Tour 405 - Reiseverlauf

Hochland von Äthiopien

Auf dem Landweg nach Axum, Semien-Gebirge

Tour 405Äthiopien war eines der geheimnisvollsten Länder - und es zum Teil auch noch geblieben. Das christliche Hochland mit seinen steil abfallenden Tafelbergen und wilden Schluchten ist Kern dieser Reise. In Verbindung mit den Menschen und einer zweitausendjährigen Hochkulturgeschichte wird der Besuch zu einem geistigen Abenteuer, das tiefe Spuren hinterlässt.

Individuelle Änderungen: Sie können diese Reise individuell als Vorprogramm verlängern, z.B. in den muslimischen Osten mit der alten Stadt Harar oder im Süden, z.B. am Langano-See. Bei individueller Durchführung lässt sich z.B. auch noch der Tanasee mit Klosterinseln „einbauen“. Oder Sie reisen einige Tage später an (wenn Sie z.B. Lalibela schon kennen).

Die Hälfte Äthiopiens liegt über 1.200 Meer; das Kernland über 2.000 Meter. Die vulkanische Bruchzone des "Rift Valley" (die durch das Rote Meer verläuft) teilt das äthiopische Hochland in einen größeren westlichen und einen kleineren südöstlichen Abschnitt und setzt sich weiter nach Süden fort. Im Norden fällt das Rift Valley in Eritrea steil zum Roten Meer hin ab; die Serpentinenstrecke zum alten arabischen Hafenort Massawa ist atemberaubend.

Wir beginnen diese außergewöhnliche Reise in Äthiopiens Boom-Hauptstadt Addis Abeba und fliegen nach Lalibela mit seinen Felskirchen. Danach geht alles auf dem Landweg: nach Gondar beim Tanasee mit seinen alten Kaiserburgen, weiter auf das „Dach Afrikas“, in das wild zerklüftete Semien-Bergland. Dort können Sie einen Tag auf etwa 2.800 m Höhe wandern und werden mit Sicherheit auch Gelada-Affen und wilde Bergziegen sehen. Entlang der alten italienischen Straße geht es hinauf nach Axum mit seinen Stelen und den Palastruinen der König von Saba; in der Kirche Maria von Axum soll die legendäre Bundeslade versteckt sein.
Sie können übrigens auch später in die Reise „einsteigen“, z.B. drei Tage später und dann ohne Lalibela.

Diese Tour eignet sich auch ideal als Vorprogramm oder Verlängerung der Tour 412, Kurzreise Danakilwüste mit dem Vulkan Erta Ale.

Reiseverlauf *

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen sind möglich. Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. Tag: Frankfurt - Addis Abeba
Abflug aktuelle von Frankfurt mit ETHIOPIAN AIRLINES um 21:35 Uhr. Es sind diverse andere Flugverbindungen verfügbar – aber nur die hervorragende Airline ETHIOPIAN bieten (neben dem Partner Lufthansa) Direktflüge – und zusammen mit den Inlandsflügen und dem Ethiopian-Flug Asmara-Addis wird es günstiger.

2. Tag: Addis Abeba - Lalibela
Ankunft um 06:50 Uhr. Addis Abeba liegt auf 2.400 m Höhne und wuchs ungeplant in Eukalyptuswälder hinein und wird mit großem Tempo modernisiert, es gibt es seit 2018 eine 31 km lange Stadtbahn. Dennoch ziehen noch immer Esel und Pferde durch die Straßen, Frauen kommen schwer beladen mit Feuerholz vom Entoto-Berg. Wenn Sie einen Tag früher fliegen, können Sie sich Addis Abeba ansehen; Aufpreis je nach Hotel ab 120 € p.P. inkl. Stadtführung.
Weiterflug nach Lalibela um 08:20 – 10:30 Uhr. Die Stadt hat sich teilweise über die Hänge hinweg ausgedehnt und besteht im alten Kern noch aus zweistöckigen Tukuls (Rundhütten), einer altertümlichen Bauweise des Hochlandes. 10 der 11 Kirchen sind unter dem letzten mächtigen Zagwe-König Lalibela (1181-1221) entstanden. Der Legende nach erhielt er einen

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göttlichen Auftrag und wollte die Hauptstadt seines Reiches in ein neues Jerusalem verwandeln. Die Überlieferung berichtet weiter, Lalibela habe das Werk mit Hilfe von Engeln in 23 Jahren fertig gestellt. Handwerker aus Jerusalem und Alexandrien leiteten die gigantische Arbeit, die rund 100 Jahre gedauert haben muss. Die Felskirchen sind weltweit einzigartig - Bauwerke nicht durch Hinzufügen, sondern durch Wegnehmen und Aussparen. Treppen und Säulen, Türen, Schmuckwerk, Gesims, Regenrinnen, Skulpturen im Innern der dämmrigen Kirchen - alles ist aus einem Stück Fels entstanden.
Wir besuchen ab dem frühen Nachmittag (vorher Ruhepause) den ersten Teil der Kirchen. Die größte Kirche ist Bet Medhane Alem, gestützt von 72 Pfeilern. Durch einen Tunnel gelangen Sie zur Bet Mariam-Kirche. Sie verfügt über fabelhafte Reliefs, die unter anderem Vögel und Tiere zeigen. Sie besuchen auch Bet Danaghel, eine Kapelle, die zu Ehren von Märtyrer-Nonnen gebaut wurde, und die Zwillings-Kirchen Bet Golgotha und Bet Mikael.
Als wolle sie sich bewusst absondern, versteckt sich die wohl schönste aller Kirchen weiter südlich hinter einem Hügel und alten Olivenbäumen: Bjet Georgis, die Georgskirche, ist rein monolithisch und besticht mit perfekter Kreuzform (s. Fotos).
Abendessen und Übernachtung in der familiär geführten (äthiopisch-deutsch) Sora Lodge auf 2.680 m. (F / A).

3. Tag: Lalibela - Gondar (270 km)
Heute Vormittag steht die südöstliche Kirchengruppe auf dem Programm. Bet Amanuel ist eine der schönsten aus dem Fels gehauenen Kirchen im axumitischen Stil. Bet Merkorios hat ein wunderbares Gemälde der drei Heiligen, das im 15. Jahrhundert angefertigt wurde. Die beiden Kirchen Bet Abba Libanos und Bet Gabriel-Rafael waren wohl einmal die Behausung der königlichen Familie, bevor sie später zur Kirche umfunktioniert wurden.
Wir fahren nach einem Mittagessen mit Geländewagen zunächst 55 km südlich auf einer Naturstraße und dann westlich auf der asphaltierten „Chinese Road“ nach Westen über Debre Tabor, im 19. Jh. Sitz zweier Kaiser. 37 km weiter erreichen wir die Straße um den Tanasee und gut 110 km weiter die alte Kaiserstadt Gondar. Abendessen und Übernachtung im neueren Taye Belay Hotel aus Sandstein, nahe der Burgen.
(F / M / A).

4. Tag: Gondar - Debark (95 km)
Vormittags besuchen wir Gemp, die ehemaligen Kaiserstadt. Gondar mit dem Palastbezirk gehört ebenso wie Lalibela und Axum zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die von Mauern mit 12 Toren umgebene Palastanlage wurde von Kaiser Fasiladas (1632 bis 1667) begonnen und bis zur Kaiserin Mentuab (1730 – 1755) fortgeführt. Die Bauweise entspricht schottischen Burgen. Es wurde portugiesischer Einfluss vermutet, aber die Bauweise ist dennoch eigenständig.
Auf einem Hügel versteckt sich die Debre Berhan Salassie-Kirche hinter hohen Mauern. Das Torhaus wird von zwei Türmen flankiert; zwei Erzengel bewachen die schweren Türen. Besonderheit im Innern der reich bemalten Kirche ist die ganz mit Engelsköpfen verzierte Balkendecke.
Die Fahrt nach Norden von 70 km führt uns durch eine imposante Gebirgslandschaft nach Debark. Der Ort liegt am Westrand des wilden Semien-Gebirges. Innerhalb des Parks gibt es gleich mehrere Berge, die höher sind als 4.000 Meter. Der höchste davon ist der Ras Dashen, mit 4.543 Metern der vierthöchste Berg Afrikas.
Abendessen und Übernachtung in der rustikalen Walia Lodge mit Steinhäusern, wo wir mit einer äthiopischen Kaffee-Zeremonie empfangen werden – die Lodge ist benannt nach dem Walia Ibex, einer endemischen Wildziege.
(F / M / A).

5. Tag: Debark – Semien – Debark (50 km + Trekking ca. 10 km)
Morgens Fahrt von ca. 23 km in die gigantische Bergwelt, kurvenreich zum Pass von Tiya Afaf, 3.328 m. Dort bei der komfortablen Simien Lodge beginnen wir das Trekking – je nach Kondition. Rund 2 km östlich stürzt ein Wasserfall hunderte von Metern in einen Felskessel mit ca. 800 m senkrecht abfallenden Wänden.
Wanderung auf Wunsch weiter bis Geech auf 3.926 m und zurück (ab/an Lodge ca. 8 Stunden). Vorbei an Riesen-Lobelien wie aus einem Science Fiction-Film, steht man am ersten Steilabfall und blickt wie aus der Vogelschau auf die wild zerklüftete Landschaft mit ihren Tafelbergen und winzigen Dörfern in extremer Isolation.

Wenn Sie Glück haben, so kommt Ihnen eine große Herde Gelada-Affen in geschlossener Formation entgegen - nicht etwa angriffslustig, sondern emsig mit dem Zupfen von Gras beschäftigt. Sie gehören zu den konsequentesten Vegetariern des Tierreichs. Jedes Männchen mit Löwenmähne besitzt einen Harem von mindestens fünf Weibchen. Sie sind ebenso endemisch (nur hier lebend) wie die scheuen Walia-Steinböcke.
Rückfahrt und zweite Übernachtung in der Walia Lodge.
(F / M-Pn / A).

6. Tag: Debark – Axum (255 km)
Die Straße nach Norden (in den 30er Jahren von Italienern gebaut) führt in vielen Serpentinen durch atemberaubende Berglandschaften. Nachdem Sie am Limalimo Mountain vorbeigefahren sind, durchqueren Sie das Tekeze-Tal; die Landschaft wird trockener und karger. Am späten Nachmittag erreichen wir Axum nach rund 6 Stunden Fahrt. Erster Rundgang zum Stelenplatz. In Axum soll es über 100 Stelen gegeben haben. Die noch stehende größte ist 23 m hoch; die zerbrochene und am Boden liegende Stele misst 33 Meter. Etwa ebenso groß ist eine Stele, die unter Mussolini 1936 nach Italien gebracht wurde und seither in Rom den Petersplatz zierte. Sie wurde wieder Äthiopien übergeben und im September 2007 errichtet.
Abendessen und Übernachtung im guten, neuen Sabean Hotel – modern, Zimmer mit traditionellem Touch.
(F / A).

7. Tag: Axum - Mekelle und Rückflug
In der Kathedrale der Heiligen Maria von Zion (4. Jh., nach der Zerstörung durch Achmed Gran im 17. Jh. neu gebaut) soll im Allerheiligsten die Bundeslade mit den Gesetzestafeln von Mose aufbewahrt sein, die Salomons Sohn Menelik I aus Jerusalem entführte und auf einer Insel im Tanasee vergrub, bis sie mehrere Jahrhunderte später nach Axum gebracht wurde. Die Bibel berichtet von Wundern der Bundeslade - sie hat Flüsse umgekehrt und Städte zerstört. Und sie half Kaiser Menelik II, 1896 gegen die bewaffnete Übermacht der Italiener bei Adua (40 km östlich von Axum) zu gewinnen - sagen gläubige Äthiopier.
Ab Axum fahren wir durch eine grandiose Landschaft mit wie gefalteten, gezackten Bergen.Bis zur Provinzstadt Adrigrat führt die Route weiter nach Osten. In Adua, gut 20 km hinter Axum, wurden die Italiener 1896 vernichtend von den Äthiopiern geschlagen und das Land dadurch nie kolonisiert. Gut 20 km hinter Adua fahren wir einige Kilometer auf einer Seitenstraße und sehen schon von weither die wuchtige Turmruine des legendären Tempels von Yeha, der aus dem 5. Jh. v. Chr. Stammt, aus dem sabäischen Reich im heutigen Jemen. Yeha mit seiner alten Kirche war die erste Hauptstadt des Reiches von Axum.
Wir unternehmen einen Abstecher zum Tafelberg von Debre Damo, direkt an der Grenze zu Eritrea. Das Kloster hoch oben ist nur für Männer und über ein Seil zugänglich, um den Eingang auf 24 m Höhe über eine Felswand zu erreichen. Nur für Sportliche! Von hier aus erreichen wir nach 30 km die Stadt Adigrat und weiter über Wukro in die Provinzhauptstadt Mekelle. Bei Wukro gibt es viele Felskirchen und eine gute Lodge; Sie können hier noch gut einen oder zwei Tage verlängern.
Flug nach Addis Abeba 21:00 – 22:25 Uhr, Abflug nach Frankfurt um 23:50 Uhr (mit Lufthansa 00:45 - 09:30 Uhr).
(F / M).

8. Tag: Ankunft oder Verlängerung
Ankunft in Frankfurt um 05:20 Uhr.
Verlängerung mit Eritrea: Übernachtung in Axum, 09:45 – 11:15 >Uhr Flug nach Addis, Weiterflug nach Asmara um 15:445 – 17:10 Uhr.
Reise als Vorprogramm der Tour 412, Danakil:am 7. Tag Nachmittags Fahrt von Axum nach Mekelle.
 

Leistungen:Reise mit allen Fahrten und Mahlzeiten wie angegeben; englischsprachige, professionelle Reiseleitung in Äthiopien und Eritrea, Landkarte, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Flüge, Visakosten (46 €, bei Einreise), Mittagessen, Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
08.11.2019 - 15.11.2020: 1690.00€
20.12.2020 - 27.12.2020: 1690.00€
07.02.2020 - 14.02.2020: 1690.00€

Die Termine sind mit der Tour 400, Eritrea, abgestimmt (als Vorprogramm). Bei Kombination mit Eritrea: Minus 300 €

Basispreis: 1.690 €
Bei 3 Teiln.+ 100 € p.P.
Bei 2 Teiln.+ 350 € p.P.
EZ-Zuschlag 100 €
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Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
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