Special Tour Niger - Reiseverlauf

Tanzfeste im Sahel, Agadez, Niger-Fluss

Mit der alten Karawanenstadt Agadez

Am Ende der kurzen und oft knappen Regenzeit in Niger treffen sich Tuareg und die nomadischen Fulbe (Peulh) der Untergruppe Bororo/ Wodabee zwischen Agadez und Tahoua zur Salzkur. Die ”Cure salée” dient den großhörnigen Zebu-Rindern der Bororo, den Kamelen, Schafen und Ziegen der Tuareg zur Salzaufnahme. Das Treffen von Familien, Clans und Volksgruppen der Peulh-Bororo-Nomaden wird gleichzeitig für Feste genutzt.
Unser Partner Mahaman Yaou leitet seit 25 Jahren Reisen zu den Gerewol-Festen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Veranstaltern besteht unser Programm nicht aus "Schau-Tänzen": Sie erleben hier wirklich authentische Feste "en brousse", in der weiten Savanne. Sie sind der Höhepunkt einer faszinierenden Reise in den dann grünen Sahel, mit der uralten Sultansstadt Agadez. Zum Schluss Begegnungen und Trance-Tänzen in kunstvollen Lehmdörfern der Haussa mit ihren bauchigen Hirsespeichern und Besuch der größten Giraffenherde Westafrikas - sie leben in friedlicher Symbose mit den Hirsebauern.

Gerewol
Gerewol © Sepp Friedhuber
Giraffen

Mittags bleibt die Küche kalt – es wird zum Beispiel Tomatensalat mit Reis und Thunfisch angeboten. Mineralwasser ist in Niamey erhältlich und wird gemeinsam vor der Abreise eingekauft. Abends wird vom mitreisenden Koch ein schmackhaftes Menü zubereitet. Unser Partner bietet auch einen kostenlosen Apéritiv und/oder Digestiv an, z.B. Campari-Orange, Pastis oder Whisky.
Diese Reise wird auch von einer italienischen und spanischen Agentur angeboten; wir sind aber in getrennten Camps.

Special Tour Niger - Gerewol

36 Fotos von der Gerewol-Reise 2016

Sicherheit
Wir haben Reisen in den Niger ab 2008 bis 2016 ausgesetzt, obwohl die Sicherheitslage auf dieser Route schon seit 2013 sehr gut war. Ende Januar 2011 wurden freie Wahlen abgehalten und mit Mahamadou Issoufou zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein ziviler, Intellektueller Präsident und kein Militär. Im gesamten Reisegebiet gibt es keine Probleme mit Al Khaida- oder sonstigen Terroristen. Da es aber überall „Verrückte“ gibt - und um jedes Risiko in Richtung Null zu senken - sind zwischen Tahoua und Agadez sowie während des Festes Militärs mit dabei (ein Pickup mit MG-Lafette und etwa 5 Soldaten).
Trotz der guten Sicherheitslage kommen Beamte des AA (Auswärtiges Amt) auch hier nur zum Pauschal-Urteil „Von Reisen nach Niger wird dringend abgeraten.“ Etwas mehr Differenzierung wäre auch hier wünschenswert. Wenn man die Reise- und Sicherheitshinweise des AA aufmerksam liest, stellt man verwundert fest, dass es auf unserer Route eigentlich kein Sicherheitsrisiko gibt…
Diese Tour wurde auch wieder in den letzten Jahren mit Erfolg durchgeführt, s. "Bildergalerie".

Reiseverlauf *

* Der Reiseverlauf zeigt den “Idealzustand”. Änderungen durch behördliche Probleme oder Witterungsverhältnisse sind möglich.

1. Tag / Di, 17.09.2019: Flug nach Niamey
AIR FRANCE hat zu diesen Daten aktuell (Mai 2019) absurde Flugpreise von rund 1.800 €... Am Günstigsten mit aktuell unter 700 € ist die zuverlässige ROYAL AIR MAROC: Frankfurt - Casablanca 18:40 - 21:15 Uhr (2 h Zeitverschiebung), weiter nach Niamey, ab 22:15 Uhr.

2. Tag / 18.9.: Niamey - Birnin-Konni - Tahoua (540 km)
Anunft um 01:50 Uhr, Übernachtung im ruhigen Hotel "Le Sahel" oder im Hotel "Terminus" am/beim Niger-Fluss.Sie verlassen gegen 9 Uhr die dezentral im Südwesten des Landes angelegte Hauptstadt auf einer sehr guten Asphaltstraße nach Osten. Heute eine zügige Fahrt - wir sehen mehr auf der Rückreise (Giraffen, Dörfer auf einer Nebenroute zwischen Tahoua und Birnin-Konni). Die meisten anderen TeilnehmerInnen beginnen morgen die Reise mit dem FLUG nach Agadez - diese Option haben Sie auch, s.u.
Fahrt nach Dosso und nochmals 140 km in nordöstliche Richtung nach Dogondoutchi mit verwitterten Tafelbergen. Die Straße führt nun direkt entlang der Grenze nach Nigeria; auf beiden Seiten leben die Hausa - überwiegend Ackerbauern und gute Händler. Birninkonni bildet das Zentrum des Zwiebelanbaus; exportiert wird bis zur Elfenbeinküste. Fahrt von gut 120 km nach Norden. Tahoua, Hauptort der Ader-Region, befindet sich im Übergangsgebiet von seßhaften Ackerbauern und scheinbar endlosen sahelischen Trockensteppen. Abendessen/Übernachtung im neueren Hotel Tarka mit sauberen, guten Zimmern.
(F / M-PN / A).

Verkürzung der Reise um zwei Tage – Flug nach Agadez
Wenn Sie sich die Hin- UND Rückfahrt nach Agadez von je 1.000 Kilometern sparen möchten, so können Sie zwei Tage später nach Niamey abreisen (19.9.) und am 20. morgens von Niamey nach Agadez fliegen.Der Reisepreis REDUZIERT sich dann um 80 € p.P., der Inlandsflug mit einer zuverlässigen Turboprop-Maschine von 280 € ist enthalten.

3. Tag / 19.9.: Tahoua – Agadez (ca. 500 km)
Die Vegeation wird nun deutlich weniger - selbst jetzt nach den Sommerregen, die Landschaft ist flach-wellig, unendlich weit, sandig, durchsetzt mit einzelnen Akaazien. Hier nomadisieren die Fulbe oder Peulh-Bororo wie seit Jahrhunderten mit ihren Kamelen, Ziegen und Schafen. Über Tabalak erreichen wir Abalak, 160 km. In dieser Gegen werden in einigen Tagen die Gerewol-Feste der Bororo stattfinden. Die Straße (so gut wie kein Asphalt mehr zwischen Tahoua und Agadez, meist fährt man daneben...) verläuft von hier aus weiter in nordöstlicher Richtung 270 km nach Agadez, der uralten Karawanen- und Handelsstadt am Südrand der Sahara. Knapp 100 km vor Agadez passieren wir die verwitterten Reste der Sandstein-Steilstufe („Falaise“) von Tiguidit, die sich halbkreisförmig um Agadez legt.
Die flache Gegend wird zunehmend sandiger, wüstenhafter. Schon von Weitem sehen wir das 27 m hohe Lehm-Minarett, mit Ästen gespickt; jetzt nach der Regenzeit wird es von "freiwilligen" Schülern unter Anleitung ausgebessert. Nebenan ist der alte Sultanspalast, in dem 1850 als erster Europäer der Forscher Heinrich Barth empfangen wurde; sein Haus in der Altstadt trägt eine Plakette.
Übernachtung im modernen "Hotel de la Paix", mit schmucklosen, aber sauberen und klimatisierten Zimmern. Bier gibt´s hier nicht, aber etwas weiter. (F / M-PN).

4. Tag / 20.9.: Agadez 
Reisende (die meisten, v.a. eine italienische Gruppe) die mit dem Flieger aus Niamey kommen, treffen heute gegen 11 Uhr hier ein.
Sie haben den Vormittag, auf Wunsch auch den ganzen Tag zur freien Verfügung. Neben der berühmten Mosche ist der alte Sultanspalast, in dem 1850 als erster Europäer der Forscher Heinrich Barth empfangen wurde. Auf dem Markt treffen sich traditionell Nomaden und Seßhafte, meist Hausa; ab November kommen die Salzkarawanen aus Bilma. Wir besuchen am Nachmittag auch den Viehmarkt mit vielen Kameln, Ziegen, Schafen und auch Pferden.

© Sepp Friedhuber
© Sepp Friedhuber
Agadez Lehmhäuser
Altes Bürgerhaus in Agadez mit Lehm-Reliefs

Hotel wie zu Beginn, Abendessen im italienischen (!) Restaurant Le Pilier, gegründet von Vittorio Giono, der lange mit seiner Tuareg-Frau in Agadez lebte und das größere Restaurant in Niamey eröffnete, nachdem durch die Rebellionen kein Tourist mehr nach Agadez kam. Hier gibt es Pizza, Pasta… und auch Rotwein. (Abendessen nicht enthalten, ca. 10-15 € plus Getränke).
(F / M-PN).

5. Tag / 21.9.: Agadez und die Oase Azel
2013 wurde die Altstadt ganz aus Lehm in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Wir besuchen auch das Haus, in dem 1850 Heinrich Barth wohnte und ein von außen unscheinbares, aber innen prächtig verziertes altes Bürgerhaus. Wir fahren die schöne Oase Azel, gut 12 km nördlich. Hier beginnt das schwarze Felsland des Air mit "Trümmerbergen" aus Granit und Basalt, durchzogen von Trockentälern (Wadis) mit Dumpalmen. Azel mit seinen großen Gärten ist der Gemüse-Lieferant für Agadez. Die Tuareg der Kel Ewey leben in kunstvollen Mattenzelten und verkaufen auch schöne Flechtarbeiten aus Bast, ebenso wie Silberschmuck.
Dritte Übernachtung im Hotel de la Paix, dort auch Abendessen (oder individuell gegen Zuzahlung im Le Pilier).
(F / M / A).

6. Tag / 22.9.: Agadez - Region Abalak (ca. 450 km)
Rückfahrt nach Abalak. Die Feste der Peulh (auch Hochzeitsfeste der Tuareg) werden vor allem im Radius von etwa 150 Kilometern um Abalak gefeiert. Von dort aus geht es in den tellerflachen, mit einzelnen Akazien bestandenen, um diese Jahreszeit grünen Sahel, „La Brousse“, also „in den Busch“.
Ihr kundiger und umsichtiger Reisebegleiter, unser Partner Mahaman Yaou, reist seit nun 30  Jahren jährlich zu den Gerewol-Festen und kennt alle wichtigen Clanchefs der Peulh-Bororo. Wo genau die Feste in diesem Jahr stattfinden, richtet sich auch nach dem Verlauf der Sommerregen und wird bis Ende Juli entschieden. Wir fahren zum Zeltplatz der verschiedenen Bororo-Gruppen.
Hier werden wir unseren Nachbarn Besuche abstatten; die Vorbereitungen für das Fest haben begonnen. Wir wohnen in unserem "Basis-Camp" im Busch (Klappstühle, Moskitozelte). Heute Abend können sie auch zum ersten Mal die Künste unseres "mobilen Kochs" und seiner Helfer goutieren. Die (kleine) Gruppe der Reisenden von OASE hat ihr eigenes Zeltcamp.
(F / M-PN / A).

7. – 8. Tag / 23.-24.9.: Gerewol-Feste
Ein Programm kann es für diese Tage naturgemäß nicht geben. Um sensiblere Kontakte zu den Peulh und Tuareg zu ermöglichen, werden wir uns tagsüber auch gelegentlich in zwei bis drei separate Gruppen aufteilen. Dabei können wir z.B. auch am Vormittag Peulh-Jünglinge beim Schminken beobachten. Wir gehen durch die flache Savanne und besuchen auch einzelne "Campements" der Peulh mit flachen Zelten. Aus Leder sind sie nur noch selten, meist aus Plastikfolie. Der Hausrat - alles auf Kamelen und Eseln zu transportieren - ist aber noch immer authentisch: Betten mit großen, kreisrunden und verzierten Bettpfosten, verzierte Kalebassen

(getrocknete Kürbisse) auf einem Gestell; in den Kalebassen wird vor allem Milch und Joghurt aufbewahrt. Die Frauen und Mädchen sind sehr zurückhaltend, eher scheu. Kleine Geschenke wie z.B Spiegel, Seifen, Hautcreme oder Parfumproben sind gut; auch Medikamente wie z.B. Aspirin und Augentropfen, evtl. Spielzeug für Kinder. Kugelschreiber machen keinen Sinn - niemand besucht hier eine Schule.
Tänze beginnen meist am Nachmittag und können die halbe Nacht andauern. Liebe wird durch die Kraft der Augen gestiftet, glauben die Wodabee. Noch prächtiger wird die Schönheitskonkurrenz zum abschließenden Gerewol – mit Straußenfedern, Perlenketten und Schminke aus Ocker. Drei junge Frauen bilden eine "Jury" und ernennen den Gewinner – aber bis dahin haben sich schon längst heirats- und liebeswillige Mädchen ihren Favoriten ausgesucht und sind mit ihm verschwunden...
(F / M-Pn / A).

9. Tag / 25.9.: Bei Abalak - Tahoua  (ca. 220 km)
Wir müssen die freundlichen Fulbe-Bororo am Vormittag verlassen; für sie beginnt bald wieder die entbehrungsreiche Zeit des Umherziehens, den grünen Weiden folgend, nach Süden. Wir fahren zur Haupt-"Straße" Tahoua - Agadez, die überwiegend nur noch aus Asphalresten besteht; daneben haben sich Pisten gebildet. Für die 135 km von Abalak nch Südwesten bis Tahoua brauchen wir etwa drei Stunden.Sie können noch den alten Ortskern von Tahoua mit Lehmhäusern besuchen. Nach drei Tagen im Zeltcamp freuen wir uns über die Dusche, das Abendessen und die Nacht in einem frisch bezogenen Bett...
(F / M-Pn / A).

10. Tag / 26.9.: Tahoua - Birnin-Konni - Dogondoutchi (340 km)
Yammaa MoscheeSüdlich von Tahoua fahren wir 70 km  weiter ab auf eine Piste, vorbei an sehr schönen Hausa-Dörfern (wie Salewa) - auch die großen, bauchigen Hirsespeicher sind aus dem rötlichen Lehm der Gegend gefertigt.Diese Gegend ist durch Täler und den niedrigen Grundwasserspiegel recht dicht besiedelt; es wachsen hier auch Mangobäume. Wir besuchen das Dorf Yaama mit seiner großen, kunstollen Lehm-Moschee, mit deren Bau 1960 begonnen wurde; 1986 wurde sie von der Aga Khan-Stiftung ausgezeichnet. In den Jahren sind fast 30 (kleinere) Moscheen hier im Umkreis von 10 Kilometern entstanden - einzigartig!
Ebenso einzigartig sind auch animistische, alte Traditionen (in einer Region von Muslimen!) bei Dogondoutchi, 145 km westlich von Birnin-Konni (direkt an der Grenze zu Nigeria).Dogondoutchi bdeutet "großer Felsen", und die Region wird denn auch von rötlichen Lateritfelsen dominiert. Die Haussa dort werden auch Maori genannt und folgen animistischen Traditionen, praktizieren also eine "Hybrid-Religion": Islam und Animismus. Beim Bori-Tanz wird so lange getanzt, bis einzelne Tänzer in Trance fallen. So wird Kontakt zu heilenden Kräften und Geistern aufgenommen.
Abendessen und Übernachtung im kleinen, sauberen Hotel Magama, mit einfachen Bungalows, klimatisiert.
(F / M-Pn / A).

11. Tag / 27.9.: Dogondoutchi - Niamey (420 km) - Rückflug
DogondoutchiZügige Rückfahrt über Dogondoutchi und Dosso nach Westen. Nochmals Mittags-Picknick.
Zwischen Dosso und Niamey wollen wir der größten Giraffenherde Westafrikas einen Besuch abstatten. Ein lokaler Führer setzt sich zu uns und weist den Weg durch trockene Buschsavanne nach Norden. Vor über 100 Jahren zogen die letzten Giraffen des Air-Berglandes gen Westen zum Niger und von dort aus vor einigen Jahrzehnten in diese Gegend. Durch die Freundlichkeit der hier lebenden Djerma und ihr Verständnis (oft zertrampeln die Huftiere auch Hirsefelder) konnten die Tiere sich vermehren; mit über 500 Tieren lebt hier die größte Giraffenherde Westafrikas. Und das nicht in einem Nationalpark, sondern als "Nachbarn". Durch diese gegenseitige Freundlichkeit können wir die sanften, neugierigen Riesen meist aus nächster Nähe beobachten.
Tageszimmer zum Duschen und Umziehen; "Sundowner" wieder auf der Terrasse des Grand Hotel - hier gibt´s auch frisch gegrillte Fleischspieße und kaltes Bier. Oder Abendessen (nicht enthalten) im "Le Pillier" von Vittorio Gioni.
(F / M-Pn).

12. Tag / 28.09.: Rückflug und Ankunft
Nach Mitternacht Fahrt zum Flughafen von ca. 15 Minuten. Abflug mit Royal Air Maroc um 03:15 Uhr nach Casablanca, Ankunft um 06:45 Uhr. Weiterflug nach Frankfurt, 13:10 - 17:40 Uhr.

Leistungen: Genanntes Programm mit allen Transfers; Reiseleitung durch unseren englischsprachigen, erfahrenen lokalen Partner Mahaman Yaou und einem englischsprachigen Tourleiter; Mahlzeiten wie angegeben, Sicherheitsgebühr von 120 € p.P. für die Militärbegleitung,  Detailkarte Niger, Sicherungsschein.

Nebenkosten: Flüge, Visakosten (61 €), Gebühr inkl. Fotoerlaubnis für Gerewol von 50 € (vor Ort zu zahlen), Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

Die Tuareg in Niger
Alle, die tamaschek (das Tuareg-Idiom) sprechen, sind Tuareg, sagen sie selbst – dann kommt man auf etwa 1,3 Millionen Menschen in Niger, Algerien, Mali und Libyen. Etwa 900.000 davon leben in Niger (Gesamtbevölkerung: ca. 18 Millionen). Der Sultan der alten Karawanenstadt Agadez ist di oberste Instanz aller Tuareg in Niger - wir werden ihn in seinem traditionellen Palast besuchen. Von den 5 Fraktionen (Gruppen) mit fast einer halben Million Menschen ist die der Kel Air (nördlich von Agadez) die größte. Das Kunsthandwerk (Silberschmiede, Kamelsättel) ist höher entwickelt als bei den Tuareg in Süd-Algerien.
Trotz aller Probleme, vor allem periodischer Dürrezeiten, ist der Karawanenhandel noch lebendig: jedes Jahr zwischen Oktober und Januar ziehen Karawanen durch die Ténéré-Wüste zur Salzoase Bilma – 500 Kilometer pro Strecke, 70 km pro Tag. Das Viehsalz wird bis nach Nigeria verkauft.
Im Februar 2007 ist es im Norden erneut zur Revolte der Tuareg gekommen – die letzte große Rebellion war 1990-95 unter Mano Dayak. Die Gründe für den Konflikt: die historisch gewachsene “Marginalisierung” der Tuareg, eine allgemeine Benachteiligung des Nordens und die Exploration (insbesondere durch Frankreich und China) der reichen Uranvorkommen – verbunden mit einem Gesundheits- und Umweltrisiko für die dort lebende Bevölkerung. Die Forderungen der Tuareg sind seit 2011 weitgehend erfüllt und Premierminister ist seitdem der Tuareg Brigi Rafini.

Salzkur und das Gerewol-Fest
Die etwa 100.000 Wodabee in Niger gehören zur großen Volksgruppe der Fulbe; sie zählen etwa 9 Millionen Menschen und sind in ganz Westafrika verbreitet – vor allem in Guinea und Kamerun. Während sie meist seßhaft wurden, haben die Wodabee an ihrer Lebensweise als Rindernomaden festgehalten. Zur Salzkur (für die Tiere) treffen sich viele Wodabee nach der Regenzeit und nutzen die Zeit für Feste. Rinder werden geschlachtet, die schlanken, jungen Männer präparieren sich mit selbstironischer Eitelkeit für den Tanz: gelbes Puder hellt die Haut auf, schwarze Farbe sorgt für kräftige Konturen. Augen rollen unter großen Strohhüten und Zähne blitzen. Traditionell kommen die Nomaden in den weiten und flachen Ebenen zwischen In Gall (120 km westlich von Agadez) und Teguidan-Tessoum, um ihre Tiere nach den kurzen Sommerregen von salzhaltigen Pflanzen fressen zu lassen.
Die Behörden des Niger nutzen diese Zusammenkünfte auch zu statistischen Zwecken (und für Besteuerung...), Hilfsorganisationen profitieren von den Ansammlungen der Rinder, Kamele, Schafe und Ziegen, auch für Impf- und andere Kampagnen.

Tourdaten
Termine / Preise
17.09.2019 - 28.09.2019: 2590.00€


Basispreis: 2.590 €
plus Flüge (ab ca. 700 €)
EZ- und -Zeltzuschlag: + 300 €
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Werner Gartung
Im Hirtenstück 3
D -69151 Neckargemünd

Mobil: + 49 (0)176 11 83 53 11
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