgesetztem Pavillon am Hang im Grünen mit sehr schönen Zimmern. Sie übernachten in einer der größeren Suiten mit zwei Betten in zwei Räumen – sehr geschmackvoll! (F / A).

10. Tag: Bangangté – Foumban – Bafoussam (200 km)
Die Chefferie Batoufam ca. 20 km nördlich, im Innern labyrinthisch und rustikal, wurde im 18. Jh. gegründet und ist von der klassisch-traditionellen Architektur her interessant. Der alte Königspalast ist traditionell mit reich geschnitzten Pfosten gebaut, hier wurde auch Gericht gehalten. Ein fest angestellter Holzschnitzer hat in den letzten 10 Jahren alle Innenhöfe mit Schnitzereien versehen. Der modern eingestellte Fon (König), Innocent Toukam hat hier auch Gästezimmer eingerichtet.
Weiterfahrt zur bedeutenden, großen und traditionellen Chefferie von Bandjoun, 13 km südlich von Bafous-sam. Das fast 30 m hohe Haus der Notabeln brannte 2005 ab und wurde in dreijähriger Bauzeit originalgetreu und kunstvoll wieder aufgebaut. Sehr gutes Museum, das wir besuchen. Das moderne Kunstzentrum und Workshop, Bandjoun Station wurde gegründet von einem der bekanntesten Künstler Kameruns, Bartélémy Toguo - er stammt von hier, lebt aber meist in Paris (Eintritt nicht enthalten und meist nicht lohnend; kleine Ausstellungen).

Bafoussam ist die recht laute „Hauptstadt“ der Bamiléké, die vor allem als Händler dominieren. Das Sultanat von Foumban ist der südlichste Vorposten islamischer Kultur in Kamerun. Der Palast – ein dreistöckiges Gebäude aus Ziegeln entstand ab 1917 unter König Njoya, der bis 1924 regierte. Er ließ sich vom deutschen Gouverneurspalast in Buea inspirieren.
Nebenan steht das spektakuläre neue Museum, das schon seit 2017 fast fertig ist und erst 2019 eingeweiht wurde. Beherrschend sind zwei mächtige Symbole der Bamiléké, beide Symbol der Weisheit:  die Doppelschlange (durch die Köpfe geht man hinein bzw. hinaus) und die darauf thronende Spinne. Nirgendwo sonst in Kamerun ist so viel und auch so viel gutes Kunsthandwerk "geballt" zu finden.
Rückfahrt wieder über Koutaba (30 km) nach Bafoussam. In Koutaba besuchen wir das Kloster der Zisterzienser, die letzten vier Kilometer entlang einer - hier sehr seltenen - Allee aus Kiefern. Brüder der Zisternzienser waren ab 1951 erst im Regenwald und fanden 1968 den heutigen Standort. Wirtschaftliche Grundlage war (und ist bis heute) die Kaffeeplantage und andere Landwirtschaft. 2003 beschlossen die Mönche den Bau eines neuen Klosters, so weit wie möglich aus Naturmaterialien (Holz, Steine, Lehm). Das Mutterhaus in Frankreich schuf eine internationale Website für dieses einzigartige Vorhaben und sammelte Spenden. Hinter der Mauer öffnet sich die neue Rundkirche. Unten im Shop kann man u.a. Kaffee und Marmelade der Mönche kaufen.
Übernachtung und Abendessen im sympathischen Hotel „Le Saré“ mit Rund-Bungalows am Rand von Bafoussam, ruhig.
(F / A).

11. Tag: Bafoussam – Dschang – Mélong (120 km)
Weiterfahrt zu den kleinen Wasserfällen von Metchié, gut 10 km weiter und nach Dschang (50 km von Bafoussam). Die Stadt ist nicht attraktiv, dafür aber das 2011 eingeweihte Museum: das Museum „des Civilisations“ wurde von der Partnerstadt Nantes und der EU finanziert und ist das beste Museum des Landes, gelegen an einem künstlichen See.
Weiter über die alte, von Deutschen angelegte Straße von Dschang 45 km kurvenreich durch schöne Landschaft nach Mélong.
EkomDie Ekom-Fälle bei Nkongsamba stürzen in einen 80 m tiefen, dicht bewaldeten Talkessel und sind die größten Wasserfälle des Landes (vor allem in/nach der Regenzeit von etwa August bis Dezember). Mehrfach tauchen sie im hervorragenden Tarzan-Film „Greystoke“ mit Christopher Lambert auf, der 1984 hier gedreht wurde.
Die Villa Luciole nicht weit von den Fällen ist ein Landhotel mit 15 geschmackvollen Zimmern: im Haupthaus, der eigentlichen Villa von 1959, sind drei Zimmer, im Nebengebäude zwei, und verteilt auf rustikale Rundhütten (Boukaros)  nochmals 10. Gute Küche, gemeinsames Abendessen mit anderen Gästen am langen Tisch. Alles wird überragt von den grünen, mächtigen Bergkuppen des 2.411 m hohen Manengouba-Gebirges.
(F / A).

12. Tag: Mélong – Buea – Limbe – Douala (285 km)
Abfahrt bis 8 Uhr. Es geht bis zum Ort Loum durch eine sehr schön, dicht bewaldete Berglandschaft, vorbei am 2.064 m hohen Mt. Koupé, westlich. Aus dem Ort Penja (Plantagen direkt an der Straße) kommt sehr gute Pfeffer (auch im Supermarkt von Douala zu kaufen).
Weiter 65 km zur Straßengabelung nach Douala und 55 km nach Buea am Kamerunberg, mit den alten deutschen Häusern und dem „Bismarckbrunnen“. Hier können wir auch etwas essen (nicht enthalten; kamerunische Gerichte z.B. im Restaurant „Obama“). TeeNach Limbe kommen über die alte "Tea Road". Teeplantagen erstrecken sich zu beiden Seiten der Straße, die sich dann kurvenreich durch einen kleinen Wald schlängelt. Besuch der alten deutschen Kirche von Bonyongo, auf dem „Engelsberg“. Der Diakon freut sich über eine Spende.
Besuch des Wildlife Center in Limbe, seit 1993 unterstützt von „Pro Wildlife“. Hier leben u.a. über 50 Schimpansen und 16 Gorillas in sehr weitläufigen Gehegen mit Bäumen, die nach oben durch Netze geschlossen sind – Tiere, deren Mütter oder Eltern von Wilderern getötet wurden. In Limbe dominieren schwarze Vulkanstrände. Am Nachmittag fahren wir knapp 80 km weiter nach Douala, der Wirtschaft-Hauptstadt des Landes. Abendessen (nicht enthalten, auch Grillgerichte) im Freien unter Palmen, am Pool des deutsch geführten Seemannsheim, dem Foyer du Marin.
( F ).

Verkürzung der Reise: Sie können von hier aus am Abend zurückfliegen oder individuell verlängern, z.B. in Kribi, dann ohne den Besuch des Campo-Nationalparks.

13. Tag: Douala – Kribi (180 km)
Kleine Stadttour – am kolonialen Place de la Poste steht auch das pagodenförmige Gebäude des letzten Douala-Königs Manga Bell, von den Deutschen 1914 wegen „Verrats“ gehängt. Von Douala sind es noch 170 km nach Kribi. Der Ort südlich von Douala wurde von den Deutschen gegründet, aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg stammen noch die restaurierte

Boot

Kirche und einige Handelshäuser. Mittlerweile ist Kribi rund 20 km lang; der Nord- und Südteil wird überwiegend von Hotels geprägt: wie auch in Limbe sind sie meist hässlich... Bestes Hotel ist das Hotel Ilomba unter Schweizer Leitung: die 14 klimatisierten Bungalows sind geschmackvoll eingerichtet und in einem Garten mit tropischer Vegetation, am Palmenstrand. Sie können sich auch in der geschmackvollen Lounge oder auf der großen Terrasse aufhalten. Das Hotel liegt ganz im Süden, etwa 8 km vom Ort entfernt, nahe der Wasserfälle des Lobé. Am Londji-Strand haben clevere Fischer einen Weg gefunden, der Plastikflaschen Herr zu werden: sie bauen daraus Boote…( F ).

14./15. Tag: Kribi – Campo-Nationalpark – Kribi (ca. 160 km)
Fahrt vorbei am großen, von China gebauten Tiefwasserhafen nach Süden und dem Wolfsfelsen (Rocher du Loup) entlang des Atlantik nach Süden bis zum kleinen Ort Campo, direkt an der Grenze nach Äquatorial-Guinea.
Weiterfahrt von knapp 40 km zum Beginn des Campo-Nationalparks. Schon 1932 als Schutzgebiet deklariert, wurde er im Jahr 2000 Nationalpark, aber zu der Zeit schon stark vom Siedlungsdruck und illegalem Holzeinschlag strapaziert. 2011 begann der WWF mit der Habitierung einer Gorillagruppe. Das dauert normalerweise etwa 5 Jahre, aber die offizielle Öffnung für Besuch der der großen Gruppe mit über 20 Tieren ist nun offiziell auf Beginn 2021 verschoben worden, weil es immer wieder Agressionsprobleme innerhalb der Gruppe gab. Aufgrund unserer guten Kontakte können wir jetzt schon hin – und müssen noch nicht ca. 300 € für eine Stunde dort zahlen.

Gorilla

Von der Pongola-Brücke geht es zu Fuß ca. eine Stunde in das WWF-Camp (einfach Mehrbettzimmer). Wenn die Gruppe hier in der Nähe ist, dort Installation. Sonst gehen wir zum Zeltcamp, ca. 3 Stunden. Körperliche Fitness ist unabdingbar. (F / M-Pn / A – einfach).

15. Tag: Die Ranger wissen genau, wo die sich die Gruppe (Frauen, Kinder) um den mächtigen Silberrücken Akiba aufhält. Je nach der Position gehen wir nochmals eine bis zwei Stunden. Wenn die Übernachtung im Zeltcamp war, dann ca. 4 Stunden zurück zur Pongola Bridge. Das kann nicht vorgeplant werden.
Eine weitere Übernachtung im Hotel Ilomba. (F / M-Pn).

16./17. Tag: Kribi – Douala (170 km) - Rückflug
Eine schöne Wanderung entlang des Strandes führt etwa 5 km südlich zu den Wasserfällen von Lobé, der sich 30 m über Stromschnellen ins Meer stürzt. Mittags besuchen wir den kolonialen Kern mit der alten deutschen Kirche und essen frisch gegrillte Fische am Hafen, der von Frauen dort zubereitet wird. ( F ).
Oder Sie bleiben einfach nur am schönen Strand des Hotels und relaxen – das ist bis zum Nachmittag möglich. Rückfahrt nach Douala direkt zum Flughafen und Rückflug am späten Abend.
 

Leistungen: Programm wie beschrieben; professionelle, englisch sprachige Reiseleitung; Mahlzeiten wie angegeben (F = Frühstück, M = Mittagessen, M-Pn - Mittagspicknick (kalt) , A = Abendessen; Inlandsflug Yaoundé – Maroua; Bahnfahrt 1. Klasse/Liegewagen NGaoundére – Yaoundé; Reisehandbuch KAMERUN von W. Gartung mit Landkarte.

Nebenkosten: Linienflüge (ab ca. 550 €); nicht enthaltene Mahlzeiten; Visakosten (120 € ); Versicherungen, Trinkgelder.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
02.08.2019 - 18.08.2019: 2490.00€
08.11.2019 - 24.11.2019: 2490.00€
20.12.2019 - 05.01.2020: 2490.00€


Basispreis: 2.490 €
+ Flüge (ab ca. 500 €)
EZ-Zuschlag: 150 €
3 Teiln.: + 200 €
2 Teiln.: + 700 €
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OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
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