Tour 330 - Reiseverlauf

Kamerun, Äquatorial-Guinea: Bioko island

Gorillas in zwei Nationalparks, plus zwei Reservate

Äquatorial- was? Das kaum bekannte Land besteht aus einem wie herausgefrästen Stück Tropenwald zwischen Süd-Kamerun und Gabun, sowie aus einzelnen Inseln; Bioko mit der Kapitale Malabo ist die größte Insel und unser Ziel. Sie besteht aus zwei Vulkanen bis über 3.000 m, Teil der tektonischen Bruchverwerfung, zu der auch der 4.070 m hohe Mt. Cameroon gehört. Wir beschränken uns auf die Insel; eine Verlängerung zum Festland verteuert die Tour nochmals erheblich und lohnt sich nicht; die zwei Nationalparks dort geben wenig her. Dadurch kostet diese Reise weniger als die Hälfte einer Tour vom „Mitbewerber“, inkl. Bata… dennoch, es ist alles sehr teuer hier im „schwarzen Emirat“… Aufgrund der kurzen Trockenperiode wird die Reise nur zwischen November und Februar durchgeführt.

Äquatorialguinea hat nun etwas die Tür zu Einreise geöffnet – man braucht Geld…in puncto sehr weniger Besucher herrscht z.B. in Eritrea im Gegensatz zu Äquatorial-Guinea eher Massentourismus: nur noch Südsudan und die Pazifik-Republiken Kiribati und Tuvalu haben noch weniger Besucher als das Miniland vor Küste Kameruns – 2018 waren es gerade einmal rund 7.000, davon die meisten Geschäftsleute.
Weiterhin bizarr: umgeben von frankophonen Ländern und Nigeria im Westen, spricht man hier spanisch – schon 1500 nahm Portugal die Insel als Fernando Póo in Besitz. 1778 trat Portugal die Kolonie an Spanien ab. Im 19. Jahrhundert errichtete Spanien eine Plantagenwirtschaft auf der Insel Bioko, begann aber erst ab 1926 mit der Kolonisierung der Region Rio Muni auf dem Festland – seit einigen Jahren entsteht im Urwald die neue Kapitale, Oyala.

Auf der Insel Bioko, dem einstigen Fernando Póo, leben rund 20% der etwa 1,4 Millionen Einwohner; durch die Spanier überwiegend Katholiken. Neben der Demokratischen Arabischen Republik Sahara ist es das einzige spanischsprachige Land Afrikas. Nominell ist das Land eine parlamentarische Demokratie; tatsächlich ist das System ist diktatorisch, eine autoritäre Kleptokratie.
Seit 1969 herrscht Teodoro Obiang über die Republik, nachdem er seinen noch repressiver wütenden Onkel Nguema stürzte und hinrichten ließ. 1981 versöhnte er sich mit Spanien, mit dem sein Onkel gebrochen hatte, und erhielt Wirtschaftshilfe. Er löste das Land langsam aus den engen Beziehungen zur Sowjetunion und erlaubte der Kirche wieder tätig zu werden, nachdem sein Onkel Äquatorialguinea im Mai 1978 zum atheistischen Staat erklärt hatte. 2004 war Mark Thatcher, Sohn der „Eisernen Lady“ mit Söldnern in einem verfehlten Putschversuch beteiligt.
Sein designierter Nachfolger und Sohn Teodorin, der „Prinz von „Malabo“ definiert sich über Yachten, Ferraris und Luxushotels; in Paris kaufte er ein Stadtschloss mit 100 Zimmern. 2017 hat die Genfer Staatsanwaltschaft Obiang Jr. wegen Geldwäsche belangt;. 25 Luxusautos Obiangs - angeblich äquatorial-guineischer Staatsbesitz – wurden konfisziert. Einige der Boliden waren mehr als eine Million Euro Wert. Auch die 120 Milionen teure, 70 Meter langen Luxusjacht "Ebony Shine" in den Niederlanden wurde beschlagnahmt. Die Autos wurden zugunsten von Sozialprojekten in Äquatorialguinea versteigert. Ermittler vermuteten, dass sich für ihn vor allem der Holzexport persönlich bezahlt gemacht hat. Drei von vier ihrer Untertanen hingegen lebten 2006 unterhalb der Armutsgrenze. Neuere Zahlen gibt es nicht. Weniger als die Hälfte der Kinder gehen zur Schule, bei der Säuglingssterblichkeit und den einfachsten Impfungen gehört das Land zu den afrikanischen Schlusslichtern.

Die Bevölkerung kann nichts dafür. Attraktionen sind Vulkane und Kraterseen, pralle tropische Natur, nur hier existierende Monument spanischer Kolonialgeschichte – zwischen November und Januar kommen Riesen-Meeresschildkröten an die südlichen Strände bei Uraca. In den Wäldern leben noch 11 Affenarten; die meisten sind bedroht und werden als „bushmeat“ gejagt und gegessen. Artikel National Geographic

Für Natur-Enthusiasten kann diese Reise auch noch trekking- und primatenäßig aufgestockt werden: von Moka aus + 3 Tage zu den Camps Moaba und Moraka mit Abstechern in eine Caldera; diverse Affenarten, auch Antilopen, Wasserfälle.

Verlängerungen:
Ideal mit Kamerun, z.B. der Tour 303 (Mount Cameroun) – Winter-Termine sind aufeinander abgestimmt; Mt. Cameroun als Vorprogramm. An drei Tagen fliegt Ethiopian Airlines via Douala nach Malabo bzw. von dort zurück (Mo, Mi, Fr).

Reiseverlauf*

* Kurzfristige Änderungen des Programmablaufes z.B. durch Witterungsbedingungen sind möglich. Enthaltene Mahlzeiten: F - Frühstück, M = Mittagessen (PN - Picknick, leichtes Essen), A = Abendessen

1. – 2. Tag: Flug nach Malabo
Die besten Verbindungen bieten Ethiopian Airlines via Addis Abeba, von dort Direktflug nach Malabo, an einigen Tagen vorher Landung in Douala/Kamerun. Um 21:35 Uhr Abflug in Frankfurt nach Adis Abeba (06:25 Uhr), weiter nach Malabo 09:15 – 11:40 bzw. 13:10 Uhr, wenn über Douala. Der Flughafen liegt gleich westlich von Malabo im Norden der Insel.
Abholung und Erholung im 2* -Yoli oder Ibis Hotel. Zuschlag Boutique Hotel Magno Suites für die 3 Nächte: 120 € im DZ, 330 € im EZ.
Nachmittag zur freien Verfügung – vom Joli Hotel im Zentrum sind es nur ein paar hundert Meter zur S. Elizabeth-Kathedrale, mit deren Bau erst 997 von den Spaniern begonnen wurde, umgeben von Palmen und Grünanlagen. Wer noch fit ist (und spanisch spricht), solle auch zum spanischen Kulturzentrum im Westen der City, es gibt u.a. auch Kochkurse.
Restaurant-Tipps für Malabo

3. Tag: Malabo – Pico Basile – Malabo (70 km)
Der nahe Vulkan Pico Basile (3.018 m) ist bis 2.800 m befahrbar; oben sind militärische Anlagen. Dennoch ist Blick auch schon von hier atemberaubend; dort steht eine kleine Kirche. Am Nachmittag Besuch von Malabo, dort vor allem der Altstadt, dem einstigen Santa Isabel, Keimzelle der spanischen Kolonisierung.

4. Tag: Malabo – Ureka und Moabo Beach (100 km)
Bis 8 Uhr Abfahrt nach Luba im Südwesten, 52 km. Halt zum Baden 10 km vorher am Arena Bianca, dem einzigen Sandstrand der Insel (die anderen sind schwarz vulkanisch). Luba hat eine lange Kolonialgeschichte – früher hieß der Ort San Carlos, überragt von Vulkangipfeln. Das Monument 1778 dokumentiert das Jahr der spanischen Kolonisierung. Weiter in dem

Schildkröte

Süden bis an die Küste nach Ureca – mit über 10 METERN Jahresniederschlag berühmt als „wettest place in the world“. Eben mit Ausnahme der Monate November bis Januar – dann kommen auch riesige Meeresschildkröten, vier verschiedene Arten, hier an die Strände zur Eiablage. Wir erledigen die Formalitäten im schlichten Holzhaus des „Nature Center“. Es geht max. 2 h am Strand entlang – Shorts und Outdoor-Sandalen einpacken – zum Moaba Beach. Dort halten sich auch immer Biologen des Turtles-Programm auf. Zeltübernachtung am Meer. Hier kommen in dieser Jahreszeit riesigen Leatherback-Schildkröten zur Eiablage.

Mehr Informationen:
Bioko Biodiversity Protection Program
Bioko ein Turtle Program

5. Tag: Ureca - Moka – Lake Biao – Moka (90 km)
Rückwanderung nach Ureca und Fahrt nach Norden. Auf dem Weg zurück nach Luba besuchen wir im Dorf Batete die Kirche, ganz aus Holz erbaut. Von Luba rund 30 km landeinwärts zum hübschen Ort Moka auf rund 1.000 m Höhe.
Es geht auf eine rund dreistündige Wanderung durch Regenwald südlich zu den Wasserfällen von Iladiy. Es sind eher einzelne Kaskaden, aus der Ferne wie Wasserstreifen, die steilen, bewaldete Hände eines erloschenen Vulkans hinab rauschen. Auf der Wanderung sehen wir mit großer Wahrscheinlichkeit auch Affen.
Alternativ – für sehr Fitte – 5 Stunden (hin und zurück) noch westlich zum Kratersee von Biao – oder dieser Ausflug statt Iladiy. Übernachtung im guten Hotel in Moka mit Pool.

6. Tag: Moka – Riaba - Malabo (90 km)
Morgens ist der Besuch des Bio-Diversitätszentrums von Moka geplant (s. Link zur Website oben). Kurvenreiche Fahrt durch herrliche Landschaften östlich nach Riaba mit dem alten Leuchtturm und der legendären Bar „La Bueana Madre“. Wir besuchen ausführlich eine große Landwirtschaftsfarm mit Viehzucht und Obstpflanzungen wie Ananas und Papayas.
Über 5 Brücken geht es dann knapp 70 km entlang der Ostküste zurück nach Malabo mit dem Umweg über Sipopo am Meer 15 km östlich: her vergammeln 52 Villen, die für einen Afrika-Gipfel 2011 gebaut wurden. Viele Reiche der korrupten „Elite“ leben in Sipopo, zum Teil mit Privatstränden (und aus Kamerun importiertem Sand)… wir finden sicher woanders einen ruhigen Badeplatz.
Abendessen wieder in Eigenregie, Übernachtung wie zu Beginn in Malabo.

7. – 8. Tag: Rückflug
Vormittags zur freien Verfügung; Abflug aktuell um 14:10 Uhr nach Addis Abeba (je nach Flugtag direkt oder via Douala; dort auf Wunsch Anschlussprogramm). Ankunft in Addis um 20:45 Uhr, weiter nach Frankfurt 3:50 – 05:25 Uhr am nächsten Morgen.

Leistungen: Programm wie angegeben, Übernachtungen mit Frühstück, lokale, englischsprachige Reisebegleitung, alle Transfers und Eintrittsgelder.

Nebenkosten: Flüge (ab ca. 950 €), Visakosten (120 €), Mahlzeiten (Abendessen ca. 30 €) Versicherungen, Trinkgelder und persönliche Ausgaben.

Tourdaten
Termine / Preise
10.01.2020 - 17.01.2020: 2290.00€
04.02.2020 - 11.02.2020: 2290.00€
13.11.2020 - 20.11.2020: 2290.00€


Basispreis: 2.290 €
Aufpreis p.P. bei
3 Teiln.: + 100 € p.P.
2 Teiln.: + 400 € p.P.
Einzelzimmer + 390 €

Tour-Suche


OASE REISEN
Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
Mail: service@oasereisen.de