Special Tour Äthiopien, Djibouti, Somaliland - Reiseverlauf

Mit der Bahn nach Djiboutii, Somaliland

Entdeckungen am Horn von Afrika

Diese einzigartige Reise führt mit der neuen „Chinesenbahn“ von Addis Abeba nach Djibouti, dem aufstrebenden Zwergland am Roten Meer und weiter nach Somaliland, der sicheren Republik im Norden des „Horns“ von Afrika. Somaliland ist als Kurzreise im OASE-Programm (Tour 425), aber erst in Kombination mit Djibouti und der Bahnfahrt dorthin wird diese Reise zu einem besonderen Erlebnis. Sie können auch via Dubai fliegen oder früher nach Äthiopien reisen, dort z.B. die einwöchige Kurzreise im Hochland, Tour 411.

Landschaftlich bietet Djibouti geballte, vulkanische Landschaften und hochkarätige Attraktionen. Der Zwergstaat am Roten Meer wurde von Franzosen gegründet, weil sie hier einen guten Hafen mit Frischwasser vorfanden; das Hinterland von Djibouti ist bis heute vernachlässigt; es gibt nur 3 größere Orte im Land mit insgesamt etwa 600.000 Einwohnern. Die Anwesenheit vieler Soldaten (allein über 5.000 französische Soldaten und nochmals 7.000 Angehörige) führt zu einem hohen Preisniveau. Auch einige hundert deutsche Soldaten wachen hier (worüber?) an der Meeresenge nach Jemen, dem Bab el-Mandeb („Tor der Tränen“. Sie residieren 5* Hotel Kempinski… Auch hier haben Chinesen „übernommen“, es entsteht die größte Freihandelszone der Welt.
Kurzfilm (ca. 11 Minuten) Youtube
Artikel Afrika-Info: auf dem Weg zu Afrikas Dubai

Somaliland ist 1991 selbständig geworden. Besser: der nördliche Teil von Somalia, einst britisches Protektorat (der Süden war italienisch) rief einseitig seine Unabhängigkeit aus, um nicht in den Wirren des Bürgerkriegs zusammen mit dem ganzen Staat unterzugehen. Das war eine weise Entscheidung, die da Clan-Älteste in der Stadt Burao trafen.
Das Land hat eine demokratische, gute Regierung und ist nicht korrupt. Das ist so selten in Afrika wie ein Brunnen in der Wüste. Ebenso selten: die Wirtschaft entwickelt sich, der Lebensstandard für die etwa 3,5 Millionen Somalis im Land wächst stetig. Die Regierung erstickt nicht alles in Bürokratie wie meist in Afrika, sondern vereinfacht und hilft, wo sie kann. Das Bruttosozialprodukt ist mit 350 Dollar pro Jahr immerhin schon höher als in Tansania oder Äthiopien.
Das Land ist noch immer nicht international anerkannt - ein Riesenfehler der Diplomatie. Und noch immer ist Somaliland nicht in der OAU (Organisation für Afrikanische Einheit) vertreten, obwohl der Antrag 2005 gestellt wurde. „Man“ (d.h. viele Präsidenten von „Schurkenstaaten“ befürchten, dass die einseitige Ausrufung der Unabhängig auch in Teilen anderer Länder Schule machen könnte. So ist es, auch was good governance angeht, ein Beispiel für ganz Afrika.
Die Felsmalereien von Las Geel nahe Hargeisa sind 5.000 Jahre alt und zählen zu den Meisterwerken überhaupt - noch immer farbenfroh, wie frühe Picassos an den Felswänden. Die Route hinunter zum Roten Meer nach Berbera und der Hafenort selbst sind interessant, wir treffen auf Nomaden mit ihren Kamelen. Die kleine Hauptstadt Hargeisa bietet einen schönen Markt, und viele andere Entdeckungen.
Kurzfilm (ca. 11 Minuten) Youtube
Artikel Somaliland und Djibouti, KURIER/Wien, v. 9.1.19
 

Reiseverlauf *

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen sind möglich. Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

Addis1. -2. Tag: Frankfurt – Addis Abeba
Direktflug mit ET 707 von Frankfurt nach ADD, 21:35 – 06:50 Uhr.
Abholung, Fahrt in das angenehme Caravan Hotel (oder ähnlich) im modernen Stadtteil Bole beim Airport, einige Stunden Erholung. Zum National Museum, wo unter anderem das Skelett von „Lucy“ ausgestellt ist. Fahrt auf den über 3.000 Meter hohen Entoto-Berg - von hier aus bietet sich ein grandioser Ausblick auf Addis Abeba, die „Neue Blume“. Wenn noch Zeit bleibt, Besuch des ehemaligen Palasts des Kaisers Menelik II und der Marienkirche. Wir sehen auch das Löwen-Symbol, „Lion of Judah“ (Bild) des langjährigen Kaisers Haile Selassie von 1954; er regierte von 1930 bis 1974. Abendessen in einem „Cultural Restaurant mit dem Landesessen Injera (dünne Teigfladen mit verschiedenen Saucen), Musik und Tanz der wichtigsten Ethnien der Landes. (A).

3. Tag: Addis – Djibouti
Fahrt zum neuen Bahnhof von Addis – der wurde von China gleich zusammen mit der Bahnlinie nach Djibouti (759 km) mit gebaut… basierend auf der alten Trasse von 1917. Die neue Bahn wurde Anfang Januar 2018 eingeweiht. Vorgesehene Abfahrt um 8 Uhr, VORGESEHENE Ankunft um 18:30 via Dire Dawa in Ost-Äthiopien. Es kann aber viel später werden… An Bord gibt es meist nichts zu essen, also schon etwas von zu Hause mitbringen, auch Wasser.
Erfahrungsbericht Bahn von 2018
Artikel mit Hintergrund-Infos, NZZ-Online, 26.3.19
Film ARD (Mediathek) über die neue Bahn und Schmugglerzüge

ALTERNATIVEN

  • Flug: 14:30 – 18:20 Uhr; via Dire Dawa, Aufpreis 120 € inkl. Abholung in Djibouti
  • Flug am VORTAG um 11:45 – 12:45 nach Dire Dawa. Fahrt in die alte, muslimische Stadt Harar, 70 km.„Hyänenmann“, dem wilde Hyänen Fleisch aus dem Mund fressen, alte Tradition. Ras Hotel, Abendessen. Nächster Tag Besuch der alten Stadt, Markt, Haus von Arthur Rimbaud, Flug nach Djibouti um 17:20 Uhr. Aufpreis 220 € p.P., bei 2 Teiln., 170 € p.P. bei 3-4 TN, plus Flugkosten (150 - 200 €). Sie können auch von Dire Dawa aus in den Zug steigen (Mehr-Flugkosten dann ca. 100 €).

Übernachtung in einem guten, klimatisierten Mittelklassehotel oder Gästehaus, wie Lagon Bleu. (F).

Djibouti-Stadt besticht durch ein fast komplettes Ensemble von über 100 Jahre alten Kolonialbauten aus französischer Zeit mit Arkaden und zum Teil alten Holzfenstern.

4. Tag: Djibouti-Stadt – Ali Sabie – Lac Abbé (210 km)
Kurzer Besuch von Djibouti-Stadt mit „morbidem Charme“ der alten Kolonialhäuser im arabischen Stil. Über flache Sandwüste (sonst nur Vulkangestein in Djibouti) Grand Barra zur schönen Oase Ali Sabie, Mittagessen unter Palmen im Restaurant (nicht enthalten). Weiter durch Vollwüste zum Lac Abbé, hier sind außerirdisch wirkende Asche- und Lehmkegel spektakulär. Übernachtung in einem "Buschhotel" in traditionellen, großen "Bienenkorb-Hütten" der hier lebenden Afar mit Feldbetten. Einfache Duschen und Toiletten ( F / A).

5. Tag: Lac Abbé – Lac Assal - Tadjourah (180 km)
Der Sonnenaufgang in dieser unwirklichen, surrealen Landschaft mit den Aschekegeln ist atemberaubend; hier wurden Szenen vom „Planet der Affen“ gedreht. Der Boden federt, die Erdkruste ist hier sehr dünn; heiße Geysire fauchen und dampfen. Oft sieht man hier Nomaden mit ihren Ziegen oder Kamelen. Zum Frühstück gibt es hausgemachte Pfannkuchen, Tee und Kaffee.

Rückfahrt nach Dikhil und nach Goubet mit herrlichen Ausblicken zur Meeresenge. Aus dem blauen Wasser erhebt sich die "Teufelsinsel" Moucha wie ein großer Karamelpudding. 10 km weiter auf einer Straße zum tiefsten Punkt des afrikanischen Kontinents, dem Salzsee Lac Assal. Schon von weitem blendet das gleißend weiße Salz in der Sonne. Es wird nun industriell abgebaut.
Weiterreise auf der Nordseite des Golf von Tadjourah zum alten Hafenort Tadjourah mit schönen Sandstränden. Möglichkeit zum Mieten von Schnorchelausrüstung oder eines Bootes.
Einfaches Traditionshotel am Meer (Hotel Le Golfe mit viel Charme, frz. Leitung). ( F ).

6. Tag: Tadjourah - Forêt du Day - Djibouti-Stadt (240 km)
Vormittags haben Sie noch die Möglichkeit zum Schwimmen oder Schnorcheln.
Fahrt in die Berge entlang metallisch glänzender Schichtstufen zum Day-Wald, dem kleinen Rest eines früheren Nebelwaldes. Möglichkeit zum kurzen Trekking vom rustikalen Gästehaus aus in den kühlen Bergen. Weiter zum nahen Ardokoba-Vulkan, einer der jüngsten Vulkane der Welt. Er entstand 1978 durch die Kontinentalverschiebung und war schon eine Woche später ohne nennenswerte vulkanische Aktivitäten - in der Zeit ergoss sich die Lava kilometerweit. Wir können um den Kraterrand gehen; von hier aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf den Lac Assal.
Rückfahrt nach Dibouti-Stadt, entlang der Meeresenge Goubet. Wir blicken von Aussichtsplätzen auf Basaltschluchten und die andere Seite des Landes mit Vulkan-Schichtstufen.
Übernachtung wie zu Beginn. In der Innenstadt gibt es diverse Restaurants; gut ist das französische „La Chaumière“ – auch mit der Möglichkeit, vor Somaliland einen guten Wein oder ein Bier zu trinken… (F).

7. Tag: Djibouti – Hargeisa / SOMALILAND
Flug mit einer zuverlässigen Turproprop-Maschine von Air Djibouti oder Dalool Airlines mit Sitz in Hargeisa in die überschaubare, moderne Hauptstadt von Somaliland. Hargeisa hat über 1,2 Millionen Einwohner – jeder Dritte im Land lebt hier. Die weitflächige Stadt macht einen neuen Eindruck; ältere Häuser wurden sorgsam restauriert. Durch Geld aus den Golfstaaten entstanden viele neue Häuser, auch moderne Hotels. Dunkle Felshügel überragen die Stadt. Trotz einer Höhe von über 1.300 m ü.M. ist es hier ganzjährig warm (auch im Winter bis 35 Grad), nachts aber kühl (im Winter bis 5 Grad) – typisch für Wüstenklima. Gutes, neueres Hotel, meist das Ali Jirde Hotel.
(F / A).

8. Tag: Hargeisa – Dhagax Kure – Hargeisa (ca. 110 km)
Hargeisa MemorialHargeisa hat auch eine Universität. Wir besuchen den alten Teil der Stadt mit traditionellen Häuser, den Viehmarkt, den Goldmarkt und den Markt für die Kaudroge Kat; viel wird aus Äthiopien importiert. Im Zentrum steht ein Kriegs-Monument mit einem russischen Mig-Jet, der 1988 von den Somalis abgeschossen wurde.
Wir verlassen gegen Mittag die Hauptstadt auf einer Piste in Richtung Nordwesten (wie die ganze Fahrt über in guten Geländewagen). Fast 140 Orte mit Felsbildern sind in Somaliland bekannt, die zwei schönsten besuchen wir heute und morgen. Dhagax Kure ist auch vom Landschaftserlebnis besonders: aus  sandiger Halbwüste ragen riesige, abgerundete Sandsteinfelsen wie eine bizarre Stadt. In Nischen und Höhlen sind ockerfarbene Felsbilder von Menschen und Tieren, meist Rindern. Die Bilder morgen wirken noch frischer und sind noch kunstvoller - hier aber überwiegt das Landschaftserlebnis. Mittags-Picknick.
Rückfahrt nach Hargeisa. Oft sind Gazellen oder große Kudus zu sehen - und immer wieder Kamele und Ziegen.
Abendessen in einem Restaurant von Hargeisa nicht enthalten).

9. Tag: Hargeisa - Las Geel - Berbera (160 km)
Morgens fahren wir 70 km nordöstlich in Richtung Berbera, zu den Höhlen von Las Gaal. Erst im Jahr 2002 von französischen Forschern entdeckt, am besten gehören sie zu den am besten erhaltenen neolithischen Felsbildern ganz Afrikas. Zum Teil überlagern sich  Bilder von Menschen und Rindern, entstanden zwischen ca. 5.000 und 2.000 Jahren v.u.Z. und sind in 10 gut zugänglichen Felsnischen zu finden. Hier genießen wir wieder ein gutes Mittags-Picknick.

Felsenbilder
Hargeisa Strand

Rund 5 km vor Berbera führt die Straße hinunter, es wird wärmer. Es leben etwa 200.000 Einwohner hier in der Hafenstadt  am Golf von Aden. Hier wurde schon im 1. Jhdt. Handel mit Rom betrieben - mit Myrrhe und Weihrauch, das bis heute zu den „Exportschlagern“ vor allem mit dem gegenüberliegenden Jemen gehört. Ab dem 9. Jhdt. wurde von hier aus Handel auch mit China betrieben - damals schon mit Elfenbein - und Sklaven für Arabien. Berbera ist ein wichtiger Devisenbringer für Somaliland (moderner Container-Hafen für Äthiopien). Die Altstadt wird noch immer von Alt-Arabischen Häusern dominiert, viele sind aber schon verfallen. Bestes Hotel, Al Mansoor, Bungalows am Strand. Schnorchelausrüstung und auch ein Boot kann gemietet werden.

10. Tag: Berbera - Sheikh - Burco (140 km)
Fahrt hinauf in das kühlere Hochland, 65 kurvenreiche Kilometer nach Sheikh, mit herrlichem Blick auf der Tiefland udn den spärlichen Ruinen von Ferdusa, begrenzt von Tafelbergen. Die Stadt blühte im 16. Jh. Weiter ins Hochland nach nach Burao (Burco). Mit ca. 300.000 Einwohnern ist es die zweitgrößte Stadt nach Hargeisa. Es ist auch das Viehzentrum mit dem größten Viehmarkt des Landes.
Hier hat das deutsch-somalische Paar Brigitte und Ahmed Awad das Beer Agricultural College gegrün- det, die erste Landwirtschaftsschule des Landes. Sie engagieren sich gemeinsam mit einem örtlichen Kommitee für den Wiederaufbau des Burao Technical Institutes, um Ausbildungsplätze in technischen Berufen (Fahrzeugmechanik, Bauwesen, Schreinerhandwerk u.a.) zu schaffen.
Einladung zum Mittagessen auf der Farm und Begegnungen mit StudentInnen. Informationen, auch über die letzte große Dürre, 2016/17.
City Plaza Hotel, bestes Haus vor Ort.

verfallenes Haus in Berbera
Kamelhirte

10. – 11. Tag: Burco – Hargeisa (180 km) und Rückflug
Von Burco aus führt die Straße nach Westen. Zurück nach Hargeisa; etwa 20 km vorher Besuch von einem Camp von Halbnomaden mit Kamelen. Mittagessen in Hargeisa, noch Möglichkeit zu Einkäufen. Flug mit Ethiopian Airlines nach Addis Abeba 17:40 – 19 Uhr. Verlängerung oder Rückflug nach Frankfurt um 23:40, Ankunft am nächsten Morgen um 05:25 Uhr. Bei Flügen mit Emirates: Flug am nächsten Morgen ca. 8 Uhr nach Dubai (Zusatzübernachtung in Hargeisa, 50 € p.P. im DZ, 80 € im EZ).
(F / M)

Leistungen:Programm und Mahlzeiten wie angegeben, lokale, jeweils englischsprachige Reisebegleitung, 3  Reisende pro Geländewagen und je eine Sicherheitsbegleitung pro Wagen in Somaliland; Visabeschaffung vor Ort (Visum bei der Einreise), alle Eintrittsgelder.

Nebenkosten: Flüge (ab ca. 750 €), Visakosten (Äthiopien 36 €, bei Einreise 45 €; Djibouti 10 €; Somaliland 60 Dollar, bei Einreise), Versicherungen, Trinkgelder und persönliche Ausgaben.

Weiteres
Tourdaten
Termine / Preise
17.02.2020 - 28.02.2020: 2790.00€
16.11.2020 - 27.11.2020: 2790.00€


Basispreis: 2.790 €
plus Flüge (ab ca. 800 € mit Eth. Airlines)
EZ-Zuschlag: + 330 €
4/5 Teiln.: + 200 €
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Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
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