Special Tour Niger 2020 - Reiseverlauf

Wieder möglich: Höhepunkte in Niger

Riesendünen und das Tuareg-Fest im Air-Bergland

Termet-Dünen, Arakao
Temet-Dünen, Arakao (5. Tag) © Günter Heckenhahn

Diese Reise gibt es zum ersten Mal, und sie wird vom OASE-Gründer Werner Gartung begleitet, der Niger zum ersten Mal 1973 bereiste und 1985 die Tuareg-Salzkawane nach Bilma und zurück begleitete. Das wild zertrümmerte Aïr-Bergland ragt wie eine steinerne Halbinsel in die menschenleeren, saharischen Weiten der zentralen Sahara hinein; im Osten des Air branden Riesendünen an die Granitberge, wie Arakao und Chiriet. Wir besuchen diese magischen Orte ebenso wie die großen Oasen Timia und Iférouane. Tuareg der Kel Ewey ziehen noch immer mit Salzkarawanen nach Bilma im Osten der brettflachen Ténéré-Wüste ; 500 km pro Weg. In Iférouane erleben wir dann den Höhepunkt des Festes mit reich geschmückten Kamelen.

Die Republik Niger gehört nicht zu den populären oder bekannten Reiseländern – umso besser für Individualisten, die das Besondere suchen. “Besonders“ sind hier Menschen, Kultur und Landschaft in seltener, dem herben Charme angemessener Harmonie.
Niger ist 1.26 Millionen Quadratkilometer groß; in dem riesigen Gebiet leben nur etwa 20 Millionen Menschen – überwiegend im äußersten Süden und Südwesten. Das Land wird nach einer UN-Statistik als ärmstes der Welt eingestuft, mit dem höchsten Bevölkerungswachstum weltweit, was wiederum auf der Armut basiert – ein Teufelskreis.
Die Hälfte Bevölkerung bilden Ackerbauern der Hausa, weitere ethnische negroide Gruppen sind vor allem Djerma und Sonrhai. Die meist nomadischen Fulbe (Peulh) stellen rund 10% der Bevölkerung, etwa 9% sind Tuareg – die Hälfte von ihnen (rund 200.000 Menschen) leben im Air-Bergland, nördlich der alten Karawanenstadt Agadez.

Special Tour Niger Karte

Reise-Charakteristik
Täglich gibt es die Möglichkeit für kleine Wanderungen. Bis auf dieses (freiwillige) Erlebnis ist diese Tour deshalb auch für Untrainierte sehr gut machbar. Die Temperaturen sind im Februar eher angenehm – tagsüber maximal 30 Grad und trocken, nachts (vor allem in der Wüste) bis etwa Null.
Mittags bleibt die Küche kalt – es wird zum Beispiel Tomatensalat mit Reis und Thunfisch angeboten. Abends wird von unserem mitreisenden Koch ein schmackhaftes Menü zubereitet. Unser Partner bietet auch einen Apéritiv und/oder Digestiv an, z.B. Pastis. Sie schlafen außerhalb der Städte für die vier Nächte in guten Zelten und sauberen, bezogenen Matten; auf eine Dusche muss man natürlich verzichten, aber es geht auch gut mit einer Schüssel Wasser.

Sicherheit
Wir haben Reisen in den Niger von 2008 bis 2016 ausgesetzt, obwohl die Sicherheitslage auf dieser Route schon seit 2013 sehr gut war. Ende Januar 2011 wurden freie Wahlen abgehalten und mit Mahamadou Issoufou zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein ziviler, Intellektueller Präsident und kein Militär. Seitdem ist auch ein Tuareg Premierminister: der Politiker Brigi Rafini aus Iférouane. Im gesamten Reisegebiet sind keine Probleme mit Al Khaida- oder sonstigen Terroristen. Da es aber überall „Verrückte“ gibt - und um jedes Risiko in Richtung Null zu senken - sind ab Agadez sowie während des Festes Militärs mit dabei.
Trotz der guten Sicherheitslage kommen Beamte des AA (Auswärtiges Amt) auch hier noch immer zum Pauschal-Urteil „Von Reisen nach Niger wird dringend abgeraten und vor der Provinz Agadez wird gewarnt.“ Etwas mehr Differenzierung wäre auch hier wünschenswert. Wenn man die Reise- und Sicherheitshinweise des AA aufmerksam liest, stellt man verwundert fest, dass es auf unserer Route eigentlich kein Sicherheitsrisiko gibt…

Reiseverlauf *

* Der Reiseverlauf zeigt den “Idealzustand”. Änderungen durch behördliche Probleme oder Witterungsverhältnisse sind möglich.

1.- 2. Tag *: Flug nach Niamey und Agadez
Flug mit AIR FRANCE (ab Paris direkt, Ankunft 16:05) oder mit TURKISH via Istanbul (Ankunft um 03:00). Übernachtung im ruhigen Hotel "Le Sahel" oder im Hotel "Terminus" am/beim Niger-Fluss.
Morgens um 7 Uhr etwa zweistündiger Flug mit einer zweimotorigen Turboprop-Maschine (ATR 72-500) von Niger Airlines nach Agadez -  zunächst nach Zinder im Osten von Niger; vorgesehene Ankunft in Agadez um 10:10 Uhr.
Das 27 m hohe Lehm-Minarett der alten Moschee (Anfang des 16. Jh.) ist mit Ästen gespickt, die nach der Regenzeit zur Ausbesserung als Gerüst dienen. Nebenan ist der Sultanspalast (15. Jh.), in dem 1850 als erster Europäer der Forscher Heinrich Barth empfangen wurde; sein Haus in der Altstadt trägt eine Plakette. Gegenüber ist das nun heruntergekommene Hotel de l΄Air; der einstige Audienzsaal von Kaocen, Chef der Tuareg-Rebellion 1916/17 mit mächtigen Lehmsäulen wurde zum Restaurant.

© Sepp Friedhuber
© Sepp Friedhuber
Agadez Lehmhäuser
Altes Bürgerhaus in Agadez mit Lehm-Reliefs

Daneben beginnt der große Markt. In unzähligen kleinen Wellblechbuden findet sich so ziemlich alles - von Batterien über Cremes bis zu Haushaltswaren. Interessanter für uns sind Stände mit Silberschmuck, Lederarbeiten, Stoffen und Kalebassen; verzierten, getrockneten halben Kürbissen. In Agadez finden Sie auch die hier gefertigten, traditionellen "Batas": Dosen aus Kamelleder mit geometrischen Verzierungen in Batik-Technik. Sehr schöne und preiswerte Flechtwaren (vor allem Dosen und Sets für den Esstisch) finden wir im Artisanat.
Auch das „Haus des Bäckers“ soll besucht werden – der Senegalese, Sidi Kâ versorgte von hier nicht nur ab 1917 viele mit Brot, sondern dekorierte das Innere meisterhaft mit Lehm-Reliefs. Das Haus ist in der Altstadt, die mit ihren Lehmhäusern, Decken aus Palmstämmen und gewundenen Gassen ein UNESCO-Weltkulturerbe ist. Von außen sehr schlicht und abweisend, öffnen sich die Häuser in einen großen, nicht einsehbaren Innenhof, von dem die Zimmer aus abgehen.
Auf dem Markt treffen sich traditionell Nomaden und Sesshafte; ab November kommen die Salzkarawanen aus Bilma. Wir besuchen am Nachmittag auch den Viehmarkt mit vielen Kamelen, Ziegen, Schafen und Pferden.
Abendessen im italienischen (!) Restaurant Le Pilier, gegründet von Vittorio Giono, nun 82, der lange mit seiner Tuareg-Frau in Agadez lebte und das größere Restaurant in Niamey eröffnete, nachdem durch die Rebellionen kein Tourist mehr nach Agadez kam. Hier gibt es Pizza, Pasta… und auch Rotwein. (Abendessen nicht enthalten, ca. 10-15 € plus Getränke).
Übernachtung im modernen "Hotel de la Paix", mit schmucklosen, aber sauberen und klimatisierten Zimmern. (F ).

3. Tag: Agadez – Timia (240 km)
Frühe Abfahrt, ca. 6.30 Uhr. Wir fahren vorbei an der Oase Azel, gut 12 km nördlich. Hier beginnt das schwarze Felsland des Aïr mit "Trümmerbergen" aus Granit und Basalt, durchzogen von Trockentälern (Wadis, hier koris genannt). Es erstreckt sich von Süden nach Norden über 400 Kilometer bis zur algerischen Grenze und bildet mit dem dortigen Hoggar-Gebirge eine geologisch-vulkanische Einheit. Azel mit seinen großen Gärten ist der Gemüse-Lieferant für Agadez.
TimiaEs geht auf Steinpisten rund 150 km in das Felsland hinein, zur Oase Aouderas. Mittags-Picknick im Palmenhain mit Obstbäumen wie Pampelmusen und Orangen. Hier leben sesshafte Tuareg der Kel Ewey und Kel Fadey in einfachen Lehmhäusern. Weiter nach Norden, vorbei an den schwarzen Ausläufern des 1.500 m hohen Bergplateaus Mt. Bagzan; im langen Tal (kori) wird auch Gemüse und Obst angebaut. Wie riesige Adern durchziehen diese alten Flussläufe das Aïr; nach seltenen, aber heftigen Regenfällen verwandeln sie sich für kurze Zeit in reißende Ströme.
Die lang gestreckte Oase Timia ist noch immer sehr traditionell. Die Tuareg der Kel Ewey leben hier auf 1.500 m Höhe in Lehmhäusern sowie Mattenzelten und verkaufen auch schöne Flechtarbeiten aus Bast, ebenso wie Silberschmuck. Im Kori (Trockental) wachsen nicht nur viele Dattelpalmen, sondern auch Obstbäume wie Granatäpfel , Weintrauben und Feigen; in den Gärten wird auch Gemüse angebaut. Oasenbauern zeigen uns mit Stolz ihre Gärten; das Wasser wird meist mit einem Zebu-Rind aus den tiefen Brunnen gefördert.
Die deutsche Entwicklungshilfe hat hier ab Ende der 70er Jahre Rückhaltebecken für das seltene Regenwasser unter Mitwirkung der Tuareg gebaut, später auch eine Piste durch die Felsen zum kleinen „Wasserfall“ (cascade), wir natürlich besuchen.
Übernachtung in einer einfachen, nur selten benutzten Herberge (auberge) mit Lehmhäusern.
(F / M-Pn / A).

4. Tag: Timia – Zomo (ca. 140 km)
Die restaurierte, französische Kolonial-Bastion Fort Massu thront noch immer hoch über der Oase und wir haben von hier aus einen entsprechend schönen Blick. Das Fort diente bis etwa 2010 als Herberge (auberge), musste dann aber durch ausbleibende Touristen (Sicherheitslage) aufgegeben werden.

© Günter Heckenhahn
Fort Timia © Günter Heckenhahn
Camp © Roberto FischerHIPPOtv GmbH
Camp © Roberto FischerHIPPOtv GmbH

Die Reise führt uns auf steiniger Piste weiter nach Norden; die Route folgt oft tief eingeschnittenen Flussbetten (Wadis, hier kori genannt), flankiert von meist tiefschwarzen Bergen, deren Hänge sich wie Kohlehalden auftürmen – der Sandstein hat sich nach vulkanischen Aktivitäten durch oxidierte Mineralien schwarz eingefärbt, dem „Wüstenlack.“ Wir passieren die Ruinen der einstigen Tuareg-„Hauptstadt“ Assodé, schon gegründet im 16. Jh. und ab 1926 verlassen Das Fahrzeug mit einigen Soldaten der nigrischen Armee fährt voran. Die Gegend ist sicher, aber eine Eskorte ist weiterhin vorgeschrieben – bis zurück nach Tahoua, zwischen Agadez und Niamey. Es soll nicht das geringste Risiko eingegangen werden.
Wir essen das Mittags-Picknick im spärlichen Schatten von Akazien und erreichen am Nachmittag die kleine Oase Zomo östlich von Timia; Abendessen und Übernachtung im Zelt (Kuppelzelte mit sauber bezogenen Schlafmatten).
(F / M-Pn / A)

5. – 6. Tag: Zomo – Arakao – Chiriet (ca. 330 km)
Heute und morgen bieten sich die größten landschaftlichen Höhepunkte unserer Reise.
Wir fahren weiter nach Osten, zwischen den Bergmassiven Takalakouzet (1.295 m) und Taghmert (1.637 m), die wie zerborstene Zitadellen aus Schutt- und Sandmassen aufragen; der Taghmert von kreisrunder Pudding-Form. Das Trockental, kori Zagado, endet dann bald in den Sandmassen der Ténéré, die gegen die steinerne Ostflanke anbranden – wie Wellen eines erstarrten, gelben Ozeans. Unsere Geländewagen folgen dieser Trennlinie, bis zur „Krabbenschere“ von Arakao, linkes Bild, einem fast runden Talkessel, gefüllt mit Dünen: ein magischer Ort. An Felshügel stehen runde Tumili – Gräber aus dem Neolithikum, als die Sahara noch eine grüne Savanne war.

© Günter Heckenhahn
© Günter Heckenhahn
 

Es ist nicht schwer, die Sandberge zu erklimmen und oben entlang des Dünenkamms zu gehen – mit dem Blick auf gewaltige Sandmassen, die ferne Weite der Ténéré und die schwarze Mondlandschaft des Air. Wer hier oben einmal saß, wird diese Eindrücke nie mehr vergessen.
Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Issaouane, passieren Dünenketten bei Farès und navigieren weiter nach Osten zum Inselbergmassiv des Arar Chiriet (1.403 m), das sich wie eine Insel aus dem gelben Ozean erhebt (rechtes Bild). Auch hier können wir noch stundenlang zu Fuß unterwegs sein oder einfach nur sitzen und träumen. Zeltcamps.
(F / M-Pn / A)

© Günter Heckenhahn

7. Tag: Chiriet – Iférouane (ca. 120 km)
Wir fahren wieder nach Westen, in die „steinerne Zitadelle“ des Aïr . Die Oase Iférouane liegt malerisch am Westhang des 2.000 m hohen Tamgak-Massivs im Westen des riesigen Naturschutzgebiets (UNESCO-Weltnaturerbe). Die hier sesshaften Tuareg leben vor allem als Oasenbauern. Unter den Dattelpalmen wachsen Obstbäume, Weizen und Gemüse. Hier besuchen wir die Oase mit ihren Lehm- und Basthütten der Tuareg, den Palmenhain und Felsgravuren auf großen Felsblöcken.
Östlich erhebt sich das 1.988 m hohe Massiv des Adrar Tamgak.
In der Oase ist viel los… Hier wird ab heute in verschiedenen Wettbewerben das ganze Spektrum der klassischen Elemente geboten: auf das festlichste gekleidete Männer auf ihren weißen Kamelen, Frauen in edelste Stoffe gehüllt, die Haare aufwendig frisiert. Imzad, Tende (nach dem Mörder benannt), Tanz der Männer zu Esele-Musik: Iférouane ist ein Symbol für die gesamte Kultur dieses noblen Krieger- und Hirtenvolkes.
Unser Partner Mahaman Yaou, gebürtig aus Niger und dem Aïr, hat für uns abseits des Trubels ein oder mehrere Lehmhäuser angemietet; Schlafen nach Wunsch im Innenhof (mit oder ohne Zelt) oder in einem Zimmer.
(F / M-Pn / A)

8.- 9. Tag: Iférouane: das große Fest der Tuareg
Die Veranstaltungen gehen den ganzen Tag, abends bis 23 Uhr dann Musik. Es kommen auch Tuareggruppen aus Timia – aber natürlich auch viele Offizielle und Minister. Wir erleben hier traditionelle Musik der Tuareg. Damit verbunden sind natürlich auch Tänze, so der Hochzeitstanz der Tuareg, tendé, mit trommelnden und singenden Frauen, die von geschmückten Kamelen umkreist werden. Weitere Attraktionen sind Kamelrennen, aber auch mit Pferden, Treffen von hunderten geschmückter Kamele, geritten von den einstigen „Herren der Wüste“, mit ihren weiten Gewändern und glänzenden, dunkelblauen

© Roberto FischerHIPPOtv GmbH
© Roberto FischerHIPPOtv GmbH
© Günter Heckenhahn
© Günter Heckenhahn

Gesichtsschleiern (taguelmoust) aus Indigo. Tuareg aus Agadez demonstrieren auch den Tanz zum jährlich stattfindenden Bianou-Fest mit gefalteten taguelmust-Tüchern aus Indigo, s. Bild. Wir können auch traditionelle Spiele entdecken – wie „Dara“ (eine Art sahelischen Dame-Spiels) oder „Karey“, ein „Hockey“ mit Lederball im Sand, zwischen zwei Zeltlagern.
Es wird darüber hinaus das schönste Zeltlager prämiert – traditionelle Tuareg-Zelte aus Leder mit hölzernen, geschmückten Holzstangen, und die besten Herde: Tamadacht. Und die beste Kleidung von Frauen und Männern, sowie die Wall einer Miss Tuareg (s. Bild).
Dazwischen können Sie auch die große Oase und den Palmenhain erkunden, nachts das Gefunkel und Gepränge des Sternenhimmels genießen (und natürlich auch gutes Essen...).
(F / M-Pn / A)

10. Tag: Iférouane - Agadez (320 km)
Wir beginnen unsere lange Rückreise – heute auf steinigen, dann sandigen Pisten nach Südwesten – zunächst 190 km südwestlich nach Gougaram am Westrand des Berglands; von hier auf einer Piste südlich nach Agadez. Diese Piste verläuft parallel zur vollkommen zerstörten Asphaltstraße Agadez – Arlit (240 km) – die Uranfunde dort verhalfen Niger in den 80er Jahren zu einem kurzfristigen Boom. Wenn noch Zeit bleibt, Abstecher von je 6 km zu den meisterhaften Felsgravuren von Dabous – ca. 10.000 Jahre alte Giraffen.
Wieder Übernachtung im Hotel de la Paix, dort auch Abendessen (oder individuell gegen Zuzahlung im Le Pilier).
(F / M / A).

11. Tag: Agadez – Tahoua (450 km)
FrauenDie „Straße“ führt nach Südwesten – es gibt so gut wie kein Asphalt mehr zwischen Agadez und Tahoua, meist fährt man daneben… 95 km hinter Agadez passieren wir die verwitterten Reste der Sandstein-Steilstufe („falaise“) von Tiguidit, die sich halbkreisförmig um Agadez legt; knapp 50 km östlich ist die alte Oase In-Gall.
Die Landschaft ist flach-wellig, unendlich weit, sandig, durchsetzt mit einzelnen Akazien. Hier nomadisieren die Fulbe oder Peulh-Bororo wie seit Jahrhunderten mit ihren Kamelen, Ziegen und Schafen. Über Abalak, 270 km hinter Agadez, erreichen wir Tabalak. Ab hier treffen wir auch in den Siedungen auf sesshafte Hausa; die Frauen sind in farbenfrohe Stoffe gehüllt. Tahoua, Hauptort der Ader-Region, befindet sich im Übergangsgebiet von sesshaften Ackerbauern und scheinbar endlosen sahelischen Trockensteppen. Abendessen/Übernachtung im neueren Hotel Tarka mit sauberen, guten Zimmern.
(F / M / A).

12. Tag: Tahoua – Niamey (590 km)
Südlich von Tahoua fahren wir 70 km  weiter ab auf eine Piste, vorbei an sehr schönen Hausa-Dörfern (wie Salewa) - auch die großen, bauchigen Hirsespeicher sind aus dem rötlichen Lehm der Gegend gefertigt. Diese Gegend ist durch Täler und den niedrigen Grundwasserspiegel recht dicht besiedelt; es wachsen hier auch Mangobäume. Wir besuchen das Dorf Yaama mit seiner großen, kunstvollen Lehm-Moschee, mit deren Bau 1960 begonnen wurde; 1986 wurde sie von der Aga Khan-Stiftung ausgezeichnet. In den Jahren sind fast 30 (kleinere) Moscheen hier im Umkreis von 10 Kilometern entstanden - einzigartig!
Dogondoutchi, 145 km westlich von Birnin-Konni (direkt an der Grenze zu Nigeria).Dogondoutchi bedeutet "großer Felsen", und die Region wird denn auch von rötlichen Lateritfelsen dominiert. Hier ist das Zentrum des Zwiebelanbaus. Die Haussa dort werden auch Maori genannt und folgen animistischen Traditionen, praktizieren also eine "Hybrid-Religion": Islam und Animismus.

Giraffen

Zwischen Dosso und Niamey wollen wir der größten Giraffenherde Westafrikas einen Besuch abstatten. Ein lokaler Führer setzt sich zu uns und weist den Weg durch trockene Buschsavanne nach Norden. Vor über 100 Jahren zogen die letzten Giraffen des Air-Berglandes gen Westen zum Niger und von dort aus vor einigen Jahrzehnten in diese Gegend. Durch die Freundlichkeit der hier lebenden Djerma und ihr Verständnis (oft zertrampeln die Huftiere auch Hirsefelder) konnten die Tiere sich vermehren; mit über 500 Tieren lebt hier die größte Giraffenherde Westafrikas. Und das nicht in einem Nationalpark, sondern als "Nachbarn". Durch diese gegenseitige Freundlichkeit können wir die sanften, neugierigen Riesen meist aus nächster Nähe beobachten.
Tageszimmer zum Duschen und Umziehen; "Sundowner" wieder auf der Terrasse des Grand Hotel - hier gibt´s auch frisch gegrillte Fleischspieße und kaltes Bier. Oder Abendessen (nicht enthalten) im "Le Pillier" von Vittorio Gioni.
Jetzt schon nach Hause? Die dreitägige Verlängerung zum nahen W-Nationalpark mit zwei Übernachtungen in einer herrlichen Lodge auf einer Insel im Niger unter Baobabs (Affenbrotbäumen) ist sehr zu empfehlen!
(F / M-Pn).

13. Tag / Rückflug und Ankunft
Abflug mit AIR FRANCE am Vortag kurz vor Mitternacht, mit TURKISH um 00:05 nach Istanbul, Ankunft z.B. in Frankfurt um 13:55 Uhr.
 

Leistungen: Genanntes Programm mit allen Transfers; Reiseleitung durch Werner Gartung und den kundigen Partner Mahaman Yao; Mahlzeiten wie angegeben, Sicherheitsgebühr für die Militärbegleitung,  Detailkarte Niger, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Flüge, Visakosten (61 €), Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.
 

Die Tuareg in Niger
Alle, die tamaschek (das Tuareg-Idiom) sprechen, sind Tuareg, sagen sie selbst – dann kommt man auf etwa 1,3 Millionen Menschen in Niger, Algerien, Mali und Libyen. Etwa 900.000 davon leben in Niger (Gesamtbevölkerung: ca. 20 Millionen). Der Sultan der alten Karawanenstadt Agadez ist die oberste Instanz aller Tuareg in Niger - wir werden ihn in seinem traditionellen Palast besuchen. Von den 5 Fraktionen (Gruppen) mit fast einer halben Million Menschen ist die der Kel Air (nördlich von Agadez) die größte. Das Kunsthandwerk (Silberschmiede, Kamelsättel) ist höher entwickelt als bei den Tuareg in Süd-Algerien.
Trotz aller Probleme, vor allem periodischer Dürrezeiten, ist der Karawanenhandel noch lebendig: jedes Jahr zwischen Oktober und Januar ziehen Karawanen durch die Ténéré-Wüste zur Salzoase Bilma – 500 Kilometer pro Strecke, 70 km pro Tag. Das Viehsalz wird bis nach Nigeria verkauft.
Im Februar 2007 ist es im Norden erneut zur Revolte der Tuareg gekommen – die letzte große Rebellion war 1990-95 unter Mano Dayak. Die Gründe für den Konflikt: die historisch gewachsene “Marginalisierung” der Tuareg, eine allgemeine Benachteiligung des Nordens und die Exploration (insbesondere durch Frankreich und China) der reichen Uranvorkommen – verbunden mit einem Gesundheits- und Umweltrisiko für die dort lebende Bevölkerung. Die Forderungen der Tuareg sind seit 2011 weitgehend erfüllt und Premierminister ist seitdem der Tuareg Brigi Rafini.

Tourdaten
Termine / Preise
08.02.2020 - 20.02.2020: 3590.00€


Basispreis: 3.590 €
+ Flüge, ab ca. 800 €
EZ-Zuschlag: 250 €
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OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
Mail: service@oasereisen.de