Tour 530 - Reiseverlauf

Einzigartig, atemberaubend: Insel Sokotra

Galapagos im Indischen Ozean

Sokotra bietet spektakuläre und einzigartige Naturschönheiten, kilometerlange, unberührte Sandstrände und glasklares Wasser. Die Insel im Westen des Indischen Ozeans ist isoliert: 240 km über der Spitze des "Horns von Afrika", von Somalia. Das „Galapagos im Indischen Ozean“ bietet Landschaften wie aus einem anderen Planeten; nur hier vorkommende Drachenblut- und Flaschenbäume wirken die Kreationen von Aliens. Für uns ist dies eine Reise in die Urgeschichte der Biologie, zu Landschaften wie auf einem fremden Planeten, zu Küsten und Stränden wie am Schöpfungstag.

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Nach langer Zwangspause ist Sokotra wieder in unserem Programm. Die Insel gehört zu Jemen; nach Beginn der Bombardierung 2015 durch Saudis und ihrer Alliierten starb unser langjähriger Partner. Es begann ein gnadenloser Stellvertreterkrieg; die Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt; sie beherrschen die Hauptstadt Sana´a.

Aber Sokotra hat schon allein wegen seiner geographischen Lage nichts mit dem Festland-Jemen zu tun. Der Gouverneur von Sokotra untersteht der Regionalregierung in Aden, auf der Insel ist eine Einheit von Soldaten der V.A.E. (Emirate). Sokotra ist 100% sicher.

Die jemenitische Airline YEMENIA fliegt weiterhin nicht nach Sana´a, aber nun wöchentlich von Kairo nach Sokotra; es ist die einzige Flugverbindung dorthin pro Woche. Das lässt sich die Airline teuer bezahlen; es gibt ja keine Konkurrenz. Aber diese Reise lohnt sich und lässt sich auf Wunsch auf zwei Wochen ausweiten.

Bilder-Galerie, Fotos von Jürgen Birchler

Sokotra ist mit 3.650 Quadratkilometern die größte von Jemens 124 Inseln. Sie liegt nicht wie die meisten Fels-Eilande im Roten Meer, sondern weit vom Kernland entfernt im Indischen Ozean: über 1.200 km Luftlinie südöstlich von Sana´a (bzw. 500 km von der Hafenstadt Mukalla). Sokotra hat wilde Berge bis 1.600 m, ist 130 km lang und bis zu 40 km breit. Es existieren hier keine einheimischen Säugetiere - Biologen und Geologen vermuten, daß sich die Insel sich bereits von kontinentalen Landmassen löste, bevor überhaupt größere Tiere die Erde bevölkerten. Endemische Tierarten beschränken sich auf rote Krabben (die einzigen Süßwasserkrabben weltweit) und 7 der etwa 100 Vogelarten.
Im Gegensatz dazu sind die endemischen Pflanzenarten in ihrer Vielfalt beeindruckend - über 200 der ca. 800 Pflanzenarten wachsen nur hier. Sokotra gehört (neben Gebieten wie Galapagos und dem Kap Südafrikas) zu den 10 biologisch reichsten Regionen der Erde. Weltweit einzigartig sind die Varianten der Drachenblutbäume (dracaena cinnabari) und 7 verschiedene Arten von Weihrauchbäumen. Der Drachenblutbaum heißt bei den Einheimischen Arheeb oder Dam Al Aschkaweyn - "Blut der zwei Brüder", nach dem Mord von Kain an Abel. Das "Drachenblut" ist ein rötliches Harz aus der Rinde und wird in der traditionellen Medizin verwendet, als Rostschutzfarbe im Jemen und Färbung für Töpfe, Holz und Leder.
Die Bevölkerung wird auf etwa 35.000 geschätzt, davon leben im Hauptort Hadibu etwa 5.000 Menschen. Alle sind Moslems, bilden aber in den Küstenbereichen eine Mischung aus Arabern, Indern, Afrikanern und sind vereinzelt portugiesischen Ursprungs. Die Insel war schon den Ägyptern und Griechen bekannt; der Apostel Thomas soll hier Schiffbruch erlitten und eine christliche Gemeinde gegründet haben. Ein Bischof von Sokotra leitete um 900 die (erfolglose) Missionierung des Jemen. Als der berühmte Entdeckungsreisende Marco Polo Ende des 13. Jh. hier anlandete, waren noch Kirchen aus dem 10. Jh. vorhanden. 1507 errichteten Portugiesen einen Stützpunkt im Nordosten der Insel (Ruinen des Forts sind noch vorhanden), von 1876 bis 1967 stand Sokotra (zusammen mit Südjemen) unter britischer Verwaltung.

Reiseverlauf*

* Diese Reise führt zum Teil durch unwegsame Gebiete und hat Expeditionscharakter. Dies beinhaltet ggf. Modifikationen des Programmablaufes, die sich aus den jeweiligen Umständen jederzeit ergeben können. Bitte beachten Sie hierzu auch die weiteren Hinweise weiter unten.

1. Tag (Dienstag) Frankfurt - Kairo
Flug nach Kairo, z.B. mit EGYPTAIR, ab Frankfurt 15:25 – 20:20 Uhr.

2. Tag: Kairo - Sokotra
Flug mit einem Airbus A 320-200 mit YEMENIA via Seyun, Südjemen, 02:00 – 08:45 Uhr. Der kleine Hauptort Hadibu im Norden der langgestreckten Insel besteht überwiegend aus einfachen Steinhäusern; die sandigen Wege und Straßen sind durch Ziegenkot aus Generationen "verdichtet". Hinter Hadibu erheben sich schroffe Berge. Wir checken ein in das überraschend komfortable Summerland Hotel.
In den kleinen Läden des Ortes sind arabische, indische, auch Händler mit portugiesischen Vorfahren. Nach einer Ruhepause und Mittagessen im Hotel Fahrt von ca. 25 nach Ayahaft zu einer Kaskade und ersten, überwältigen landschaftlichen Eindrücken.
Rückfahrt, Abendessen und Übernachtung.

3. Tag: Hadibu – Deksem, Wadi Dirhour (50 km)
DrachenblutbäumeEs geht nach Süden in das schroffe Innere der Insel, auf das Plateau von Deksem. Die gezackten schroffen Hajjar-Berge mit ebenso bizarren Flaschen- und Drachenbäumen bilden geeignete Kulissen für Science-Fiction-Filme; oft fühlen wir uns tatsächlich wie auf einem fremden Planeten. Aus rund 1.000 m Höhe bieten sich herrliche Blicke auf das unten liegende, blau oder grün leuchtende Meer. Etwa eine Stunde zu Fuß zu Häusern von Beduinen, mit denen wir Tee trinken. Im Wadi Derhor wir die ersten großen Exemplare der nur auf Sokotra wachsenden Drachenblutbäumen (Dracaena cinnabari). Aloen und andere Sukkulenten beleben die steinige Landschaft. Erfrischung in einem natürlichen Pool, Nachmittags 1-2 Stunden Gehen im größten Wald von Drachenblutbäumen in Fermahin, Weihrauch-Zeremonie in eine Beduinenhaus. Zeltübernachtung.

4. Tag: Wadi Dirhour – Zahaq und Umgebung
Morgens erfrischen wir uns an kristallklaren Bächen, beim Vogelgezwitscher und in grandioser Natur. Wir fahren hinunter an das Meer und sehen u.a. Weihrauchbäume (Boswelia essence) und Gurkenbäume (Dendrosicyos socotrana). Ebenfalls "Außerirdisch" wirken die Höhlensysteme von Degoub etwa 20 km von der Küste entfernt. Die Grotten sind 10 - 15 m hoch, durch natürliche Gänge und Wege miteinander verbunden. Hirten benutzen sie noch immer als Schutz für sich und ihre Ziegen.
Nogud an der Südküste besticht mit langen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser.
Vor dem Abendessen am Meer können wir uns noch mit einem Bad erfrischen oder auf einem Kamel reiten. Zeltübernachtung am Sandstrand in Aomaq.

5. Tag: Aomaq – Arhar (60 km)
Special_Sokotra_Canyon.jpgEntlang der Küste nach Osten. Hier kommt es immer wieder zu Begegnungen mit Fischern und manchmal auch Perlentauchern.
Wir halten uns nun mit den Fahrzeugen in östlicher Richtung und passieren schöne Wadis (Trockentäler). Wir fahren zum Wadi Dirfarhu, entlang traditioneller Dörfer und natürlicher Wasserbecken. Dieser Canyon ist relativ grün und bietet eine vielfältige Flora, viele Vögel, u.a. auch Flaschen- und Weihrauchbäume. Die Flaschenbäume (Adenium obesum sokotranum) widersprechen "normalen" Proportionen: aus dem oberen Bereich der keulenförmigen Stämme wachsen winzige Äste, in denen im Herbst rosafarbene Blüten leuchten. Wir sehen auch Myrrhe, von den Einheimischen "Murr" genannt. Weihrauch und Myrrhe waren schon seit dem Altertum Exportgüter, auch aus Somalia und dem Oman. Mit dem Baumharz aus Sokotra sollen schon die alten Ägypter ihre Mumien präpariert haben.
Wir fahren weiter nach Arhar, wo sich schroffe Felsen und Sand am Meer erstrecken. Wer fit ist, kann Dünen und Berge von etwa 300 m besteigen – oder nur im Meer schnorcheln. Ein Süßwasserfluss in der Bucht neben flachen Dünen bieten uns hier beste Bedingungen für einen grandiosen Campplatz.

6. Tag: Arhar - Homhil (20 km)
HomhilBeim Dorf von Terbak erreichen wir den Eingang zur einer 3 km langen Höhle, Huq cave. Innen sind Kristalle, Stalagtiten und Stalagmiten zu sehen. Hier wollen wir auch etwas zu Mittag essen. Weiter nach Homhil, einem alten Explosionskrater oberhalb des Meeres, umgeben von bizarren Flaschen- und Köcherbäumen. Auch dieser Platz ist außerirdisch schön. Möglichkeit zum trekken, Camp in Homhil.

7. Tag: Homhil – Qualansia (90 km)
Die Qaria-Lagune ist die größte Lagune auf der Insel. Hier leben u.a. Flamingos und seltene Reiher. 25 km vor dem östlichen Kap, Ras Mumi, sind weitere, zum Teil riesige Höhlen. Qalansia am Meer ist ein Paradies; das Wasser ist klar und türkisfarben; am Strand erheben bis zu 40 m hohe Dünen, hinter Lagunen stehen malerische Palmenwälder. Hier wird auch Meersalz mit einfachsten Methoden durch Verdunstung gewonnen. Vom Salzberg ("Jebel al Milh") bietet sich ein weiterer schöner Blick.

Special_Sokotra_Strand-Qualansia.jpg
Special_Sokotra_Sandduenen.jpg

Weiter nach Dihamri, auf Wunsch kleine Wanderung entlang der herrlichen Meeresbucht, die reich an Korallenriffen ist. Möglichkeit zum Schwimmen und Schnorcheln. Beim Schnorcheln entdecken wir die verschiedensten seltenen Fischarten, zum Teil in allen Regenbogenfarben. Camp am Strand von Detwah in der Nähe.

8. Tag: Detwah – Shu´ab - Hadibu (65 km)
DelphineWir begeben uns auf eine mehrstündige Bootstour mit einem motorisierten Fischerboot und fahren zur großen Bucht von Shu´ab. Dort sind regelmäßig – und fast immer – Gruppen von Ostpazifischen Delphinen (Spinner dolphins) beim Spielen zu sehen, die sich dabei um ihre eigene Körperachse drehen. Unvergesslich für gute Schwimmer ist ein gemeinsames Bad mit ihnen. Wir erfahren auch mehr über den Alltag der Fischer hier am „Ende der Welt“ und fahren mit ihnen weiter zurück zur Lagune von Qualansia – vor uns das türkisfarbene, flache Meer, dahinter schroffe Berge, mit angewehten, fast weißen Sand.
Vor Hadibu besuchen wir noch eine Frauen-Kooperative; sie weben u.a. Vorleger aus Ziegenwolle und töpfern Krüge, die mit Drachenbaum-"Blut"gefärbt sind. Abendessen und Übernachtung wieder im Summerland Hotel.

9. Tag (Mi): Hadibu – Kairo – Rückflug oder Verlängerung
Abflug um 09:45 wieder über Seyun, Ankunft in Kairo um 14:45 Uhr. Rückflug oder Verlängerung in Kairo und Umgebung – wir beraten Sie gern. Zum Beispiel zwei Tage Kairo mit dem neuen GEM (Great Egyptian Museum) an den Pyramiden, das Anfang 2020 teileröffnet werden soll.
Ideal – auch als Vorprogramm – ist eine Erweiterung mit unserer neuen Tour 150 zur Oase Siwa (auch eine Woche) – die Termine sind aufeinander abgestimmt.

Leistungen: Beschriebene Reise mit allen Fahrten und Übernachtungen und voller Verpflegung in Sokotra; einheimische, englischsprachige Reiseleitung; Visabeschaffung.

Nebenkosten: Flüge (nach Kairo ab ca. 350 Euro), Flüge YEMENIA Kairo - Sokotra und zurück derzeit 1.250 €); Visakosten (100 €); Versicherungen, Trinkgelder.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
05.11.2019 - 13.11.2019: 1690.00€
17.12.2019 - 25.12.2019: 1690.00€
28.01.2020 - 05.02.2020: 1690.00€
03.03.2020 - 11.03.2020: 1690.00€


Basispreis: 1.690 €
EZ-/zeltzuschlag: 50 €
Bei 2 Teiln.: + 90 € p.P.
Verlängerungen u.a. mit Ägypten
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